Rathaus äußert sich

Nach Fake-News zu Terroranschlag in Mannheim: So viel wusste OB Kurz!

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Das Rathaus äußert sich zu Fake-News. (Symbolfoto)

Mannheim - Der „rheinneckarblog“ veröffentlicht in der Nacht auf Sonntag einen Artikel über einen vermeintlichen Terroranschlag in Mannheim. Jetzt äußert sich das Rathaus dazu:

Düster und dramatisch liest sich der Artikel, den der „rheinneckarblog“ am Sonntag (25. März) veröffentlicht. Laut dem Bericht sei gerade ein Terroranschlag zugange – mitten in Mannheim. 50 Männer mit Macheten würden mordend durch die Innenstadt laufen und hätten bereits über 130 Leute getötet! 

Der Verfasser löst damit bei vielen Menschen Panik aus - sie wissen nicht, was sie glauben können, machen sich Sorgen um Verwandte und Freunde. Dann der Tweet der Polizei: Alles erlogen! Doch die Lage bleibt unklar, da laut Artikel eine Auskunftssperre herrsche und man den Medien gerade nicht glauben könne.

Diese Fake-News halten auch die Justiz auf Trab. Am Montagmorgen (26. März) äußert sich eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft zu dem Vorfall: Man prüfe, ob der Anfangsverdacht für eine Straftat bestehe! 

Doch sowohl Staatsanwaltschaft als auch die Polizei halten sich bedeckt und geben keine weiteren Informationen heraus. Sie wollen kein Feuer entfachen, solange nicht alles geklärt ist.

Statement des Rathauses

Der Redaktionsleiter des Blogs, Hardy Prothmann, beruft sich darauf, dass der Oberbürgermeister über den Artikel Bescheid wusste. MANNHEIM24 fragt bei Monika Enzenbach, der Leiterin Presse und Kommunikation des Rathauses, nach:

Oberbürgermeister Peter Kurz wurde im Dezember von Herrn Hardy Prothmann über seine Absicht informiert, einen fiktionalen Text zu veröffentlichen. Er hat Herrn Prothmann darauf hingewiesen, dass der Text hoch problematisch sei, und bat Herrn Prothmann, diesen nicht zu veröffentlichen. Dem kam Herr Prothmann zunächst nach. Deshalb kam die jetzt erfolgte Veröffentlichung überraschend.“ Weiter werde sich die Stadt aber nicht zu dem Vorfall äußern.

Weitere Kritik am Vorgehen

Auch der Deutsche Presserat äußert sich kritisch zu dem Artikel, gegen den mittlerweile vier Beschwerden eingegangen seien. So sagt eine Presserats-Sprecherin :„Wir prüfen jetzt, ob wir ein Verfahren gegen Rheinneckarblog einleiten. Grundlage für unsere Prüfung ist, ob ein Verstoß gegen Ziffer 1 Pressekodex und das Wahrhaftigkeitsgebot der Presse vorliegt.

Der Vorsitzende des deutschen Journalisten-Verbandes, Frank Überall, kritisiert zudem Prothmanns Rechtfertigung nach dem Vorfall. Dieser schreibt auf Twitter, dass sein Text einfach als Fake zu enttarnen gewesen sei, die ‚Kleingeister‘ dies aber nicht erkannt haben. Diese Argumentation halte Überall allerdings für falsch! Dieser sagt weiter:„Den Namen eines journalistischen Mediums zu nutzen, um Desinformation zu verbreiten - und sei es nur probehalber - halte ich für falsch.“

dpa/dh

Quelle: Mannheim24

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