Diskussionsrunde im bunten Iglu

Wallstadt – Wie „öko“ ist der Öko-Stadtteil wirklich?

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Im beleuchteten Iglu mitten im beschaulichen Wallstadt-Nord wurde intensiv diskutiert.

Mannheim-Wallstadt - Öko-Häuser, viel Grün, ein idyllischer Stadtteil - und trotzdem ist gerade hier das höchste Autoaufkommen in ganz Mannheim zu verzeichnen. Wie passt das zusammen?

Im Wallstadter Norden entstand 1997 auf rund 17 Hektar Grund das größte ökologische Neubaugebiet. Ökologisch, das bedeutet, dass alle hier gebauten Häuser gewissen Standards zu entsprechen haben. Und das wiederum bedeutet zahlreiche Bau- und Materialvorschriften und viel Grün – zumindest in der Theorie.  

Denn wie sich herausstellt, ist ökologisches Bauen nach Vorschrift kostspielig. Schnell wird der Stadtteil gerade unter den „Besserverdienern“ beliebt - und die sind nun einmal zumeist nicht zu Fuß unterwegs.

Die Folge: Obwohl Wallstadt-Nord zu einem Großteil verkehrsberuhigt ist und ursprünglich jedem Haus höchstens ein Parkplatz zugeteilt wurde, ist hier das höchste Autoaufkommen in ganz Mannheim zu verzeichnen! „Öko bauen, Öko einkaufen - aber SUV fahren“, fasst es einer der Teilnehmer der Diskussionsrunde Collini Social Club zusammen.

Bei einem Selbstversuch wird klar: Dieser Stadtteil ist wirklich nicht für diese enorme Masse an Autos gedacht. Insgesamt kostet es uns sieben Minuten, um ohne Navigationsgerät aus dem Wohngebiet herauszufinden. Der Weg führt durch zahlreiche Sackgassen, in denen zusätzlich noch Fahrzeuge abgestellt wurden, kleine Kreisel, die so zugeparkt sind, dass man nicht durch sie hindurch fahren kann und unfassbar enge Straßen, die von beiden Seiten zugeparkt sind.

Wie konnte es dazu kommen? Was kann man tun? Rund zehn Personen haben sich am Mittwochabend in einem bunt beleuchteten Iglu, mitten in Wallstadt-Nord, zusammengefunden, um über den vermeintlich ökologischen Stadtteil zu diskutieren.

Dabei geht es um mögliche Co2 Steuern, Baubedingungen und Modellprojekte wie beispielsweise ein funktionelles, komplett autofreies Quartier in Freiburg.

Am Ende steht fest. Ein Schlusswort ist nicht gefunden. Aber: Eine gute Entwicklung kann es nur geben, wenn alle zusammenarbeiten. Stadt, Bürger, öffentlicher Verkehr und auch die Industrie. Ein mühsamer Prozess, der sich aber durchaus für alle lohnen kann.

Wer sich für die Diskussionsrunden im bunten Iglu interessiert, hat die Möglichkeit noch an vier weiteren Veranstaltungen teilzunehmen. Das vollständige Programm des Collini Social Club gibt es hier.

mk

Quelle: Mannheim24

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