Polizei und Feuerwehr im Dauer-Einsatz

Schlägerei, Brände, Verletzte! Die Bilanz der „ereignisreichen Silvesternacht“ in Rheinland-Pfalz

Bilanz der „ereignisreichen Silvesternacht“ in Rheinland-Pfalz (Symbolfoto)
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Bilanz der „ereignisreichen Silvesternacht“ in Rheinland-Pfalz (Symbolfoto)

Rheinland-Pfalz - Überall wird am Mittwoch das neue Jahr eingeläutet. In der Silvesternacht haben Feuerwehr und Polizei jedoch wieder einiges zu tun. Die Bilanz:

  • Rheinland-Pfalz feiert ins neue Jahr 2020
  • Zahlreiche Feuerwehr- und Polizeieinsätze
  • Polizei zieht positive Bilanz

Prooost, Neujahr! Am Mittwoch (1. Januar) feiern die Menschen in das neue Jahrzehnt. Es wird gelacht, angestoßen und einige Raketen in den Nachthimmel geschossen. Doch während die einen feiern, müssen die anderen arbeiten. Vor allem die Feuerwehr und Polizei haben in der Silvesternacht in Rheinland-Pfalz alle Hände voll zu tun, wie die Ereignisse zeigen.

Ludwigshafen: Feuerwehr im Dauer-Einsatz – große Schäden bleiben zum Glück aus 

Die Silvesternacht ist „sehr ereignisreich“, so die Feuerwehr Ludwigshafen in einer abschließenden Pressemitteilung. Insgesamt müssen die Einsatzkräfte 22-mal ausrücken. Noch vor dem Jahreswechsel sind sie unter anderem zu einem Gasgeruch im Stadtteil Rheingönnheim, einem Unfall mit einer Straßenbahn im Stadtteil Oggersheim ausgerückt. 

Um 22:40 Uhr ist ein Wohnungsbrand im Stadtteil Hemshof gemeldet. Vor Ort kann eine starke Verrauchung festgestellt werden. Die Ursache wird schnell ermittelt und die Einsatzstelle mit Be- und Entlüftungsgeräten der Feuerwehr Ludwigshafen entraucht werden. Um 22:47 Uhr werden die Kräfte zu einem Brand eines Carports in die Rohrlachstraße alarmiert. Der Brand des Nebengebäudes, in einem Hinterhof, wird durch die Feuerwehr Ludwigshafen gelöscht. Die Nachlöscharbeiten der Dachkonstruktion nehmen noch eine längere Zeit in Anspruch. Der Einsatz ist hier erst um 0:44 Uhr beendet. 

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Zum Jahreswechsel muss die Feuerwehr Ludwigshafen mehrere Einsätze kurz nach Mitternacht gleichzeitig abarbeiten. Insgesamt wird die Feuerwehr im Zeitraum von 0 Uhr bis 5 Uhr zu 12 Einsätzen gerufen, es handelt sich im Einzelnen um drei Gebüsch- und Flächenbrände, vier Müllbrände, zwei Alarmierungen von automatischen Brandmeldeanlagen, einen Balkonbrand, einem technischen Hilfeleistungseinsatz, sowie einer Nachschau nach einem gemeldeten Brand. Personen kommen bei diesen Einsätzen zum Glück nicht zu Schaden, ebenso gibt es keine größeren Sachschäden. In der Silvesternacht wird die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen durch die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte unterstützt. Auch die ersten Tage des neuen Jahrzehnts verlaufen erreignisreich für die Feuerwehr Ludwigshafen: Am 3. Januar kommt es zu einem Wohnungsbrand in einem Wohnblock im Stadtteil Gartenstadt. Glücklicherweise werden hier keine Personen verletzt, allerdings ist die Brandwohnung zunächst unbewohnbar.

Aufregung am 20. Januar in Ludwigshafen: Zunächst ereignet sich ein SEK-Einsatz aufgrund einer „unklarer Bedrohungslage“, wenige Stunden später muss die Feuerwehr zur Schillerschule ausrücken, da dort die Turnhalle brennt.

