Ekelhaft oder innovativ?

Würmer statt Rindfleisch? Diesen Burger gibt‘s bald bei Rewe

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Ab sofort findest Du auch einen Insektenburger bei Rewe. (Symbolfoto)

Rhein-Neckar-Region - Burger gehören zu dem beliebtesten Fast Food der Deutschen. Doch jetzt kommt ein Burger in die Supermarkt-Regale, der besonders außergewöhnlich ist:

Was in vielen anderen Kulturen schon längst als Delikatesse zählt, war bei uns gesetzlich verboten: Insekten als Lebensmittel!

Doch damit ist es nun vorbei - am 1. Januar 2018 wird ein neues Gesetz verabschiedet, das Insekten als Nahrungsmittel erlaubt. Durch die neue Verordnung ist es nun möglich, entsprechende Insektenarten, zum Beispiel Mehlwürmer, sowohl am Stück als auch verarbeitet zu verkaufen. Davon profitiert jetzt vor allem eine Firma: Bugfoundation.

Diese hat nämlich Deutschlands ersten Insektenburger entwickelt - und der wird jetzt auch in deutschen Supermärkten angeboten! Bisher hat das Startup aus Osnabrück sein Produkt nur in den Niederlanden und Belgien verkauft.

Der neue Insektenburger bei REWE

Seit einigen Wochen liegt der Insektenburger nun schon in Regalen der deutschen Rewe-Märkte. Angefangen hat es in Aachen, inzwischen kann man ihn aber auch in vielen anderen Filialen kaufen – auch in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen?

„Auf jeden Fall!“, bestätigt Baris Özel, einer der Geschäftsführer von bugfoundation auf Anfrage von MANNHEIM24. „Wir haben schon extrem viele Anfragen von Supermärkten, unsere Maschinen laufen auf Hochtouren!“

Wann genau auch wir in der Metropolregion den Insektenburger probieren können, ist noch nicht ganz klar, aber laut Özel „so schnell wie möglich!“

Was ist da überhaupt drin?

Wer sich die Packung anschaut, sieht auf den ersten Blick einen ganz normalen Burger: Brötchen, Tomaten, Zwiebeln, Gurken, Salat - und ein Fleischpatty. Die Boulette sieht aus wie jedes normale Burgerfleisch, wenn da nicht der Name wäre: „Deutschland erster Insektenburger - Insektenburger aus Buffalowürmern mit Bio-Soja

Hört sich beim Lesen vielleicht nicht so lecker an, doch in vielen anderen Ländern stehen Insekten ganz normal auf dem Speiseplan wie Schwein, Rind und Hähnchen.

Der Burger ist laut Hersteller reich an Proteinen und ungesättigten Fetten und frei von künstlichen Zusatzstoffen und soll aus Wasser, Buffalowurm-Sojaprotein, Rapsöl, Zwiebeln, Eiklar, Tomatenmark, Sojasauce, Senf, Kartoffelstärke, Gewürze, Salz, Zitronensaft und Petersilie bestehen.

Die verwendeten Buffalowürmer sind Larven von Getreifeschimmelkäfern. Die Berliner Zeitung berichtet, dass sie von einem Insektenzüchter aus den Niedelranden stammen. 

Zu sehen ist von den Insekten nach der Verarbeitung nichts mehr - obwohl für ein Patty circa 1000 gemahlene Maden verwendet werden.

Und wie schmeckt der Burger?

Den Burger beschreibt das Unternehmen auf seiner Webseite als „aromatisch, wunderbar knusprig von außen und trotzdem saftig“. Das Buffalowurm-Patty hat wohl einen leichten nussigen Geschmack und passt sehr gut zu einer Barbecue-Soße.

Passanten, die das ‚Burgerfleisch‘ bei der Einführung im Rewe Aachen probiert haben, fanden es lecker. Auch ein Restaurant in Brüssel hat den Burger fest in seine Speisekarte aufgenommen und seine Fans gefunden.

„Die Resonanz ist extrem gut! In Aachen sind innerhalb von kürzester Zeit 400 Burger verkauft worden, was super viele sind“,erzählt Baris, weshalb die Burger jetzt bald überall in Deutschland erhältlich sein sollen.

Sind Insekten die neue Zukunft?

Der Insektenburger schmeckt nicht nur gut -  er ist auch umweltschonend und gesund, wie ARD berichtet!

Die Würmer werden in Massentierhaltung gezüchtet, so wie sie auch in der Natur leben und es werden keine Antibiotika oder andere Mittel verwendet. Insekten haben kaum Kalorien und enthalten viel mehr gesunde Fette als Rindfleisch, jede Menge Vitamine und Eiweiße und Proteine, die schneller vom Menschen aufgenommen werden können. 

Und was die Umwelt betrifft, einfach mal ein paar Vergleiche:

Für ein Kilo Rindfleisch werden für die Zucht ungefähr acht Kilo Futtermittel benötigt. Für ein Kilo Insekten braucht man nur zwei Kilo Futter.

Von Insekten können circa 80 Prozent gegessen werden, Rindfleisch ist nur zu 40 Prozent verwertbar. 

Auch beim Wasserverbrauch schneiden die Krabbeltiere besser ab als die Säuger: 

Für ein Kilogramm Rindfleisch sprechen manche von einer Wasserverwendung von 15.500 Liter! Ein komplettes Rind benötigt also für die Zucht und Produktion 10,075 Millionen Liter Wasser! In diesen Zahlen steckt nicht nur das Wasser, das die Tiere zu sich nehmen, sondern die komplette Wasserverwendung, die bei der Zucht benötigt wird. 

Insekten im Gegensatz dazu brauchen nur einen Liter Wasser pro Kilogramm Insektenmasse, da sie einen Großteil der Flüssigkeit, den sie benötigen, aus ihrer Nahrung nehmen.

Pro Tag erzeugt ein Rind 235 Liter Methangas und während der Produktion von einem Kilogramm werden 14,8 Kilo CO2 freigesetzt. Erzeugtes Methangas bei der Insektenzucht kann auf einem Bruchteil reduziert werden und auch die Produktion benötigt circa 100 Mal weniger als die von Rindfleisch.

Insekten zu essen scheint also wirklich gesund, umweltschonend und auch lecker zu sein! Auch wenn man sich in der westlichen Welt unter einer Insekten-Mahlzeit zuerst was ekliges, krabbliges vorstellt – Warum nicht? 

Vielleicht werden Insektenburger und andere Insektenprodukte wirklich irgendwann völlig selbstverständlich auf unseren Tellern landen.

cet

Quelle: Mannheim24

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