SchuldnerAtlas 2014

Private Schulden steigen

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Immer mehr Menschen sind von Überschuldung betroffen - auch in der Metropolregion (Symbolfoto).

Rhein-Neckar-Kreis - In Sachen Schulden von Privatpersonen gibt die Metropolregion ein gutes Bild ab – wenn da nicht Mannheim und Ludwigshafen wären. Die Hintergründe.

Die Schulden privater Haushalte steigen weiter an. Das geht aus dem >>>SchuldnerAtlas 2014 hervor, den Creditreform am Donnerstag veröffentlicht hat.

Im „Schuldneratlas Deutschland 2014“ kommt Creditreform zu dem Ergebnis, dass deutschlandweit im Vergleich zum Vorjahr weitere 90.000 Menschen von Überschuldung betroffen waren - ein Plus von 1,4 Prozent. Einzig in Bayern und Baden-Württemberg blieb die Zahl von überschuldeten Verbrauchern gleich.

Derzeit leben in der Bundesrepublik 6,7 Millionen Erwachsene, 9,9 Prozent der Bundesbürger, „die überschuldet sind und eine nachhaltige Zahlungsstörung aufweisen.“ Die betroffenen Personen stehen durchschnittlich mit 32.600 Euro in der Kreide. 

Rhein-Neckar-Kreis unter dem Schnitt, Mannheim und Ludwigshafen darüber

Mit 20,4 Prozent hat Bremerhaven die höchste Schuldnerquote, die wenigsten Schuldner (3,67 Prozent) leben im bayerischen Eichstätt.

Die Rhein-Neckar-Region musste mit einer Quote von 8,03 eine Steigerung um 0,13 Prozent hinnehmen. Allerdings liegt der Kreis damit immer noch deutlich unter dem Schnitt. 

Anders sieht es bei den Kommunen aus: Während Heidelberg die Quote um 0,1 Prozentpunkt auf 6,19 drücken konnte, rangieren Mannheim mit einer Quote von 13,43 (plus 0,07 Prozent) und Ludwigshafen (15,22, minus 0,04 Prozent) im Mittelfeld bzw. am Ende der Schuldnertabelle. Dass es in der Region aber noch schlechter geht, zeigt die freie Kreisstadt Worms mit einer Quote von 15,99 Prozent.

Mehr überschuldete Frauen, Armut im Alter

Momentan sind 2,35 Millionen Frauen in Deutschland betroffen: 48.000 mehr als im Vorjahr, eine Quote von 7,35 Prozent. Allerdings ist die Zahl der überschuldeten Männer mit 4,12 Millionen noch deutlich höher.

Bei der Gruppe der über 70-Jährigen fällt der Anstieg um 23.000 Betroffenen zwar gering aus, stellt aber bei einer Gesamtfallzahl von 134.000 betroffenen Menschen eine signifikante Steigerung um 20,7 Prozent dar.

Überschuldung in nächster Generation

Außerdem arbeitet die Studie das Phänomen „Generationsübergreifende Überschuldung“ heraus: ein Trend, der in den vergangenen fünf Jahren zugenommen hat. Demzufolge wird der Umgang mit Geld und ein Konsumverhalten, das zwangsläufig zur Kontoüberziehung führt, in Familien gebildet und weitergegeben. 

Nach Befragungen von Sozialämtern und Schuldnerberatungsstellen sei von rund einer Million Menschen auszugehen, die sich in einer Generationsübergreifenden Überschuldung befinden. 

Trübe Aussichten

Für die Zukunft prognostiziert der aktuelle Schuldneratlas weiter steigende Schulden von Privatpersonen. Augfrund eingetrübter Konjunkturerwartungen könnte die Überschuldungssituation sich verschlechtern, wenn der Arbeitsmarkt schwächeln sollte: „Zusammen mit der rückläufigen Sparneigung könnte sich durch die Arbeitslosigkeit ein Treiber für weiter steigende Überschuldung bilden“, so die Verfasser der Studie.

rmx

Quelle: Mannheim24

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