In Mannheim hingegen verläuft die Silvesternacht weitaus brutaler. Zwei Männer werden unter anderem bewusstlos geschlagen. Doch auch in Heidelberg sucht die Polizei nach Zeugen von schlimmen Vorfällen: So muss unter anderem ein ganzes Hochhaus evakuiert werden, weil dort ein Feuerwerk einen Brand verursacht hat. Rund drei Wochen später kann die Polizei die Verursacher ausfindig machen.

„Ereignisreiche Silvesternacht“ - Viele Einsätze in Kaiserslautern

Insgesamt erleben die Einsatzkräfte in Kaiserslautern eine gewohnt ereignisreiche Silvesternacht. Besonders herausragende Sachverhalte bleiben allerdings aus. Es kommt mehrfach zu alkoholbedingten Streitigkeiten und Körperverletzungsdelikten. Schwere Verletzungen sind bisher nicht bekannt. 

In der Innenstadt eskaliert ein seit längerem anhaltender Nachbarschaftsstreit.Beide Parteien feiern im Mehrfamilienhaus mit ihren Gästen Silvester. Dabei geraten die Partygäste in einen Streit. Über zehn Personen gehen plötzlich unter anderem mit einem Baseballschläger und einem Elektroschocker aufeinander los. Die Einsatzkräfte der Polizei kann die Streitenden trennen. Drei Personen erleiden leichte Verletzungen. Gegen drei 44, 33 und 18 Jahre alte, betrunkene Männer aus Kaiserslautern werden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Gegen 23:25 Uhr fängt in der Richard-Wagner-Straße der Balkon einer Arztpraxis an zu brennen. Durch die Feuerwehr wird eine Feuerwerksrakete als Ursache festgestellt. Kurz nach dem Jahreswechsel fängt in der Mainzer Straße eine Markise Feuer. Der Brand kann durch die Bewohner zügig gelöscht werden.

Im Stadtteil Hohenecken geht gegen 0:40 Uhr ein Mülleimer in Flammen auf. Das Feuer greift auf ein Wohnhaus über. Infolge des Brandgeschehens entsteht ein Schaden von etwa 10.000 Euro. In allen Brandfällen werden keine Person verletzt.

In der Marktstraße in Kaiserslautern kommt es bei einem Gastronomiebetrieb zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Zunächst geraten zwei junge Frauen und ein junger Mann aneinander. Beim Versuch der Schlichtung werden zwei Kräfte des hauseigenen Sicherheitsdienstes angegangen und verletzt. Infolgedessen mischen sich zahlreiche weitere Gäste in das Geschehen ein. Die herbeigerufene Polizei und Einsatzkräfte der amerikanischen Militärpolizei können den Streit schlichten. Es müssen fünf Personen zur Ausnüchterung in Polizeigewahrsam genommen werden. Die Polizei leitet mehrere Strafverfahren ein. Bei der Auseinandersetzung wird niemand schwer verletzt.

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Speyer: Betrunken und bekifft Auto gefahren – Verfahren gegen 21-Jährigen eingeleitet

Bei einem 18-jährigen Audi-Fahrer aus Hanhofen kann im Rahmen einer Kontrolle auf der B39 zwischen Speyer und Dudenhofen Alkoholgeruch festgestellt werden. Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest ergibt einen Wert von 1,25 Promille. Ihm wird eine Blutprobe entnommen, zudem wird ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr gegen den jungen Mann eingeleitet. Dem Mann wird außerdem die Weiterfahrt untersagt, sein Führerschein wurde sichergestellt. Weiterhin melden mehrere Verkehrsteilnehmer einen Schlangenlinien fahrendes Fahrzeug auf der B9 Richtung Germersheim. In der Iggelheimer Straße in Speyer kann das Fahrzeug festgestellt und einer Verkehrskontrolle unterzogen werden. Bei dem 21-jährigen VW-Fahrer ergibt ein Alkoholtest einen Wert von 1,43 Promille. Zudem kann beim Fahrer drogentypische Auffallerscheinungen festgestellt werden. Eine Blutprobe wird entnommen, der Fahrzeugschlüssel sichergestellt. Es stellt sich außerdem heraus, dass der Fahrer nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Ein Strafverfahren wird auch hier eingeleitet.

