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Polizistenmorde: Bewegende Trauerfeier für ermordete Yasmin B. (†24)

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Von: Peter Kiefer

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Kusel - Nach ihrem Kollegen Alexander K. wird auch die getötete Polizeianwärterin Yasmin B. beigesetzt. Hunderte Menschen nehmen in Homburg an der Beerdigung teil.

Update vom 16. Februar, 15 Uhr: Einen Tag nach ihrem Kollegen ist auch die ermordete Polizeianwärterin Yasmin B. beigesetzt worden. Mehr als 600 Trauergäste haben um 11 Uhr an der Beerdigung im saarländischen Homburg teilgenommen, deren Ton auch außerhalb der Aussegnungshalle übertragen wurde. Zur Beisetzung der 24-Jährigen kamen hunderte Polizisten. Laut eines Sprechers der Polizei Rheinland-Pfalz hätte die junge Frau Ende April ihren Abschluss an der Hochschule der Polizei gemacht.

Sie „habe für ihren Beruf gebrannt“ und „war davon überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben“, sagt der Leiter der Hochschule, Uwe Lederer, in einer Ansprache. „Sie hatte noch so viel vor.“ Sie sei eine „ausgesprochen interessierte, aufgeschlossene engagierte Studierende“ gewesen. Ihn und alle andere mache die „Brutalität und Kaltblütigkeit“ der Morde fassungslos. Der Homburger Pfarrer Pirmin Weber spricht von einem „sinnlosen Tod“. Das „unfassbare Geschehen“ sei „so schlimm, macht wütend und sprachlos zugleich“. Bei der Beisetzung sind auch der Innenminister aus Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD), und sein saarländischer Amtskollege Klaus Bouillon (CDU) anwesend.

Polizistenmorde in RLP: Trauerfeier für Alexander K. (†29)

Update vom 15. Februar, 18 Uhr: „Über dem Ort liegt Trauer, der Ort ist schockiert und das geht über den Ort, über die Gemeinde, ich denke, das geht auch über die Republik hinaus. So ein feiger, niederträchtiger Mord zweier junger Menschen, zweier Polizisten, die unseren Staat schützen, das ist nicht zu verstehen“, sagt Karl-Josef Scheer (SPD), Bürgermeister der saarländischen Gemeinde Freisen (7.790 Einwohner), abseits der Beerdigung. Eine solche Tat in unmittelbarer Nähe hätte man sich in seinen „kühnsten Träumen“ nicht vorstellen können.

„Auch nach all diesen Tagen ist es unbegreiflich, wie so etwas geschehen kann. Man merkt einfach Gewalt ist nicht irgendwo weit weg in großen Städten, fern von uns im ländlich idyllischen Raum, sondern auch ganz nah bei uns und betrifft auch Menschen, die wir kennen. Aus unserer Nachbarschaft, aus unseren Dörfern. Das macht sehr sehr betroffen“, erklärt Udo Recktenwald, Landrat St. Wendel. Aktuell herrsche in der Umgebung Betroffenheit, da Alexander K. sehr bekannt und beliebt in der dörflichen Gemeinschaft gewesen sei.

Polizistenmorde in RLP: Bewegende Trauerfeier für erschossenen Kommissar (†29)

Update vom 15. Februar, 15:21 Uhr: Hunderte sind gekommen, um Abschied zu nehmen. Andächtig stehen sie im saarländischen Freisen auf einem großen Platz vor einer Halle, um der Trauerfeier zuzuhören, die aus der Kirche übertragen wird. Für einen Freund, einen Bekannten, einen Polizisten aus ihrem Ort. Einen 29-Jährigen, der vor gut zwei Wochen mit einer 24 Jahre alten Kollegin in der Westpfalz Opfer eines Verbrechens wurde. Gerade mal 20 Kilometer entfernt liegt der Tatort.

Alexander K. wird in seiner Heimat beerdigt.
Alexander K. wird in seiner Heimat beerdigt. © Thorsten Kremers/Einsatz-Report24

Trauer und Schmerz sind groß am Tag der Beerdigung des Getöteten. In einem Gottesdienst in der Kirche spricht Polizeipräsident Michael Denne in seiner Trauerrede über die Tat von „einem schrecklichen Ereignis, das uns alle entsetzt und bestürzt hat. Nichts ist mehr, wie es war. Es gibt Dinge, die können wir nicht verstehen“, sagt der Polizeichef aus Kaiserslautern. Vor der Kirche haben Menschen Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. „Wir vermissen dich“, steht dort.

Freisen: Bewegende Trauerfeier für getöteten Polizist Alexander K. (†29)

Auch rund 200 Polizisten sind gekommen, um dem Opfer die letzte Ehre zu erweisen. Viele halten gelbe Rosen in den Händen. Da es in der Kirche St. Remigius nicht viele Plätze gibt, wird die nicht öffentliche Trauerfeier in eine Halle mit 500 Gästen übertragen. Vor dem Gebäude verfolgt die Trauergemeinde den Gottesdienst per Tonübertragung. Viele lauschen regungslos. In großer Stille. Danach ziehen die Menschen schweigend zum Friedhof. Eine Ehrenwache der Polizei Rheinland-Pfalz gibt dem jungen Mann ein letztes Geleit.

Kerzen, Blumen und ein Teddybär in Polizeiuniform liegen auf dem Vorplatz der Kirche St. Remigius.
Kerzen, Blumen und ein Teddybär in Polizeiuniform liegen auf dem Vorplatz der Kirche St. Remigius. © Uwe Anspach/picture alliance/dpa

„Kein Mensch kann verstehen, wieso, weshalb, warum so eine niederträchtige Tat hier verübt worden ist“, sagt Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD). „Das ist eine schlimme Situation für uns alle.“ Das Leid, das auf der Familie, auf den Angehörigen, den Freunden und Bekannten liege, könne man einfach nicht in Worte fassen. Der Getötete sei ein sehr feiner Kerl gewesen. „Er war im ganzen Ort sehr beliebt“, sagt Hans-Dieter Becker.

