Feuerwehr im Dauer-Einsatz

In unserer Region: Über 740 Einsätze an Silvester – die krasse Bilanz zu Neujahr 

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Großbrand in der Silvesternacht in Keltern: Garagenbrand greift auf Wohnhaus und Dachstuhl über

Überall in der Region wird in der Silvesternacht geböllert, gefeiert und angestoßen. Doch leider geht die Feierei nicht immer gut aus. Es ereignen sich viele Brände:

  • Die Region feiert Silvester 
  • Viele Einsätze von Feuerwehr und Polizei
  • Raketen verusachen zahlreiche Brände
  • Hochhaus in Heidelberg (Emmertsgrund) evakuiert

Am Mittwoch (1. Januar) beginnt nicht nur ein neues Jahr, sondern auch ein neues Jahrzehnt. Das muss natürlich gefeiert werden, deshalb steigen überall in der Region Silvesterpartys. Doch egal, ob im großen Kreis oder nur mit den engsten Freunden oder Familie, am Ende wird um 0 Uhr angestoßen und umarmt. Manche lassen dann auch noch ein paar Feuerwerksraketen in den Himmel steigen. 

Silvester in der Rhein-Neckar-Region - die Einsätze von Feuerwehr und Polizei

Doch während die einen gemütlich feiern, haben Feuerwehr und Polizei an Silvester immer alle Hände voll zu tun. Denn in der Nacht auf Neujahr ereignen sich immer kleinere und größere Einsätze. 

Auch in Heidelberg kommt es zu vielen Einsätzen in der Silvesternacht: So muss unter anderem ein ganzes Hochhaus evakuiert werden, weil dort ein Feuerwerk einen Brand verursacht hat. Rund drei Wochen später kann die Polizei die Verursacher ausfindig machen.

>>> Eine ausführliche Bilanz zu den Silvestervorfällen in Heidelberg findest Du hier

Rauenberg: Gebäude steht an Silvester in Vollbrand – Rakete schuld?

Rauenberg: Auch in Rauenberg wird die Feuerwehr wegen eines Brandes alarmiert. Gegen 1:45 Uhr brennt ein Scheuenanbau sowie ein hölzerner Geräteschuppen in der Straße ,Im Brühl'. Als die Einsatzkräfte eintreffen, steht das Gebäude bereits in Vollbrand. Die Flammen zerstören zwei Autos, Personen kommen nach ersten Informationen glücklicherweise nicht zu Schaden. Allerdings ist der Anbau durch das Feuer in Rauenberg einsturzgefährdet. 

Brand in der Silvesternacht in Rauenberg

Während der Löscharbeiten müssen neben den betroffenen Bewohnern auch Anwohner ihre Wohnungen verlassen, können teilweise aber nach der Löschung des Feuers um 3:10 Uhr wieder in diese zurückkehren. Die Bewohner des angrenzenden Hauses, an denen sich der mittlerweile völlig ausgebrannte Anbau befindet, können vorerst nicht in das durch den Brand beschädigte Haus zurückkehren. Es entsteht ein Sachschaden von mehr als 150.000 Euro.

Die Ermittlungen zur Ursache laufen. Auch hier könnte eine Rakete den Brand verursacht haben. Insgesamt sind 80 Kräfte der Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in Rauenberg im Einsatz. 

In Mannheim ereignen sich unfassbar brutale Vorfälle an Silvester. Mehrere Menschen müssen ins Krankenhaus, zwei Männer werden sogar bewusstlos geschlagen.

Eppingen: Feuerwerkskörper entzündet Brand in Keller

Eppingen: Gegen 0:25 Uhr muss die Feuerwehr Eppingen ebenfalls zu einem Brand in der Zäbergäustraße ausrücken. Mehrere Zeugen melden zuvor eine starke Rauchentwicklung aus einem Haus. Laut einem Sprecher der Polizei Heilbronn, ist vermutlich ein Feuerwerkskörper in die Kellerräume des Hauses geraten und hat Feuer entzündet. Der Brand in Eppingen kann schnell unter Kontrolle gebracht werden. Es entsteht glücklicherweise nur ein kleiner Schaden. 

Silvester: Großeinsatz in Keltern – Dachstuhlbrand hält Feuerwehr in Atem 

Keltern (Enzkreis): Auch im Ortsteil Weiler ereignet sich in der Silvesternacht ein Großbrand. Gegen 2 Uhr bricht das Feuer aus, die Polizei hat bereits die Ermittlungen aufgenommen und will prüfen, ob auch hier ein Silvesterkracher das Feuer verursacht hat. Möglich könnte aber auch Brandstiftung oder ein technischer Defekt sein. 