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In der Silvesternacht wird außerdem ein Brand in der Kleingartenanlage "Im Neudeck" in Speyer gemeldet. Dort gerät eine Gartenlaube mit angrenzendem Holzschuppen in Brand. Das Feuer kann durch die Feuerwehr Speyer noch vor dem Übergreifen auf angrenzende Gärten gelöscht werden, die Brandursache ist noch unklar. Es entsteht ein geschätzter Schaden von etwa 5.000 Euro.

Frankenthal: Streit wegen Silvesterraketen eskaliert – Mann in Klinik 

Noch vor dem Jahreswechsel, gegen 23 Uhr, kommt es zwischen feiernden Nachbarn in Frankenthal Eppstein zur einer handfesten Auseinandersetzung. Ein 35-Jähriger und ein 21-Jähriger geraten mit einem 59-jährigen Mann aus Frankenthal aufgrund des Umgangs mit Feuerwerkskörpern in Streit. Als sie ihn zur Rede stellen eskaliert die Situation. Durch anwesende Unbeteiligte können die Kontrahenten getrennt und die Situation geschlichtet werden. Der 59-Jährige wird aufgrund einer Platzwunde, zur ärztlichen Versorgung, in die Stadtklinik Frankenthal gebracht. Gegen die Beteiligten wird ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung sowie gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

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Zum Jahreswechsel werden dann die Polizisten unter anderem zu mehreren Einsätzen wegen des unsachgemäßen Umgangs mit Feuerwerk gerufen. Neben zweckentfremdeten Raketen, Böllerbewurf in Richtung von Fahrzeugen, Personen und Wohnungseingängen, werden auch zündelnde Jugendliche am Jakobsplatz gemeldet. Dort kann ein Brand bei den Müllcontainern des Edeka-Supermarktes festgestellt werden. Die verständigte Feuerwehr Frankenthal kann den Brand löschen. Nach erster Sichtung ist lediglich Müll verbrannt und somit kein Sachschaden entstanden. Die jungen Pyromanen können leider nicht festgestellt werden.

Wörth am Rhein: Mehrfamilienhaus an Silvester evakuiert

Kurz nach Mitternacht entwickelt sich in einem Müllcontainer im Kellerraum eines Mehrfamilienhauses in Wörth ein Brand. Aufgrund der Rauchentwicklung müssen insgesamt 44 Bewohner kurzzeitig evakuiert werden. Die Löschmaßnahmen werden erfolgreich durch die Feuerwehr durchgeführt. Verletzt wird auch hier glücklicherweise niemand. Die Ermittlungen hinsichtlich der Brandursache und der Sachschadenshöhe dauern an. Ob eine Rakete schuld an dem Brand in Wörth am Rhein ist, ist noch nicht klar. In Heidelberg und Umgebung haben sich ebenfalls viele Brandeinsätze ereignet. Viele sind durch Feuerwerksraketen verursacht worden. 

Hördt und Germesheim: Silvesterraketen verursachen Brände

Kurz nach dem Jahreswechsel wird in der Schulzenstraße in Hördt ein möglicher Dachstuhlbrand gemeldet. Vor Ort wird festgestellt, dass eine Abdeckung an einem Balkon kurz durch eine Feuerwerksrakete in Brand gerät, jedoch schnell gelöscht werden kann. Es entsteht lediglich geringer Sachschaden. Wenige Minuten später kommt es zu einem Balkonbrand in der Germersheimer Ludwig-Erhard-Straße. Hier hat eine Feuerwerksrakete Kartonteile auf einem Balkon in Brand gesetzt. Durch die Hitze zerspringt eine Fensterscheibe zum Wohnraum. In beiden Fällen sind die Freiwilligen Feuerwehren schnell zur Stelle und verhindern Schlimmeres.

