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Feuerball über Südwesten: UFO, Schrott oder Meteorit? Experte spricht Klartext

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Von: Marten Kopf, Eliran Kendi

Die Aufnahme einer automatischen Meteorkamera der Sternwarte Welzheim zeigt einen Feuerball über Süddeutschland.
Die Aufnahme einer automatischen Meteorkamera der Sternwarte Welzheim zeigt einen Feuerball über Süddeutschland. © picture alliance/dpa/Sternwarte Welzheim

Rheinland-Pfalz: Am Donnerstagabend beobachten Augenzeugen einen Feuerball über den süddeutschen Abendhimmel. Jetzt herrscht Klarheit über den Ursprung. 

Update vom 9. Oktober: UFO, Weltraumschrott, Meteorid? Anfangs ist noch viel spekuliert worden, nun spricht ein Experte Klartext: Der auch in Rheinland-Pfalz gesichtete Feuerball ist nach Überzeugung von Hans-Ulrich Keller ein Meteorid und kein Weltraumschrott oder gar UFO. Wie der Astronom vom Stuttgarter Planetarium erläutert, haben mehrere Meteorkameras das rasende Geschoss aus dem Sonnensystem aufgezeichnet. Offenbar hat es ganz Mitteleuropa überflogen.

Es habe wohl eine Größe von einer Faust bis zu einem Fußball gehabt. Ein vollends aus Eisen bestehendes Himmelsobjekt in Ballgröße könne 100 Kilogramm wiegen. Der Meteoroid sei zum Zeitpunkt seines Eintritts in die Erdatmosphäre und seines Aufleuchtens zwischen 100 und 120 Kilometer hoch gewesen. In einer Höhe von 20 bis 40 Kilometern sei er über der Erde explodiert, erläuterte der Sternenkundler weiter. „Solche Phänomene gibt es öfter, der aktuelle Fall ist aber spektakulär, weil es ein besonders helles Objekt war, das keine Wolken verdeckten.“

MeteorSternschnuppe – Meteoroid, der in die Erdatmosphäre verglüht.
MeteoroidObjekte kommen aus dem Sonnensystem. Bei Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen sie und erzeugen so einen Meteor (Sternschnuppe).
MeteoritNicht vollständig verglühter Meteor. Eine Teil oder Teile schlagen auf dem Erdboden ein

Spektakuläres Phänomen – Feuerball erhellt Himmel über dem Südwesten

Erstmeldung vom 8. Oktober: Ein in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz am Abendhimmel gesichteter Feuerball beschäftigt die Menschen im Südwesten. In sozialen Netzwerken wie Twitter und Instagram berichten Nutzer am Donnerstagabend (7. Oktober) etwa in Tübingen, Heidelberg, Karlsruhe und Bad Kreuznach von einem rasend schnellen Objekt, das wenige Minuten nach 20 Uhr über das Firmament gezogen sei. Der Hashtag #meteorit trendet. Spekuliert wird über einen Meteoriten, in der Atmosphäre verglühenden Weltraumschrott – und selbstverständlich bleiben, man kann es sich denken, auch skurrilere Theorien nicht aus. Ein Twitter-User stellt die Frage: „Sind SIE endlich da?“.

Feuerball am Abendhimmel: Meteorit, Weltraumschrott oder...?

Ein Augenzeuge berichtet dem SWR, er habe das Himmelsphänomen zunächst für ein Flugzeug gehalten, sei sich aber rasch sicher gewesen, dass es für ein Flugzeug deutlich zu schnell sei. Ein weißer Ball sei es gewesen, der ohne Schweif geräuschlos über den Himmel flog. Andere Beobachter berichten von einer eher grünlich leuchtenden, funkensprühenden Kugel, die für einige Sekunden sichtbar gewesen sei.

Ein Meteorit über dem US-Bundesstaat Washington im Jahr 2000.
Meteorit am Nachthimmel (Symbolbild) © epa afp Nasa/epa afp/dpa

Andreas Eberle von der Sternwarte Stuttgart sagt ebenfalls gegenüber dem SWR, es könne sich um einen Gesteinsbrocken gehandelt haben, der in die Erdatmosphäre eingetreten sei – oder eben um ein Stück Weltraumschrott. Aus den ersten Augenzeugenberichten schließt Eberle aber: „Von den Berichten, die ich mitbekommen habe, war die Flugrichtung wohl von Ost nach West, was eher dagegen spricht, dass es Weltraumschrott war.“

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Feuerball am Himmel über Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz – ein kosmisches Objekt?

Demnach spreche viel dafür, dass es ein kosmisches Objekt gewesen sei, sicherlich in Fußballgröße oder größer – ein Meteorit zum Beispiel. Meteoriten sind relativ kleine Gesteinskörper kosmischen Ursprungs, die die Erdatmosphäre durchqueren und dabei durch die entstehende Reibungshitze teilweise oder ganz verglühen. Ganz sicher kann aber auch der Experte das Rätsel um das abendliche Himmelsphänomen nicht aufklären. (dpa/mko)

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