Auch Rheinland-Pfalz betroffen

„Kamikaze-Aktion“: Trump zieht 12.000 Truppen aus Deutschland ab

Kaiserslautern: Trump will laut Berichten von US-Medien den seit langem angedrohten Teilabzug der US-Truppen in die Tat umsetzen. Auch die Ramstein Air Base ist von dem Truppenabzug betroffen: 

  • Die Zahl der US-Soldaten in Deutschland soll um fast 12.000 verringert werden.
  • Auch Standorte in Rheinland-Pfalz sollen von dem Truppen-Abzug betroffen sein.
  • Der US-Abzug hätte auch schwerwiegende Konsequenzen für die Ramstein Air Base im Kreis Kaiserslautern.

Update vom 30. Juli: Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat den Abzug von knapp 12.000 US-Soldaten aus Deutschland scharf kritisiert. „Das ist erstmal eine persönliche Abrechnung eines Präsidenten. Das ist eine Kamikaze-Aktion“, sagte die FDP-Politikerin am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin mit Hinweis auf US-Präsident Donald Trump. Er wolle Deutschland treffen, treffe aber die Nato insgesamt. Deshalb schlage es auch zurück auf die Amerikaner. Lachender Dritter sei der russische Präsident Wladimir Putin. „Der wird heute Nacht vor Freude kaum ins Bett gefunden haben“, sagte Strack-Zimmermann.

  
Die FDP-Politikerin nannte es verständlich, dass die USA bei der Verteidigung mehr von Deutschland erwarteten. Gleichwohl sei die Bundeswehr zweitgrößter Truppensteller in der Nato. Das Verteidigungsbündnis sei ein „kostbares Gut“. Dieses werde nun konterkariert und kaputt gemacht vom US-Präsidenten. Strack-Zimmermann warf zudem Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) vor, er sei bei dem seit Wochen angekündigten Truppenabzug „in Deckung gegangen“. Die US-Regierung will fast 12.000 Soldaten aus Deutschland abziehen. Betroffen sind Standorte in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Kaiserslautern: USA will 12.000 Truppen abziehen – auch Rheinland-Pfalz betroffen

Update vom 29. Juli: Die US-Truppen in Europa sollen deutlich reduziert werden. Vor allem in Deutschland wird abgebaut – und das noch stärker als bislang bekannt. Denn die Zahl der US-Soldaten soll in der Bundesrepublik um fast 12.000 verringert werden. Rund 6.400 Soldaten sollen in die USA zurückgeholt werden, weitere 5.600 sollen in andere Nato-Länder verlegt werden, wie Verteidigungsminister Mark Esper am Mittwoch in Washington erklärte. Damit werde die „strategische Flexibilität“ der US-Streitkräfte erhöht, sagte Esper im Pentagon vor Journalisten. Bislang hatte die US-Regierung von einem Abzug von rund 10.000 der etwa 36.000 Soldaten in Deutschland gesprochen.

USA will mehr Soldaten abziehen, als bislang geplant – auch Rheinland-Pfalz betroffen

Laut Medienberichten soll von dem Abzug der US-Truppen auch Standorte in Rheinland-Pfalz betroffen sein. Für die Regionen rund um die US-Stützpunkte hat das große wirtschaftliche Auswirkungen: Allein in Rheinland-Pfalz werden mehr als 7.000 deutsche Ortskräfte von den US-Streitkräften beschäftigt. Daneben hängen viele Tausende weitere Arbeitskräfte vor allem in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern an den US-Truppen. Der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein generiert Schätzungen zufolge jedes Jahr zwei Milliarden US-Doller an Löhnen, Gehältern, Mieten und Aufträgen in der regionalen Wirtschaft.

Der US-Militärflugplatz in Ramstein (Archivfoto)

Trump hatte den Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland im Juni angekündigt und ihn mit den aus seiner Sicht zu geringen
Verteidigungsausgaben Deutschlands begründet. Die Bundesregierung in Berlin war vor der Bekanntgabe nicht informiert worden. Zur Umsetzung des geplanten - und wahrscheinlich aus logistischen Gründen langwierigen - Teilabzugs dürfte aber noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Im US-Kongress hat sich bereits bei Trumps Republikanern und den Demokraten Widerstand formiert.

