Test gescheitert

Rheinland-Pfalz: Nach Warntag-Desaster – Gemeinden rüsten auf

Rheinland-Pfalz - Nach den schlechten Ergebnissen des bundesweiten Warntags zieht das Bundesland konsequenzen und will moderniesieren.

Im ganzen Land heulen Sirenen, auf tausenden Smartphones der Republik erscheint eine Nachricht der Warn-App „Nina“ – so hatte sich die Regierung wohl den ersten gemeinsamen Warntag in allen Bundesländern vorgestellt. Stattdessen gab es Ernüchterung. Die Warnung von „Nina" ist oft kurz vor der Entwarnung gekommen, an vielen Orten sind keine Sirenen zu hören gewesen. Der Test ist gescheitet. Doch daraus sollen nun Konsequenzen folgen.

Rheinland-Pfalz: Warntag soll jedes Jahr stattfinden

Das Innenministerium von Rheinland-Pfalz plant nach dem desaströsen Warntag eine Aufarbeitung. Bereits zuvor haben einige Städte und Kommunen damit begonnen, ihre älteren Sirenen auf moderne Systeme umzurüsten – doch nicht alle. Nun bekommt jede Gemeinde 50 Prozent der Anschaffungskosten für die neue digitale Technik vom Land bezuschusst. Zudem sollen die Sirenen nicht mehr nur zur Feuerwehralarmierung, sondern auch zur Warnung der Bevölkerung genutzt werden.

Im Rahmen der derzeitigen Modifizierung des Brand- und Katastrophenschutzgesetzes werde es jedoch eine Verpflichtung der
Kommunen geben, statistische Daten über Einsätze der Feuerwehren sowie Angaben über deren Aufbau, Ausrüstung und personelle Zusammensetzung nach Vorgaben des Landes zu erfassen und zur Verfügung zu stellen, wie ein Sprecher des Ministeriums erklärt. Laut einem Beschluss der Innenministerkonferenz soll es zudem jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September einen Warntag geben.

Rheinland-Pfalz: Städte installieren neue Sirenen

Die Stadt Landau hat eine negative Bilanz nach dem Warntag gezogen. Von den 16 Sirenen hätte auch ein modernes System auf einer Grundschule getestet werden sollen – was aus technischen Schwierigkeiten aber nicht geklappt habe. Die Sirenen sollen nun ausgetauscht und teilweise umgestellt werden.

Zweibrücken hingegen hat das Problem, dass es dort aktuell gar keine Sirenen mehr gibt. Die Stadtverwaltung hat allerdings beschlossen, im kommenden Jahr mit der Installierung von sechs Sirenen im Stadtgebiet und den Vororten zu beginnen. Der Preis beträgt etwa 150.000 Euro. Im Vergleich mit der Stadt Mainz ist das aber noch ein Schnäppchen. Dort sollen etwa 700.000 Euro für die Installation von 32 neuen Hochleistungssirenen investiert werden. Damit sollen die Stadt und die Vororte im Ernstfall gewarnt werden. (dpa/dh)

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