Um den Brand zu löschen, muss ein Großaufgebot von der Feuerwehr eintreffen, da sich die Flammen bereits auf ein Haus und den Dachstuhl ausgebreitet haben. Mit zwei Drehleitern und weit über 60 Einsatzkräften geht die Feuerwehr gegen das Feuer vor, so dass der Brand zwar zügig unter Kontrolle gebracht werden kann, die Löscharbeiten werden jedoch noch mehrere Stunden andauern. Aufgrund der Minusgrade hat die Feuerwehr damit zu kämpfen, dass Löschwasser gefriert und eine glatte Eisschicht bildete. 

Karlsruhe: Mehrere Einsätze in der Silvesternacht – Raketen verursachen Brände

Die Polizei Karlsruhe führt bereits am frühen Abend Präsenz- und Kontrollmaßnahmen durch. Insgesamt sind über 250 Polizisten im Dienst, die insgesamt circa 500 Einsätze zu bewältigen haben. Es werden über die Nacht nach bisherigen Erkenntnissen elf Körperverletzungs-, neun Diebstahls-, elf Sachbeschädigungs- und vier Widerstandsdelikte zur Anzeige gebracht. Gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz werden 15 Verstöße zur Anzeige gebracht. Insgesamt 38 Platzverweise müssen ausgesprochen werden, 25 Ruhestörungen sind zu verzeichnen. Vier Personen werden festgenommen, zehn Personen müssen die Nacht im Polizeigewahrsam verbringen. Es kommt zu insgesamt 14 Verkehrsunfällen, zudem werden bei Verkehrskontrollen 14 Trunkenheitsfahrten mit einem Spitzenwert eines PKW-Fahrers von knapp zwei Promille festgestellt. Die Polizei muss zu mehr als 20 Einsätzen wegen kleineren Bränden ausrücken.

Auch in Rheinland-Pfalz muss die Feuerwehr oft ausrücken, denn auch hier entfachen an Silvester viele Feuer.

Karlsruhe, Durlach-Aue: Der Brand mehrerer Müllcontainer fordert den Einsatz der Feuerwehr in Karlsruhe Durlach-Aue in der Silvesternacht. Gegen 2:45 Uhr werden die Einsatzkräfte in die Adresse ,Auf den Lohn' nach Durlach-Aue alarmiert. Dort brennen mehrere Müllcontainer in einem Müllunterstand vor dem dortigen Mehrfamilienhaus - ausgelöst durch Silvesterböller.

Silvesterkracher sorgt für Brand in Karlsruhe: Mehrere Müllcontainer in Unterstand stehen bei Durlach-Aue in Vollbrand

Mit einem Rohr unter Atemschutz kann das Feuer rasch bekämpft werden. Die Müllcontainer werden auseinander gezogen und mit der Wärmebildkamera kontrolliert und abgelöscht. Die Berufsfeuerwehr Karlsruhe und die Freiwillige Feuerwehr Durlach-Aue sind mit insgesamt zwei Löschfahrzeugen im Einsatz.

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Karlsruhe-Mühlburg: Ein größerer Brand an einem Mehrfamilienhaus fordert den Einsatz der Feuerwehr Karlsruhe in der Silvesternacht gegen 1:45 Uhr im Stadtteil Mühlburg. Im Innenhof eines Mehrfamilienhauses in der Fliederstraße steht ein größerer Müllunterstand direkt am Gebäude komplett in Vollbrand. Beim Eintreffen der Feuerwehr schlagen bereits Flammen aus dem Müllunterstand in die Höhe. Sofort werden eine massive Brandbekämpfung über mehrere Rohre eingeleitet. Ein Übergriff der Flammen kann verhindert werden. Das Mehrfamilienhaus wird vorsorglich evakuiert.

Brand in Karlsruhe-Mühlburg: Großer Müllunterstand direkt an Mehrfamilienhaus steht in der Silvesternacht komplett in Vollbrand

Die Berufsfeuerwehr Karlsruhe ist mit einem Löschzug und die Freiwillige Feuerwehr Mühlburg mit einem Löschfahrzeug im Einsatz. Verletzt wird glücklicherweise niemand. Die Polizei war mit einem Streifenwagen im Einsatz.

