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Ramstein: Über 14.500 Evakuierte aus Afghanistan – so lange werden Flüge noch fortgesetzt

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Von: Eliran Kendi

Die USA nutzen ihren riesigen Militärstützpunkt im pfälzischen Ramstein als Drehkreuz für die Evakuierung von Schutzsuchenden aus Afghanistan. So viele sind bereits gelandet:

Update vom 26. August: Mehr als 14.500 Evakuierte aus Afghanistan sind bis Donnerstag auf der Air Base Ramstein in Rheinland-Pfalz gelandet. Das teilt der weltweit größte US-Luftwaffenstützpunkt außerhalb Amerikas mit. Ramstein nahe Kaiserslautern ist seit vergangenem Freitag (20.8.) ein Drehkreuz für Geflüchtete aus Afghanistan. Etwa 55 Flugzeuge der United States Air Force seien auf der Air Base eingetroffen, berichtet ein Sprecher des Stützpunkts. Mehr als 3.500 Evakuierte seien mit etwa 16 Flügen in die USA weitergereist. „Die Flüge werden voraussichtlich das ganze Wochenende über fortgesetzt.“

Schutzsuchende wie etwa ehemalige Ortskräfte der USA in Afghanistan und ihre Familien, die aus Angst vor den Taliban ihre Heimat verlassen, kommen zunächst in Zelten und Flugzeughangars der Air Base unter. Sie werden registriert und bei Bedarf medizinisch behandelt. In der US-Militäranlage Rhine Ordnance Barracks in Kaiserslautern werden Menschen aus Afghanistan ebenfalls vorübergehend beherbergt.

USA nutzen Air Base Ramstein für Evakuierungen aus Afghanistan

Erstmeldung vom 20. August: Die Air Base werde „temporär für den Transit von schutzsuchenden Personen aus Afghanistan in die USA genutzt“. Das habe die Bundesregierung mit den USA vereinbart, teilt Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag in Berlin mit. „Wir sind uns mit allen Partnern vor Ort einig, dass kein Platz auf unseren Flugzeugen leer bleiben soll“, sagt Maas einer Mitteilung zufolge. „In Zukunft werden daher neben den Fliegern der Bundeswehr auch auf US-Flügen nach Ramstein Deutsche oder von uns benannte Personen evakuiert werden.

Genauso fliegen wir auf unseren eigenen Evakuierungsflügen Staatsangehörige verschiedenster Nationen aus Kabul aus. Damit steigern wir unsere gemeinsamen Transportkapazitäten und entlasten die Luftbrücke zwischen Kabul und Taschkent.“ Der Fokus liege darauf, so viele Menschen aus Kabul zu evakuieren, wie das unter den sehr schwierigen Umständen möglich sei, sagt Maas.

Obgleich sich die Lage rund um den Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul etwas beruhigt hat, bleibt die Situation chaotisch. Einheimische Helfer deutscher Organisationen berichteten am Donnerstag (19. August) von verstopften und teils unpassierbaren Straßen.

Die dramatische Lage am Hindukusch treibt viele Afghanen aus dem Land. Deshalb bereitet man sich in Deutschland auf die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge vor – so auch Heidelberg. Den mit Abstand größten Teil an Schutzsuchenden hat die US-Armee evakuiert. Nach Angaben des Pentagons sind das seit Samstag (14. August) 7.000 Menschen.

Ramstein hat für die USA eine wichtige Funktion

Ramstein nahe Kaiserslautern gilt als einer der wichtigsten militärischen Transport- und Frachtflughafen der US-Streitkräfte in Europa. In der Air Base sollen dem Vernehmen nach US-Staatsangehörige und Ortskräfte aus Afghanistan auf ihren Weiterflug in die USA vorbereitet werden. Erwartet werden demnach mehrere Tausend Menschen. (dpa/esk)

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