Neue Notunterkunft in Weinheim

Kreis muss im Oktober über 1.000 Flüchtlinge aufnehmen

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Der Rhein-Neckar-Kreis wird im Oktober über 1.000 Flüchtlinge aufnehmen (Symbolfoto).

Rhein-Neckar-Kreis - Baden-Württemberg hat seine Zuweisungspraxis an Kreise und Kommunen geändert und die Aufnahmezahlen deutlich erhöht. Deswegen entsteht in Weinheim eine neue Notunterkunft.

Stefan Becker, Leiter des Ordnungsamts des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis, erklärte am Mittwoch, dass sich die Zuweisungspraxis des Landes Baden-Württemberg geändert habe. 

Statt wie bislang monatsweise, seien Zuweisungen künftig wöchentlich abzunehmen. Zusätzlich wurde die Zahl der wöchentlich von den Kreisen aufzunehmenden Flüchtlinge deutlich erhöht.

Für den Rhein-Neckar-Kreis bedeutet das eine konkrete Aufnahmeverpflichtung von 1.138 Flüchtlingen für den Monat Oktober. „Dafür reichen die vorhandenen und geplanten Kapazitäten in den Unterkünften des Rhein-Neckar-Kreises nicht aus,“ sagt Becker.

Winzerhalle in Lützelsachsen wird Notunterkunft

In der Winzerhalle in Weinheim-Lützelsachsen werden 120 Asylsuchende untergebracht.

Da sich die Belegung des Druckhauses der DiesbachMedien ( WIR BERICHTETEN) wegen des Einbaus der Sanitäreinrichtungen verzögert, muss der Kreis jetzt auf die Winzerhalle in Lützelsachsen als Notunterkunft für Flüchtlinge zurückgreifen. Dort werden ab Donnerstag, 16. Oktober, 120 Asylsuchende unterkommen. 
Bereits in der vergangenen Woche hat der stellvertretende Landrat, Joachim Bauer, Oberbürgermeister Heiner Bernhard über die Hallenbelegung informiert. 
Nach Angaben des Kreises ist die Halle noch voll funktionsfähig, verfügt über ausreichend Toiletten und Duschen und ist im Winter beheizbar. In der Winzerhalle werden zunächst alleinstehende Männer untergebracht: „Wir werden die Halle in einzelne Parzellen aufteilen und diese mit Feldbetten und Spinde bestücken“, so Stefan Becker. 

Ein Caterer werde sich um die Verpflegung und ein Security-Dienst um die Sicherheit der in der Winzerhalle untergebrachten Menschen kümmern. 

Für die nächsten Wochen bereitet das im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis für die Flüchtlingsunterbringung zuständige Ordnungsamt die Notunterbringung weiterer Flüchtlinge vor.

Angespannte Situation im Kreis

Die Lage ist mehr als angespannt“, stellt der Landratsstellvertreter Joachim Bauer fest: „Wir müssen jetzt gemeinsam mit den Kommunen alle Kräfte bündeln, um weitere Unterkünfte in kürzester Zeit bereitzustellen.“ 

So soll zumindest zum jetzigen Zeitpunkt die Belegung weiterer Kreissporthallen bei den Berufschulzentren in Schwetzingen, Sinsheim und Weinheim vermieden werden. Gebraucht werden große Unterkünfte und leerstehende Hallen, die schnell bezogen und nicht noch zuvor aufwändig umgebaut oder saniert werden müssen. 

Mit Blick auf die kurzfristige Belegungsanforderungen bittet das Landratsamt die Bevölkerung um Verständnis, wenn nicht in jedem Fall ausführlich und vorab über die Neubelegung weiterer Flüchtlingsunterkünfte informiert werden kann: „Bei den sich fast täglich ändernden Zuweisungszahlen bleibt uns keine Reaktionszeit mehr. Jede Belegungsentscheidung wird damit zur Eilentscheidung“, erklärt Bauer. 

Ein lobendes Wort findet Bauer für das Engangement der haupt- und ehrenamtlichen Helfer in Weinheim und im Kreis: „Wir danken den kreisangehörigen Städten und Gemeinden sowie allen engagierten Menschen, die uns bei der Bewältigung dieser Mammutaufgabe unterstützen. Sie tragen dazu bei, dass allen Flüchtlingen auch unter den derzeit schwierigen Umständen, zumindest Obdach gewährt und eine angemessene Versorgung gewährleistet werden kann.

Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis/rmx

Quelle: Mannheim24

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