Silvester-Tragödie: Familie verliert ihr Zuhause

Griesheim (Landkreis Darmstadt-Dieburg): Kurz nach Beginn des neuen Jahres meldet ein Nachbar einen Dachstuhlbrand an einem gegenüberliegenden Wohnhaus in der Schöneweibergasse. Die drei Bewohner (Ehepaar mit 12-jährigem Kind) haben das Gebäude bei Eintreffen der Rettungskräfte bereits verlassen. Der 34-jährige Mann hat sich beim Löschversuch eine leichte Brandverletzung an der Hand zugezogen und muss deswegen in ein Darmstädter Krankenhaus gebracht werden. Das Haus ist nach dem Brand vorerst nicht bewohnbar. Die Frau und das Kind sind für die Nacht bei Bekannten untergekommen. Die Löscharbeiten der Feuerwehr Griesheim dauern insgesamt mehr als zwei Stunden. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 50.000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen zur Brandursache werden am morgigen Donnerstag durch die Kriminalpolizei weitergeführt.

Silvesternacht: Weitere Einsätze in der Region

Bereits um kurz vor 21 Uhr gerät in der Daimlerstraße in Oftersheim ein Fahrradunterstand in Brand, nachdem dort durch Unbekannte Feuerwerkskörper gezündet werden. Eine Tonne mit Wertstoffmüll fängt Feuer, wodurch nicht nur der Unterstand, sondern auch sieben Fahrräder beschädigt werden. Aufgrund der Hitzeentwicklung werden auch zwei geparkte Autos in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Freiwillige Feuerwehr Oftersheim wird das Feuer gelöscht. Es entsteht ein Sachschaden von mindestens 10.000 Euro. Von den Verursachern fehlt bislang jeder Spur.

In Dossenheim fangen zwei Tannen in einem Garten in der Maria-Montessori-Straße Feuer. Ursächlich für den Brand, der um 0:19 Uhr von Zeugen gemeldet wird, ist nach ersten Erkenntnissen ein Brandgeschoss einer Feuerwerksbatterie. Die Bäume werden durch die Freiwillige Feuerwehr Dossenheim schnell abgelöscht - verletzt wird niemand.

In Sandhausen kommt es um kurz nach 2 Uhr zu einem Brand in einer Tiefgarage. Ein Hausbewohner des betroffenen Anwesens in der Heidelberger Straße hat die Reste abgebrannter Feuerwerkskörper in einer Mülltonne entsorgt. Der teilweise noch glimmende Müll entfacht ein Feuer in der Tonne, die in der Tiefgarage abgestellt wurde. Durch die Hitze wird ein geparktes Auto beschädigt. Es entsteht ein Sachschaden von 1.000 Euro.

Unruhige Neujahrsnacht für Rettungsdienst und Feuerwehren im Rhein-Neckar-Kreis 

Die Neujahrsnacht im Rhein-Neckar-Kreis stellt Rettungsdienste und Feuerwehren wieder vor einige Herausforderungen. Insgesamt verzeichnet die Integrierte Leitstelle Rhein-Neckar 240 rettungsdienstliche Einsätze zwischen 23:30 Uhr und 6:30 Uhr. Die Zahl der Einsätze ist damit im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. 

In den meisten Einsätzen der Silvesternacht versorgten die Rettungsdienstmitarbeiter Patienten, die aufgrund von überhöhtem Alkoholkonsum Hilfe benötigten. Wir hatten aber auch mehrere Einsätze, bei denen Feuerwerkskörper beziehungsweise Böller in Händen explodiert sind“, sagt Udo Dentz von der Leitstellenleitung. In Heidelberg kommt es zudem in einer Diskothek zu einer Auseinandersetzung mit einer Stichverletzung. Auf der A5 bei Walldorf müssen die Rettungskräfte vier Verletzte nach einem schweren Verkehrsunfall versorgen. 

Eine unruhige Nacht haben auch die Feuerwehren im Rhein-Neckar-Kreis: Sie rücken insgesamt 31-mal aus, davon zumeist zu kleineren Einsätzen wie brennende Müllcontainer oder Hecken. „Insgesamt wurden im Jahr 2019 durch unsere Mitarbeiter der ILS RheinNeckar rund 208.000 (207.960) rettungsdienstliche und rund 6.000 (5.917) Feuerwehr-Einsätze koordiniert“, zieht Leitstellenleiter Udo Dentz Bilanz.

pri/er24/jol

Quelle: Mannheim24

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