Nach schrecklicher Bluttat

In Rot am See „herrscht großes Entsetzen“: 1.000 Menschen kommen zur Trauerfeier

Rot am See - Eine Woche nach der furchtbaren Tat, bei der sechs Menschen getötet wurde, findet nun die Trauerfeier und die Bestattung statt. 

  • Am 24. Januar erschießt Adrian S. sechs Familienmitglieder in Rot am See.
  • Die Todesopfer sind unter anderem seine Eltern, seine Tante und sein Onkel.
  • Am Samstag (1. Februar) findet in Rot am See eine Trauerfeier sowie die Bestattung von vier Opfern statt.

Update vom 2. Februar: Rund 1.000 Menschen sind nach Polizeiangaben am Samstag zu der Trauerfeier in der örtlichen Veranstaltungshalle in Rot am See gekommen. Der Bürgermeister der Kleinstadt, Siegfried Gröner, sagt bei der Trauerfeier, die „furchtbaren Ereignisse" machen ihn noch immer fassungslos. „In der Gemeinde Rot am See herrscht großes Entsetzen." Er sei tieftraurig darüber, wie so viele Menschen auf so tragische und brutale Weise hätten getötet werden können.

Gröner betont, die Frage nach dem Warum sei zentral - und bleibe bisher unbeantwortet.Laut Polizei hat sich der 26-Jährige zu den Vorwürfen des sechsfachen Mordes und des zweifachen versuchten Mordes bereits geäußert. Unter anderem habe er erklärt, warum er die Waffe gezogen habe. Angaben zu seinen Schilderungen hat die Polizei aber bisher nicht gemacht - aufgrund der laufenden Ermittlungen, wie ein Sprecher sagt. 

Zur Gedenkfeier ist das „Forum" - eine Sport- und Veranstaltungshalle in Rot am See - bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Familie war in dem Ort sehr verwurzelt. Der getötete Vater des mutmaßlichen Schützen betrieb lange eine Kneipe, die Anlaufstelle vor allem für den örtlichen Sportverein war. Pfarrer Matthias Hammer sagt, die Menschen im Ort seien nach der Tat enger zusammengerückt. Bürgermeister Gröner betont, es sei tröstlich, dass es sehr viele Menschen gegeben habe, die den Angehörigen und der Gemeindeverwaltung ihre Unterstützung angeboten hätten. Nach der Trauerfeier werden die vier der sechs Opfer - darunter der Vater und die Mutter des Tatverdächtigen - beerdigt.

Zu einem SEK-Einsatz kam es auch im baden-württembergischen Plochingen. Nach einer blutigen Auseinandersetzung riegelte die Polizei die komplette Innenstadt ab. Zwei Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Besteht ein Zusammenhang zwischen den beiden blutigen Auseinandersetzungen mit mehreren verletzen jungen Männern in Plochingen und Nürtingen? 

Nach schrecklicher Bluttat: Rot am See gedenkt Todesopfer

Erstmeldung vom 1. Februar: Am 24. Januar erschüttert diese grauenhafte Bluttat ganz Deutschland: In der Gemeinde Rot am See mit rund 5.300 Einwohner erschießt der 26-jährige Adrian S. sechs Familienmitglieder. Unter den Toten ist ein Vater Klaus (†65), seine Mutter Silvia (†56), seinen Stiefbruder Holger (†34), seine Tante Dorothea (†62), seine Tante (†62) und sein Onkel (†69). Zwei weitere Menschen werden schwer verletzt. Eine Woche nach der brutalen Schießerei findet in Rot am See die geplante Trauerfeier statt. 

Rot am See: Bestattung und Trauerfeier nach Bluttat mit sechs Toten

Neben der Trauerfeier in Rot am See werden vier der sechs Todesopfer laut Polizei am Samstag (1. Februar) bestattet. Dabei handelt es sich um die Mutter, der Vater, die Tante und der Onkel des Schützen. Um 13:30 Uhr beginnt die Trauerfeier im „Forum“. Gut 700 Menschen kommen zu der Trauerfeier in der örtlichen Veranstaltungshalle zusammen. 

Der 26-Jährige sitzt seit der Familientragödie in Untersuchungshaft. Er habe sich bereits zur Tat geäußert, allerdings macht die Polizei dazu keine weiteren Angaben, um die laufenden Ermittlungen nicht zu behindern. Auch das Motiv der Tat ist bislang noch unklar, aber möglicherweise kann Geld eine Rolle gespielt habe,

Rot am See: Trauer um Todesopfer der Bluttat 

Der Schock und die Trauer in Rot am See sitzt tief. Nicht nur die Polizisten und weitere Einsatzkräfte werden durch den Anblick der Bluttat extrem belastet, auch die Anwohner der Gemeinde sind entsetzt und bestürzt. „Es ist unfassbar. Ich kann das alles nicht verstehen“, sagt der Bürgermeister von Rot am See am 28. Januar gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“. Und auch der Schützenverein, in dem Adrian S. Mitglied war, äußert sein tiefstes Mitgefühl. „Wir können nicht fassen, was in Adrian vorgegangen sein muss. Im Gedanken sind wir bei den Hinterbliebenen und Trauernden“, schreibt der Schützenverein unter anderem in einer Stellungnahme

Ein weiterer Großeinsatz der Polizei ereignet sich in Obertshausen (Landkreis Offenbach). Hier werden zwei Menschen durch Schüsse schwer verletzt. Ein Verdächtiger ist bereits festgenommen, die Hintergründe sind allerdings noch völlig unklar.

dpa/jol

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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