Kaiserslautern: Werden tausende US-Soldaten aus Ramstein abgezogen? Mainzer Landtag durchspielt Szenarien

Update vom 24. Juni, 20:30 Uhr: Donald Trumps Regierungsstil ist oftmals sprunghaft und von seinen Launen geleitet – so viel ist nach fast vier Jahren Amtszeit klar. Auch seine Ankündigung die fast 10.000 amerikanische Soldaten, die in Deutschland stationiert sind, wurde vom Großteil der deutschen Politik – aber auch in seiner eigenen Partei – stark kritisiert. Am Donnerstag (25. Juni) wird sich der Landtag in Mainz mit diesem Thema beschäftigen und mögliche Szenarien durchspielen. Rheinland-Pfalz wäre mit gleich mehreren großen US-Militärstützpunkten, darunter die Airbase in Ramstein, vermutlich besonders von einem Abzug betroffen. Die oppositionelle CDU-Fraktion will indes im Plenum einen Appell zur Bündnistreue gegenüber den USA einbringen. Fraktionschef Christian Baldauf beobachte, „dass eine antiamerikanische Stimmung geschürt wird, die sich an dem jetzigen Präsidenten aufhängt“. Des Weiteren sagte er: „Den Amerikanern gegenüber muss man immer wieder deutlich machen: Wir halten zu euch.“

Kaiserslautern: Ramstein Air Base – werden tausende US-Soldaten abgezogen?

US-Präsident Trump droht seit langem mit einem Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland. Medienberichten zufolge will er seinen Worten nun Taten folgen lassen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es noch nicht – es soll sich aber um Tausende Soldaten handeln. Das „Wall Street Journal“ berichtete am Freitag unter Bezug auf ungenannte US-Regierungsvertreter, Trump habe das Pentagon angewiesen, die US-Truppenpräsenz in Deutschland von derzeit 34.500 Soldaten um 9.500 zu reduzieren. Von dem möglichen US-Abzug wäre auch der Stützpunkt Ramstein im Kreis Kaiserslautern betroffen, der als wichtigstes US-Drehkreuz in Europa gilt.

Ramstein Air Base (Kaiserslautern): Werden tausende US-Soldaten abgezogen?

Das rheinland-pfälzische Innenministerium steht vor dem Hintergrund des möglichen Abzugs von US-Soldaten nach eigenen Angaben in Kontakt mit dem Verbindungsbüro der US-Armee. „Derzeit liegen auch auf aktuelle Nachfrage keine Erkenntnisse über besondere Stationierungsänderungen des US-Militärs in Bezug auf Rheinland-Pfalz vor", teilt das Ministerium in Mainz mit. Von US-Seite werde an die Administration in Washington verwiesen. Die Landesregierung stehe weiterhin zur Präsenz der Streitkräfte im Land. 

Ramstein Air Base: Möglicher US-Truppenabzug – Folgen wären „schwerwiegend“

„Allein in der Region Kaiserslautern sind die US-Streitkräfte mit rund 50.000 Menschen präsent", sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, Ralf Hechler, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Er könne nicht ausschließen, „dass an den Abzugsplänen etwas dran sein“ könne. Die Folgen wären schwerwiegend für die menschlichen Beziehungen zwischen Deutschen und Amerikanern und auch für die wirtschaftliche Situation in der Region, meinte der CDU-Politiker. „Ich bin da nicht ganz so entspannt.“ 

Die Ramstein Air Base ist der wichtigste europäische Stützpunkt für den Lufttransport der US-Streitkräfte. Ach die Ein- und Ausreise vieler in Europa stationierter US-Soldaten und ihrer Angehörigen wird über Ramstein abgewickelt. Die Air Base liegt rund 1 Kilometer von Ramstein-Miesenbach entfernt. Dort ereignete sich am 28. August 1988 eine der größten Katatrophen, die je bei einer Flugschau vorgekommen sind. Bei einem Flugtag kollidierten drei Jets. Bei dem Absturz einer der Maschine wurden 35 Menschen getötet. 

dpa/kab

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