Beihilfe zum Mord in über 13.000 Fällen

Früherer KZ-Wachmann (94) aus Mannheim angeklagt: Warum der Prozess am Landgericht platzt 

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Das Landgericht Mannheim hat die Eröffnung der Hauptverhandlung gegen einen früheren KZ-Wachmann abgelehnt. 

Stuttgart/Mannheim - Wegen Beihilfe zum Mord in 13.335 Fällen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen einen früheren SS-Wachmann des KZ Auschwitz erhoben. 

Update 22. Februar 2019: Die 7. Große Strafkammer des Landgerichts Mannheim hat mit Beschluss vom 21. Februar 2019 die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen einen früheren SS-Wachmann aus Mannheim abgelehnt

Wegen Beihilfe zum Mord in 13.335 Fällen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart am 16. April 2018 Anklage gegen einen früheren SS-Wachmann des KZ Auschwitz erhoben. 

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Die Begründung: Die Verhandlungsunfähigkeit des Angeschuldigten. Verhandlungsfähigkeit setze voraus, dass ein Beschuldigter - wenn auch unterstützt durch einen Verteidiger - die Fähigkeit besitze, in oder außerhalb der Hauptverhandlung seine Interessen vernünftig wahrzunehmen, die Verteidigung in verständiger und verständlicher Weise zu führen sowie Prozesserklärungen abzugeben und entgegenzunehmen. 

Diese Fähigkeit sei aufgrund der körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen des Angeschuldigten dauerhaft nicht mehr gegeben.  

Auch der Anschluss einer Nebenklage wurde abgelehnt.

Gegen die Ablehnung der Eröffnung des Hauptverfahrens steht der Staatsanwaltschaft und den Personen, die ihren Anschluss als Nebenkläger erklärt hatten, das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde zu, die binnen einer Woche ab Zustellung der Entscheidung beim Landgericht Mannheim einzulegen ist. 

Gegen die Nichtzulassung der Nebenklage steht diesen Personen und der Staatsanwaltschaft das Rechtsmittel der einfachen Beschwerde zu, die nicht fristgebunden ist. 

Über die Beschwerden hätte ein Strafsenat beim Oberlandesgericht in Karlsruhe zu entscheiden.

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Wegen Beihilfe zum Mord in 13.335 Fällen: Anklage gegen früheren SSWachmann aus Mannheim

Wegen Beihilfe zum Mord in 13.335 Fällen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart am 16. April 2018 Anklage gegen einen früheren SS-Wachmann des KZ Auschwitz erhoben. 

Das teilte ein Sprecher am Montag mit. Der 94-Jährige, der im Raum Mannheim lebt, habe als SS-Angehöriger von Dezember 1942 bis Januar 1943 durch seinen Wach- und Bereitschaftsdienst den Lagerbetrieb und damit die Vernichtungsaktionen unterstützt.

In dem Zeitraum seien mindestens 15 Transporte eingetroffen, bei denen die Menschen gleich nach ihrer Ankunft nach ihrer Arbeitsfähigkeit sortiert worden seien. 

Nach Auffassung der Anklage wurden 13.335 Menschen als nicht arbeitsfähig eingestuft und dann in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau getötet. Über seine Verteidigerin erklärt der Mann, dass ihm die Hintergründe, die Zielrichtung und der Ablauf des Tötungsgeschehens nicht bekannt gewesen seien, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt. 

Für den möglichen Prozess ist das Landgericht Mannheim zuständig. Es muss zunächst über die Zulassung der Anklage entscheiden.

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dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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