Doppelmord an Polizisten bei Kusel: „Wir sind alle traurig“

Becker ist Vorsitzender des FC Freisen, in dem der Polizist seit seiner Kindheit Fußball gespielt hat, zuletzt als Abwehrspieler in der 1. Mannschaft. „Er war immer aktiv und sehr ehrgeizig.“ Sein Tod sei „unfassbar tragisch. Wir sind alle traurig“. Das Leben im Fußballverein und in Freisen, das werde weitergehen. Irgendwie und irgendwann, sagt Becker. Für die Eltern des Opfers sei nun aber alles anders. „Das legen sie nicht mehr ab.“

Beisetzung des ermordeten Polizisten in Freisen
Polizisten stehen vor der Bruchwaldhalle und warten auf die Übertragung der Beisetzung eines Polizeikommissars, der mit einer Polizeikollegin am 31. Januar 2022 während einer Fahrzeugkontrolle bei Kusel in Rheinland-Pfalz erschossen wurde. © Harald Tittel/picture alliance/dpa

„Das ist das Böse schlechthin“, sagt Becker. „Da läuft es einem kalt den Rücken runter.“ Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Ein offizieller Trauerakt werde von der rheinland-pfälzischen Regierung und Polizei vorbereitet, heißt es. „Wir müssen stärker jene schützen, die uns schützen“, sagt der Landrat des Kreises St. Wendel, Udo Recktenwald (CDU), am Rande der Trauerfeier. Die Polizei verdiene „Wertschätzung, Deckung und Unterstützung“. Umso mehr „nach einer solch schrecklichen Tat“.

Polizistenmorde in RLP: Heute wird erschossener Kommissar (†29) beerdigt

Erstmeldung vom 15. Februar, 9:10 Uhr: Die Horror-Tat zwei mutmaßlicher Wilderer macht noch immer fassungslos! Rund zwei Wochen nach den Todesschüssen auf zwei Polizisten in der Westpfalz wird am heutigen Dienstag (15. Februar) der 29 Jahre alte Polizeikommissar in seinem Heimatort Freisen (Saarland) beigesetzt. Zu der Trauerfeier für Alexander K. in dem Ort im Kreis St. Wendel werden auch die beiden Innenminister von Rheinland-Pfalz und dem Saarland erwartet.

Zunächst werden etwa 80 geladene Gäste, darunter Angehörige, Freunde und Kollegen, bei einem nicht öffentlichen Gottesdienst (14 Uhr) in der Kirche Abschied nehmen. Da die Anteilnahme in Freisen groß ist, wird die Messe zu etwa 500 Gästen in eine Halle übertragen. Vor der Halle erwartet die Polizei viele weitere Trauergäste. Sie können den Gottesdienst dort per Tonübertragung verfolgen. Die Beisetzung findet dann auf dem örtlichen Friedhof statt und soll gegen 15:15 Uhr beginnen.

BundeslandRheinland-Pfalz
LandeshauptstadtMainz
Einwohnerzahl4.098.391 (31. Dezember 2020)
Fläche19.858 km²
MinisterpräsidentinMalu Dreyer (SPD)

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Polizistenmorde bei Kusel: Opfer Alexander K. (29) wird in Heimatort beerdigt

Der Polizeikommissar und die 24-jährige Polizeianwärterin Yasmin B. waren am 31. Januar während einer Fahrzeugkontrolle bei Kusel erschossen worden. Als mutmaßliche Täter sitzen zwei Männer (32/38) aus dem Saarland wegen des Verdachts auf gemeinschaftlichen Mord in U-Haft, die noch am Tattag festgenommen werden konnten. In ihrem Wagen waren 22 tote Damhirsche gefunden worden. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Männer mit der Tat Jagdwilderei verdecken wollten.

Die junge Polizeianwärterin soll am Mittwoch (16. Februar) um 11 Uhr im saarländischen Homburg-Erbach beigesetzt werden. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz bereitet darüber hinaus gemeinsam mit der Polizei eine offizielle Trauerfeier für die beiden Polizisten vor. Ein Termin dafür wird noch bekannt gegeben.

Polizeibeamte stehen nach der Gedenkfeier für die beiden erschossenen Polizeibeamten in der Fritz-Wunderlich-Halle vor dem Gedenktisch. (Archivfoto vom 4. Februar 2022)
Polizeibeamte stehen nach der Gedenkfeier für die beiden erschossenen Polizeibeamten in der Fritz-Wunderlich-Halle vor dem Gedenktisch. (Archivfoto vom 4. Februar 2022) © Sebastian Gollnow/picture alliance/dpa

Der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin hatte in der vergangenen Woche gesagt, er hoffe auf eine zügige Aufklärung der Tat. „Das sind wir den beiden Getöteten schuldig.“ Einer der Verdächtigen habe eingeräumt, mit dem weiteren Beschuldigten in der Tatnacht gewildert zu haben, sagte der FDP-Politiker. Der Mann habe zudem ausgesagt, er sei auch am Tatort gewesen, habe aber nicht geschossen. Der andere Verdächtige mache Gebrauch von seinem Schweigerecht. Die „Frage nach dem Warum“ werde hoffentlich von den Ermittlungen beantwortet werden können, hatte Mertin betont. (dpa/pek)

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