Von absurd bis gefährlich

„Dreist kommt weit“: Ein Ladendetektiv packt aus! 

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Ein Ladendetektiv erzählt von seinen Geschichten, die er auf der Jagd nach Langfingern erlebt. (Symbolfoto)

Metropolregion: Hand aufs Herz – wer hat nicht schon eine Kleinigkeit aus einem Geschäft entwendet? Jetzt plaudert ein Fachmann über sein Business aus dem Nähkästchen...

Ein Ladendetektiv hat es nicht einfach. In seinem Geschäft sagt man, dass etwa zehn Prozent der Menschen nicht im Traum ans Klauen denken würden. 10 Prozent sind notorische Diebe, sie tun es sozusagen ein Leben lang. Und etwa 80 Prozent (!) aller Einkäufer sind Gelegenheitslangfinger. 

Die Nervosität kann man riechen 

Der Detektiv, den wir interviewen, hat schon überall gearbeitet: Im Supermarkt, im Modekaufhaus und in der Drogerie. Daniel erzählt uns, dass Angstschweiß nicht nur eine Floskel ist; man sieht zwar die Nervosität in den Augen des Diebes, aber vor allem kann man riechen, dass er Mist gebaut hat. Allerdings haben Amateurlangfinger da größere Probleme als die Profis.

In den meisten Fällen sieht der Hüter des Ladens über die Kameras, was vor sich geht. Aber Einer, der sein Metier beherrscht, kann einen Dieb auch an anderen Dingen festmachen: Beispielsweise an der Hand-Augen-Koordination. Das heißt, dass ein Ganove, anstatt seinen Blick wie normalerweise auf seine Hand zu konzentrieren, pausenlos sein Umfeld taxiert.

„Dreist kommt weit!“ 

Ein Drogenabhängiger, der etwa 30 Jahre alt ist, probiert mehrere Jacken an. Irgendwann merkt Daniel, dass er die Jacken nicht mehr auszieht, sondern übereinander trägt. Nach der siebten Jacke ist Schluss, er schafft es nicht einmal mehr, seine eigene Jacke drüber zu ziehen. Ist das nicht zu offensichtlich? Unser Fachmann sagt: „Dreist kommt weit“. Allerdings nicht in diesem Fall, denn der Mann wird geschnappt. 

Als Daniel ihn durchsucht, weist ihn der Mann jedoch höflich darauf hin, dass in seiner Jacke eine Nadel steckt, auf die der Ladendetektiv aufpassen soll, damit er sich keine Krankheiten einfängt.

Der lahme Bodybuilder 

Ein Bodybilder ist mit seiner Freundin im Kaufhaus und kommt mit weniger T-Shirts aus der Umkleide, als er mit hineingenommen hat. (Das ist übrigens die beliebteste Art zu klauen) Als Daniel ihn darauf anspricht, schubst ihn dieser „Fels von Typ“ beiseite, und rennt davon. Er kommt aber nicht weit. „Viele Muskeln brauchen viel Sauerstoff“ – deshalb ist praktischerweise direkt vor einer Polizeiwache Schluss mit der Verfolgung. Der Bodybuilder ist so fertig, dass ihn unser Detektiv laut eigener Aussage „mit einem Finger umstoßen“ könnte. 

Kleiner Langfinger 

Der jüngste Langfinger ist wohl ein Fünfjähriger, der es im Supermarkt auf Zeitschriften mit Sammelkarten abgesehen hat. Der Zeitschriftenstand steht nahe am Ausgang und der ausgefuchste Junge will sich unauffällig daran entlang ins Freie schleichen. Als er erwischt wird, ruft Daniel seine Eltern, und der kleine Schlingel kommt ungeschoren davon.

Der Senior-Dieb 

Der älteste Gauner hingegen ist stolze 93 Jahre alt. Er stellt sich ganz gemütlich mit seinem Gehstock hinter die Schlange an der Kasse, und legt seine vier Zigarettenschachteln aufs Laufband. In aller Gemütlichkeit sammelt er die Schachteln dann nach und nach wieder ein, bis Daniel ihn erwischt und aufhält. 

Seine erste Reaktion („wie in 99 Prozent der Fälle“, so Daniel) ist großes Staunen und Unwissen

„Ich bring dich um!“

Ein 14-jähriger Junge steckt mehrere T-Shirts ein und macht sich auf den Weg nach draußen. Daniel scheint diese Geschichte ungern zu erzählen, aber er hat sich nichts vorzuwerfen. Er kann den Jungen schnappen und am Arm festhalten. 

Der Kleine „schaltet den Turbo an“ und rennt los, wobei seine Schulter auskugelt. Daraufhin kommen der Vater des Jungen und seine Bekannten mit Kampfhunden in das Kaufhaus, in dem Daniel arbeitet und drohen ihm: „Ich bringe dich um, wenn wir uns nochmal irgendwo sehen.“ Diese Drohung verwirklicht sich jedoch nicht. Daniel ist davon überzeugt, dass Hunde, die bellen, nicht beißen.

Hauptsache Hefe geklaut!

Daniel erzählt außerdem von zwei Männern, deren Intentionen er überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Der eine kauft für 50 Euro Lebensmittel ein, steckt aber ein Päckchen Backhefe für neun Cent in die Hosentasche. Der Andere versteckt eine Dreierpackung Bratensoße in seinem Blaumann, obwohl auch er einen teureren Einkauf tätigt. 

Was sich diese Männer wohl denken... Ist es vielleicht der Kick, der sie antreibt? Zu dumm, dass sie an Daniel geraten sind!

hew

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Mehr zum Thema: 

>>>Türsteher packen aus: Die besten Geschichten von ‚der Tür‘ 

Quelle: Mannheim24

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