Bad Dürkheim: Rakete entfacht Autobrand- Polizei sucht Zeugen 

Am frühen Neujahrsmorgen kommt es gegen 0:40 Uhr in der Gerberstraße in Bad Dürkheim zum Brand eines SUV der Marke VW. Der Brand, welcher vermutlich durch einen Feuerwerkskörper ausgelöst wurde, breitet sich schnell über das gesamte Auto aus, weshalb von einem Totalschaden in Höhe von etwa 20.000 Euro ausgegangen wird. Der Brand kann durch die Feuerwehr gelöscht werden, eine akute Gefahr für Personen bestand nicht.

Zeugen sollen sich bei der Polizeiinspektion Bad Dürkheim ☎ 06322/963-0 oder schriftlich unter pibadduerkheim@polizei.rlp.de melden.

Pirmasens: Silvesterparty endet in Schlägerei und Balkonbrand

Gegen 1:19 Uhr ereignet sich in Pirmasens eine Schlägerei. Zwei bisher unbekannte Männer geraten auf einer dortigen Silvesterfeier mit einem 23-jährigen und 28-jährigen Mann, beide aus Pirmasens, in Streit. Im Verlauf dessen werden dem 23-jährigen und 28-jährigen Mann in das Gesicht geschlagen. Vor Eintreffen der Polizei hatten sich die beiden Täter bereits von der Feier entfernt. Eine ärztliche Behandlung der beiden Männer ist nicht erforderlich.

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Gegen 0:19 Uhr kommt es in der Gerbergasse in Pirmasens zu einem Balkonbrand. Vor Ort muss durch die Feuerwehr die Tür zu der Wohnung geöffnet werden, da die Bewohnerin der Wohnung nicht zu Hause ist. Auf dem Balkon wird durch die Feuerwehr abgelegter Unrat festgestellt, welcher sich durch eine Feuerwerksrakete entzündet hat. Durch aufmerksame Nachbarn wird der Brand bereits von dem Nachbarbalkon aus gelöscht. Nach ersten Ermittlungen vor Ort entsteht kein Gebäudeschaden. Die Feuerwehr ist mit zwei Fahrzeugen und sechs Einsatzkräften vor Ort.

Silvester in Rheinland-Pfalz: Bilanz der Polizei 

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz zieht nach dem Jahreswechsel eine positive Silvesterbilanz. Im gesamten Zuständigkeitsbereich kommt es nach ersten Auswertungen zufolge zu insgesamt 16 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die im Zusammenhang mit Silvester stehen. 6 Strafanzeigen werden wegen Körperverletzungsdelikten entgegengenommen. 7-mal kommt es zu Sachbeschädigungen, einmal müssen die Beamten wegen Beleidigungen einschreiten. In einem Fall werden Strafanzeigen unter anderem wegen Eigentumskriminalität erstattet. In zwei Fällen ermittelt die Polizei gegen jugendliche Tatverdächtige. Es kommt zu insgesamt zwei Platzverweisen und vier Durchsuchungen. Bei zehn Personen wurde die Identität überprüft. Es kommt außerdem vermutlich durch umherfliegende Feuerwerkskörper zu Balkon-, Mülleimer- oder sonstigen Kleinbränden, die von der Feuerwehr gelöscht werden mussten.

Fazit: „Die Bürgerinnen und Bürger im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz verhielten sich überwiegend vernünftig und umsichtig“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Im Mannheimer Jungbusch eröffnet im August 2020 der Trinkerraum, um Trinkern eine zentrale Beratungsstelle anzubieten.

Auf dem Hemshof muss die Polizei zu einer Massenschlägerei ausrücken. Zwei verfeindete Familien prügeln dort auf sich ein. Die Bilanz der Tat: 20 Personen sind an der Tat beteiligt, 11 werden verletzt.

pol/jol

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