Prozess beginnt am Freitag

Vivil verklagt Südzucker auf Schadenersatz in Millionenhöhe

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Das Bürogebäude von Südzucker in Mannheim.

Mannheim – In diesem Prozess geht es um Millionen: Weil Südzucker illegale Kartellabsprachen getroffen hat, will Abnehmer und Bonbonhersteller Vilvil 1,3 Millionen Euro Schadensersatz.

Europas größter Zuckerhersteller Südzucker steht ab Freitag in Mannheim wegen illegaler Kartellabsprachen vor Gericht. Bonbonhersteller Vivil verlangt Schadensersatz in Millionenhöhe. Doch warum klagt Vivil und welche Konsequenzen kann der Prozess haben? Einige Fragen und Antworten:

Warum hat der Bonbonhersteller Vivil Südzucker verklagt?

Der Grund ist, dass Südzucker mit anderen Zuckerproduzenten ein Kartell gebildet hat. Weil die Preise in einem Kartell meist höher liegen als im freien Wettbewerb, befürchtet Vivil, zu viel für Zucker gezahlt zu haben. Das Unternehmen verlangt daher 1,3 Millionen Euro Schadensersatz von Südzucker.

Was war das für ein Kartell?

Aus Sicht des Bundeskartellamts haben sich Südzucker, Nordzucker und Pfeifer & Langen (Diamant-Zucker) über Jahre hinweg über Verkaufsgebiete, Quoten und Preise abgesprochen. Das ist verboten. Die Behörde brummte den Unternehmen daher vor einem Jahr hohe Kartellstrafen auf. Südzucker musste mit 195,5 Millionen Euro die höchste Einzelstrafe zahlen.

Was für Folgen kann der Prozess haben?

Sollte Vivil Recht bekommen, droht den Zuckerproduzenten eine Klagewelle wegen überhöhter Preise. Schließlich ist Zucker in sehr vielen Produkten enthalten. Nach Angaben des Bundeskartellamts haben bereits mehr als 100 Unternehmen Einsicht in die Zuckerkartell-Akten beantragt. Auf dieser Basis können sie überlegen, ob sie klagen. Südzucker hat nach Angaben eines Sprechers außer Vivil noch zwei weitere Klagen in dieser Sache auf dem Tisch.

Was ist das Schwierige an dem Prozess?

Den Kartellverstoß an sich muss Vivil nicht mehr nachweisen. Nach Ansicht eines Hamburger Kartellrechtsexperten Bernd Fleischer dürfte es allerdings schwierig werden, den konkreten Schaden nachzuweisen und zu beziffern. Die Berechnungen seien komplex, sagte er. Hier spiele unter anderem die Gestaltung der Verträge eine wichtige Rolle. Südzucker könnte aber auch argumentieren, dass Vivil die überhöhten Preise möglicherweise an die Endverbraucher weitergereicht hat.

Können die Verbraucher selbst auch klagen?

Rein theoretisch könnten auch Konsumenten gegen die Zuckerhersteller klagen, sagt Fleischer. Da sie in der Regel aber nur die üblichen Haushaltsmengen Zucker eingekauft hätten, sei der finanzielle Schaden für eine Klage zu gering. Etwas anders würde der Fall liegen, wenn die Zuckerhersteller massenhaft Prozesse gegen Zwischenabnehmer wie Vivil verlieren. Dann würde durch die Vielzahl an betroffenen Produkten auch der Schaden für den Endverbraucher offensichtlicher.

Quelle: Mannheim24

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