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Mutterstadt: Wegen Corona-Test! Bürgermeister von AfD-Politiker attackiert

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Von: Peter Kiefer

Schlägerei
Der Mutterstadter Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) wurde von einem AfD-Politiker ins Gesicht geschlagen. (Symbolfoto) © dpa/picture alliance

Mutterstadt – Weil ein AfD-Politiker vor einer Kreistagssitzung keinen Corona-Test machen will, entsteht ein handfester Skandal: Er schlägt dem Bürgermeister ins Gesicht!

Unfassbarer Zwischenfall am Rande einer Kreistagssitzung des Rhein-Pfalz-Kreises im pfälzischen Mutterstadt: Als sich ein Mitglied der AfD-Kreistagsfraktion einem Corona-Schnelltest als Zugangsvoraussetzungen zum Veranstaltungszentrum Palatinum widersetzt hat, eskaliert die Lage langsam. Denn auch alternativ als vollständig geimpft oder genesen wollte er sich mit dem Hinweis „Ich bin gesund“ nicht ausweisen.

GemeindeMutterstadt
LandkreisRhein-Pfalz-Kreis
Fläche20,49 km²
Einwohnerzahl12.885 (Stand 31. Dez. 2020)
BürgermeisterHans-Dieter Schneider (SPD)

Als Verwaltungsmitarbeiter jedoch weiter auf einem negativen Corona-Nachweis bestehen, geht‘s plötzlich rund! Zunächst habe der uneinsichtige AfDler eine Acrylglaswand umgestoßen und zwei Desinfektionsspender zu Boden geschleudert, wie der Mannheimer Morgen unter Berufung auf Augenzeugen vor Ort berichtet. Dadurch ist der Parkettboden beschädigt worden. Nach wüsten Beschimpfungen ist der Aggressor schließlich aus der Halle abgedampft.

Mutterstadt: Bürgermeister will Randalierer zur Rede stellen – und wird attackiert

Durch den Lärm im Foyer aufgeschreckt, will Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) den Randalierer zur Rede stellen, den er zunächst von hinten gar nicht erkannt hat. Er folgt ihm auf den Parkplatz. Als der Bürgermeister den AfD-Mann auf den entstandenen Schaden samt Begleichung der Reparaturkosten anspricht, keift dieser ihn mit den Worten „Was willst Du denn von mir?“ frech an und schlägt ihm unvermittelt ins Gesicht! Die Folge: Eine stark blutende Schürfwunde an der Nase, die von einem Arzt versorgt werden musste..

Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD).
Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). © SPD Vorderpfalz

Einen Versuch, ihn auch noch zu treten, habe Bürgermeister Schneider erfolgreich abwehren können, indem er sein Bein festgehalten habe, so das Gemeinde-Oberhaupt zum Mannheimer Morgen. Daraufhin sei der Angreifer in sein Auto gestiegen und haben den Tatort verlassen. Hätte sich Schneider beim Schlag nicht weggedreht, wäre er wohl wesentlich härter getroffen worden

Immerhin: Die anderen AfD-Fraktionsmitglieder haben sich bei Bürgermeister Hans-Dieter Schneider persönlich für das Verhalten des Kollegen entschuldigt, der zuvor in seiner 14-jährigen Amtszeit noch nie Ähnliches am eigenen Leibe erfahren musste.

Mutterstadt: Mannheimer SPD geschockt über Angriff auf Pfälzer Genosse

Geschockt über den tätlichen Angriff zeigt sich die SPD in Mannheim, die von dem Eklat bei ihrem eigenen Kreisparteitag erfahren hat. „Wir verurteilen diese Gewalt gegen gewählte Amtsträger aufs Schärfste. Unsere Unterstützung und Solidarität gilt unseren Genossen Hans-Dieter Schneider. Wir wünschen Ihm eine zügige Genesung“, erklärt SPD-Vorsitzender Stefan Fulst-Blei.

Stefan Fulst-Blei
Auch Mannheims SPD-Vorsitzender Stefan Fulst-Blei ist entsetzt über die Attacke. (Archivfoto)  © picture alliance/dpa

Und Isabel Cademartori, die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, ergänzt: „Immer wieder sehen sich Kommunalpolitiker physischer und verbaler Gewalt von Rechts ausgesetzt. Dass der Auslöser für den Gewaltausbruch die Weigerung des AfD-Mitglieds war, sich an den Maßnahmen zur Pandemie Bekämpfung zu beteiligen um andere zu schützen passt ins Bild einer in radikalen Verschwörungsdenken verfangenen, zunehmend gewalttätigen, politischen Rechten. Umso wichtiger ist es, dass wir uns als Demokraten und Kommunalpolitiker gegenseitig unterstützen.

Mutterstadt: Polizei ermittelt gegen AfD-Politiker

Der Ausraster bleibt wohl für der AfD-Mann nicht ohne Folgen – die Polizei ermittelt. Es erwartet ihn eine Strafanzeige wegen Körperverletzung und Beamtenbeleidigung. Doch nicht nur das: Der beschädigte Parkettboden hat zudem noch ein privatrechtliches Nachspiel. Womöglich verhängt die Kreisverwaltung auch noch ein Disziplinarmaßnahmen wegen dieses unverzeihlichen Fehlverhaltens. Ob Bürgermeister Schneider selbst Anzeige erstattet, wisse er noch nicht, wie er dem SWR sagte. Er warte zunächst einmal ab, ob sich der Angreifer bei ihm entschuldigt. (pek)

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