Zugverkehr läuft wieder stabil

Nach Orkantief „Sabine“: Auch heute wird es wieder stürmisch  

Rheinland-Pfalz - Das Sturmtief „Sabine“ fegt am Sonntag und Montag durch die Pfalz. Landau und Neustadt werden am härtesten getroffen.

  • Orkantief „Sabine“ wütet in der Nacht zum Montag (10. Februar) in ganz Deutschland.
  • Auch in Rheinland-Pfalz fegt „Sabine“ durch das Land und sorgt für etliche Polizei- und Feuerwehreinsätze.
  • Sturmtief „Sabine“ sorgt in Rheinland-Pfalz für Verkehrsbehinderungen.
  • Auch am Dienstag (11. Februar) wird es wieder stürmisch.

Update vom 11. Februar: Nachdem Orkantief „Sabine“ auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland zahlreiche Schäden angerichtet hat, bleibt es voraussichtlich am (heutigen) Dienstag stürmisch. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigte auch für das Flachland Sturmböen von teilweise bis zu 100 Stundenkilometern an. Im Bergland kam es in der Nacht zum Dienstag zu leichtem Schneefall. Neuschnee sei größtenteils aber nicht liegengeblieben, sagte ein Sprecher des DWD am Dienstagmorgen. Vorübergehende Glätte sei aber möglich. 

Der Zugverkehr in Rheinland-Pfalz und dem Saarland läuft größtenteils wieder stabil, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Dienstagmorgen mitteilte. „Vereinzelt kann es aber noch zu Ausfällen und Verspätungen kommen“, sagt sie. So verkehren zwischen Homburg und Rohrbach die Züge laut Deutscher Bahn zurzeit nur eingleisig, weil dort noch ein Baum im Gleis liege. Auch das Mainzer Eisenbahnunternehmen Vlexx kündigte am Dienstagmorgen an, den Verkehr wieder schrittweise aufzunehmen. Einige Tage nach dem Sturmtief „Sabine“ sprechen Meteorologen von „Aprilwetter“ im Februar. Doch ist der Winter jetzt wirklich schon vorbei?

Durch Orkantief Sabine: Mehrere Verletzte in Rheinland-Pfalz

Durch das Orkantief „Sabine" wurden in Saarbrücken mindestens drei Menschen verletzt, eine Frau von einem umstürzenden Baum lebensgefährlich. Auch in Rheinland-Pfalz gab es mehrere Verletzte. Im Steinfeld (Landkreis Südliche Weinstraße) knallte einer Autofahrerin eine durch den Wind abgerissene Fahrzeugabdeckung eines Busses in die Windschutzscheibe. Die 41-Jährige wurde laut Polizei von Glassplittern leicht im Gesicht verletzt. In der Nacht zum Dienstag meldete sich zudem ein verirrter Autofahrer bei der Polizei in Bad Bergzabern (Südliche Weinstraße). Der Mann gab an, wegen umgefallener Bäume von der Landstraße auf das angrenzende Waldgebiet ausgewichen zu sein. Im Wald hatte er sich dann verfahren. Die Beamten lotsten den Mann aus dem Wald. 

In beiden Bundesländern berichteten nahezu alle Polizeidienststellen am Montag von zahlreichen Einsätzen wegen entwurzelter Bäume, umgestürzter Werbetafeln und verwehter Gegenstände. Für Bahnpendler und -reisende gab es nach zahlreichen Ausfällen ab Montagmittag teilweise Entwarnung.

Die Sturmbilanz für Rheinland-Pfalz: Hier wütete Orkantief „Sabine“ am stärksten

Update vom 10. Februar um 18:05 Uhr: Orkantief „Sabine“ hat auch in Pirmasens erheblichen Schaden verursacht und die Einsatzkräfte auf Trab gehalten. Wie die Polizeidirektion Pirmasens mitteilt, kommt es zu 60 Einsätzen mit vielen umgestürzten Bäumen: „Gut 50 Bäume lagen behindernd und teilweise gefährdend über den Straßen. Dank dem unermüdlichen Einsatz der Straßenmeisterei, der Rettungsdienste und der Feuerwehren mussten die meisten Straßen nur kurzfristig bis zur Beseitigung der Hindernisse gesperrt werden.

In der Sturmnacht werden in Pirmasens zwei Personen verletzt. Gegen 6 Uhr ist eine 42-jährige Kleinbusfahrerin auf der B270 in Richtung Biebermühle unterwegs. Plötzlich macht es einen Schlag, weil ein Baum mittig auf ihren Bus kracht. Wie durch ein Wunder wird die Frau dabei nicht verletzt, aber erleidet einen Schock, weshalb sie vorsorglich ins Krankenhaus gebracht wird.

Rheinland-Pfalz: Baum kracht auf fahrendes Auto in Pirmasens

Ein 25-jähriger Mazda-Fahrer ist gegen 5:20 Uhr auf der Landstraße zwischen Petersbächel und Schönau bei Pirmasens unterwegs, als plötzlich ein Baum auf das Auto kracht. Der junge Mann wird dabei glücklicherweise nicht verletzt, aber wird ebenfalls vorsorglich in eine Klinik gebracht. An seinem Auto entsteht ein Sachschaden von 8.000 Euro.

