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Polizistenmorde bei Kusel: Kurt Beck verurteilt Tat – und gibt Videospielen Mitschuld

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Von: Daniel Hagen

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Kusel - Nach dem Doppelmord an zwei Polizisten äußert sich der ehemalige Ministerpräsident Kurt Beck zu der Tat. Er verurteilt die wachsende Gewalt – und gibt Killerspielen die Schuld!

Auch mehrere Tage nach dem grausamen Doppelmord an zwei Polizisten in Kusel sitzt der Schock noch tief. Am Freitag (4. Februar) wird es für den 29 Jahre alten Oberkommissar und die 24 Jahre alte Polizeianwärterin eine bundesweite Schweigeminute geben. Anschließend werden sich Angehörige und Kollegen bei einer nicht öffentlichen Trauerfeier von den beiden Beamten verabschieden. An der Zeremonie werden auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landesinnenminister Roger Lewentz teilnehmen. Eine offizielle Trauerfeier ist für einen späteren Zeitpunkt geplant. Zahlreiche Politiker haben sich bereits zu der Tat geäußert.

NameKusel (Rheinland-Pfalz)
Fläche14,37 km²
Bevölkerung4.950 (31. Dez. 2008)
BürgermeisterJochen Hartloff (SPD)

Kusel: Kurt Beck äußert sich zu Polizisten-Morden

Die Polizisten sind am Montagmorgen (31. Januar) erschossen worden, weil sie das Fahrzeug von zwei mutmaßlichen Wilderern kontrolliert haben. Die Verdächtigen im Alter von 32 und 38 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Wie Lewent berichtet, handele es sich bei dem Einsatz um etwas, was bereits in der Ausbildung gelehrt wird. Aufgrund der dramatischen Todesfolge werde der Verlauf nun genau ausgewertet und bewertet. Die Ergebnisse sollen dann in die Polizeiausbildung hineinfließen. „Dass man auch bei Kontrollen solche Gewaltexzesse vor Augen haben muss, die man bis dato in Rheinland-Pfalz nicht kannte.“

Zwei Polizisten bei Kusel getötet
Kurt Beck äußert sich zu den Polizisten-Mord in Kusel. (Fotomontage) © Harald Tittel/Gregor Fischer/dpa

Mittlerweile hat sich auch Malu Dreyers Vorgänger Kurt Beck zu dem tragischen Verbrechen geäußert. Der 72-Jährige war von 1994 bis 2013 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. „Eine solche Rohheit hat auch etwas damit zu tun, dass wir insgesamt schrittweise Übergriffe hingenommen haben“, sagt Beck und findet auch einen klaren Schuldigen. Dabei handelt es sich um das Internet und bestimmte Videospiele, durch die die Brutalität in die Gesellschaft schleiche und die Hemmschwelle für Gewalt senke. Daher brauche man eine Debatte darüber, was im Internet akzeptiert und toleriert werden solle. Die Polizei Rheinpfalz hat mittlerweile auch eine Ermittlungseinheit gegen Hasskommentare im Netz gegründet.

Kusel: Kurt Beck sieht Schuld bei Videospielen

Damit öffnet Kurt Beck erneut die Schublade der „Killerspiele“. Dieser Begriff wird seit 1999 immer wieder genannt, wenn es zu Amokläufen oder großen Gewalttaten kommt. Besonders Shooter, bei den es darum geht, Gegner zu erschießen, sollen laut dem bayerischen Innenminister Günther Beckstein und zahlreichen anderen Politikern und Experten dafür sorgen, dass sich Menschen radikalisieren.

Studien widersprechen diesem Vorwurf allerdings. Trotzdem hält sich das Bild des Amokläufers, der in seiner Freizeit nur „Counter Strike“ spielt und daher kein Problem damit hat, auf echte Menschen zu schießen, bis heute. Ob die beiden mutmaßlichen Wilderer überhaupt Videospiele spielen, ist zudem überhaupt nicht bekannt!

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