In Pirmasens kracht ein Baum auf ein fahrendes Auto.

Wie überall in Rheinland-Pfalz gibt es auch in Pirmasens eine Vielzahl an kleineren Einsätzen. Viele umgestürzte Bäume und Sachschäden an Gebäuden fordert die Feuerwehr und die Polizei in Pirmasens heraus. Die Polizei Pirmasens schätzt, dass der Sachschaden in Pirmasens und Zweibrücken im „niedrigen 6stelligen Bereich“ liegt.

Rheinland-Pfalz: Sturmbilanz nach Orkantief „Sabine“

Mit über 147 Kilometern pro Stunde fegt das Orkantief „Sabine“ in der Nacht zum Montag (10. Februar) durch Rheinland-Pfalz. Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge soll das Gröbste mittlerweile überstanden sein und die Feuerwehren und Polizeipräsidien in Rheinland-Pfalz ziehen schon jetzt ihre Sturmbilanz. Grundsätzlich scheint die Region glimpflicher davon gekommen sein als erwartet. Abgesehen von umgestürzten Bäumen, heruntergefallenen Dachziegeln und umgeknickten Verkehrsschildern wurde Rheinland-Pfalz zum größten Teil verschont. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Rheinpfalz wurden Landau und Neustadt an der Weinstraße am härtesten getroffen. Am Montagmorgen bleiben deshalb mehrere Straßen, darunter Teile der Bundesstraße 48, zunächst gesperrt. In Rheinland-Pfalz waren rund 9.500 Personen während dem Sturm ohne Strom.

Rheinland-Pfalz: Orkantief „Sabine“ fegt durch Ludwigshafen

Auch wenn das große Sturmchaos in Rheinland-Pfalz ausbleibt, bringt „Sabine“ die Pfälzer Einsatzkräfte allemal um den Schlaf. Allein in Ludwigshafen müssen die Polizisten rund 140 Mal in der Nacht ausrücken. Windbruch, umgewehte Zäune, über 40 umgestürzte Bäume und sechs witterungsbedingte Verkehrsunfälle halten die Polizisten in Ludwigshafen und Umgebung in der Nacht zum Montag auf Trab. Glücklicherweise werden in Ludwigshafen keine Personen verletzt, doch es entsteht ein Sachschaden in Höhe von mehreren tausend Euro.

Auch die andere Seite des Rheins ist vom Sturmtief „Sabine“ betroffen. In Mannheim schließen Parks und Friedhöfe – in Heidelberg wird sogar die Bergbahn lahmgelegt.

Rheinland-Pfalz: „Sabine“ fegt mit knapp 150 Km/h durch Landau und Neustadt

Die Region um Landau und Neustadt an der Weinstraße wird am härtesten von dem Sturmtief „Sabine“ getroffen. Wie der DWD mitteilt, wird die höchste Windgeschwindigkeit in Rheinland-Pfalz bei Neustadt an der Weinstraße gemessen. Dementsprechend fällt die Zerstörung hier am stärksten aus. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Rheinpfalz soll „Sabine“ in Neustadt einen Gesamtschaden von rund 150.000 Euro verursacht haben. In Landau kommt es „durch Windbruch und umgewehte Zäune und Schilder zu einer Vielzahl von Sachschäden mit einem Schaden von rund. 50.000 EUR“, so das Polizeipräsidium Westpfalz.

„Sabine“ sorgt für Verkehrsbehinderungen auf den Autobahnen der Pfalz

Gegen 23:40 Uhr muss am Sonntag (9. Februar) die A65 bei Edenkoben wegen der starken Orkanböen von Baumästen freigeräumt werden. Während der Aufräumarbeiten kommt es auf der A65 zu kleineren Verkehrsbeeinträchtigungen. Ein 29-jähriger LKW-Fahrer, der am Montag auf der A65 bei Landau unterwegs ist, hat einen besonders aufmerksamen Schutzengel: „Während der Fahrt riss infolge des Sturms das flexible Planenaluminiumdach der Ladefläche eines vorausfahrenden Lastzugs ab und schleuderte gegen den LKW des 29-Jährigen.“ Glücklicherweise kommt es dabei zu keinen größeren Unfall und der Schaden beschränkt sich nur auf den Lkw des 29-Jährigen. Der andere Lkw-Fahrer merkt nicht einmal, was passiert und fährt weiter ohne sich um den Schaden zu kümmern.

Im Bienwald bei Wörth am Rhein kommt es zu Verkehrsbehinderungen und Streckensperrung. Die Orkanböen haben hier große Teile des Waldes beschädigt. Das Polizeipräsidium Rheinpfalz warnt: „Es besteht Astbruch- und Lebensgefahr. Die Straßen können erst im Laufe des Dienstag sukzessive freigegeben werden.“ Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind vom Sturm betroffen: In ganz Deutschland kommt es zu Ausfällen und Verspätungen.

Der Bienwald bei Wörth am Rhein besteht Astbruch- und Lebensgefahr. Bis Dienstag sind die Straßen hier gesperrt.

Rheinland-Pfalz: „Sabine“ in der Westpfalz und Kaiserslautern

Insgesamt werden der Polizei in der Westpfalz und Kaiserslautern 186 Ereignisse in Zusammenhang mit dem Sturm gemeldet. Allein 162 Mal blockieren umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste die Fahrbahn. 47 Straßen werden deshalb zeitweise gesperrt bis die Feuerwehr oder die Straßenmeisterei die Straße wieder freiräumt. In der Dresdner Straße in Kaiserslautern fällt eine Tanne auf ein Haus. Es entstand Sachschaden im fünfstelligen Bereich. Verletzte wurde niemand. Neben den Bäumen machen Verkehrsteilnehmern vor allem herunterfallende oder herumwirbelnde Gegenstände zu schaffen. Insgesamt 18 Autos werden in Kaiserslautern dadurch beschädigt. Nach Angaben der Polizei soll sich ein Dixi-Klo in der Langenfeldstraße selbständig gemacht haben und ein parkendes Auto beschädigt haben. In der Logenstraße setzte sich ein Müllcontainer in Bewegung und prallte an einen dort abgestellten Pkw. 

Rheinland-Pfalz: Viele kleinere Einsätze in Speyer und Frankenthal

Abgesehen von umgestürzte Bäume, heruntergefallene Dachziegeln und umgewehte Verkehrsschilder soll es nach Angaben der Polizei zu keinen größeren Beeinträchtigungen in Frankenthal gekommen sein. Es kommt zu keinen großen Sturmschäden und es werden keine Personen verletzt. 

In Speyer fegt der Wind des Sturmtiefs „Sabine“ durch die Stadt und die Polizei muss zu vielen kleineren Einsätzen ausrücken. Im Ulmenweg wird gegen 4 Uhr ein 2x2 Meter großes Gartenhaus aus Metall vom Wind angehoben und auf ein parkendes Auto geschleudert. Dabei entsteht ein Sachschaden von 1.000 Euro. Kurz vor 6 Uhr wurden auf der K15 an der Einmündung zur Gaststätte „Garnerb“ zwei umgestürzte Bäume gemeldet. Während der Beseitigung der Bäume durch die Freiwillige Feuerwehr Dudenhofen muss die Fahrbahn kurzzeitig durch die Polizei gesperrt werden.

Kirchheimbolanden: „Sabine“ sorgt für Stromausfälle in Teilen von Rheinland-Pfalz

In und um Kirchheimbolanden kommt es beim Sturm zu vielen umgestürzten Bäumen. Die Bäume blockieren teilweise die Straßen. Feuerwehren, Straßenmeistereien und Polizei sind im Einsatz, um die Fahrbahnen freizuräumen oder teilweise zu sperren. Durch dem Sturm werden auch Bauzäune und Verkehrsschilder umgeworfen. Im Bereich der VG Eisenberg kommt es sogar zu Stromausfällen während dem Sturm.

Sturmtief „Sabine“ Böhl-Iggelheim, Dannstadt und Schifferstadt

Gegen 6 Uhr am Montag (10. Februar) alarmiert ein Anwohner im Maxfeldwegs in Böhl-Iggelheim die Integrierte Leitstelle der Feuerwehr, da zwei Bäume auf Grund des Sturmtiefs Sabine auf seinen oberirdischen Gastank gestürzt sind. Vor Ort stellt die Feuerwehr einen Austritt von Flüssiggas aus dem 2700 Liter Tank fest. Aus Sicherheitsgründen werden drei umliegende Wohngebäude, die sich im unmittelbaren Gefahrenbereich befanden, evakuiert. Die Feuerwehr kann das austretende Gas mit Wasser niederschlagen. Das verbliebene Flüssiggas wird in einen Tankwagen umgepumpt. Die freiwillige Feuerwehr Böhl-Iggelheim ist mit einem größeren Kräfteaufgebot vor Ort. Ebenso sind Beamte der Polizeiinspektion Schifferstadt im Einsatz. Auch in anderen Gemeinden kommt es zu sturmbedingten Schäden und Gefahrenstellen im Verkehr.

„Sabine“ in Rheinland-Pfalz: Die Sturmbilanz für Mainz

Auch in der Landeshauptstadt hinterlässt Sturmtief „Sabine“ ihre Spuren. Wie das Polizeipräsidium Mainz mitteilt, muss sie insgesamt 90 Mal ausrücken. Auf der Weinheimer Talbrücke auf der A63, zwischen Alzey und Kaiserslautern wird aus Sicherheitsgründen um 21:00 Uhr eine Geschwindigkeitsreduzierung eingerichtet. Insgesamt sind bei der Polizei 48 umgestürzte Bäume, mehrere umgestürzte Bauzäune und Straßenschilder gemeldet worden. Bisher sind 17 beschädigte Autos bekannt geworden. In einer Pressemitteilung sagt die Polizei Mainz: „Der Gesamtschaden beläuft sich nach derzeitigen Erkenntnissen auf einem niedrigen fünfstelligen Betrag. Personen kamen nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden.“

pol/mw

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © LUDWIGSHAFEN24/Jürgen Strieder 

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