„Tat aus Habgier und Heimtücke"

Staatsanwalt fordert lebenslang für Mord an Kiosk-Besitzer!

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Ermittler in der Tatnacht am 2. März 2015 in der Mittelstraße.

Mannheim – Hochspannung im Prozess um den erstochenen Kiosk-Besitzer Mohamad K. (48): Warum der Oberstaatsanwalt in seinem Plädoyer lebenslange Haft für Giuseppe L. (30) fordert:

Der Angeklagte Giuseppe L. hat gestanden, am späten Abend des 2. März 2015 in der Mittelstraße Kiosk-Besitzer Mohamad K. (48) mit insgesamt vier Messerstichen getötet zu haben. 

Für diese Bluttat fordert der Mannheimer Oberstaatsanwalt Oskar Gattner am Freitag im Landgericht lebenslange Haft für den 30-Jährigen!

Denn für den Chefankläger ist klar, dass L. aus Geldnot heraus den vierfachen Familienvater durch einem heimtückischen Mord aus Habgier umgebracht hat – in Tateinheit mit versuchtem schweren Raub.

Der Angeklagte kam zwölf Tage vor der Tat aus Italien ohne nennenswerte Geldmittel nach Mannheim, wo ihm ein Arbeitsplatz in Ausssicht gestellt wurde. Weil er von mehreren hundert Euro in der Kiosk-Kasse ausging, fasste er den Entschluss, den Überfall zu begehen“, so Gattner in seinem Plädoyer.

Und weiter führt den Tötungsvorsatz näher aus: „Da er das Opfer durch mehrere Einkäufe von Bier und Zigaretten kannte, war er sich schon vorher bewusst, dass er Mohamad K. töten müssen, um seine Identifizierung zu vermeiden!

Ladenbesitzer (48) erstochen!

Zwei der als Nebenkläger anwesenden Kinder, Selin (19) und Ali (15), starren den Mörder ihres Vaters die ganze Zeit an – doch der blickt zumeist zu Boden, hat nervöses Augenzucken.

Unklar bleibt die genaue Rolle von Graciella O. (38), die selbst als kriminell gilt und Landsleute zu Überfällen anstachelt. Sie soll Giuseppe L. laut dessen Angaben in einer „stundenlangen Gehirnwäsche“ und unter ständigem Nachschenken von Alkohol zu dieser Tat gedrängt haben. Es sei „die einzige Möglichkeit an Geld zu kommen, um zurück nach Italien zu können“.

Die Bluttat

Für die Kinder kaum zu ertragen sind die Details der Tat: Als sich der durch einen Schlaganfall bewegungseingeschränkte Mohamad K. bückt, um Giuseppe L. Zigaretten zu holen, stich dieser ihm drei Mal mit dem Messer in den Nacken.

Als sich der Verletzte aufrichtet und zu seinem Mörder dreht, rammt dieser ihm eiskalt „mit großer Wucht“ ein Springmesser in die Brust, trifft eine Hauptschlagader im Bereich der Lunge.

Er hat keine Chance, sich zu wehren, bricht blutüberstömt zusammen.

Nur weil ein Zeuge im Verkaufsraum steht, greift Giuseppe L. letztendlich nicht in die Kasse, flüchtet ohne Beute, wird kurze Zeit später noch in der Neckarstadt-West gefasst – in einem Gebüsch in der Riedfeldstraße kauernd.

Mohamad K. verstirbt noch in seinem Laden. Tragisch: Durch den Schock verliert seine schwangere Frau ihr Baby.

Nebenklägeranwalt Peter Slavia zu Giuseppe L.: „Sie haben einer Familie ihren geliebten Vater genommen! Unabhängig vom Urteil werden sie diese Schuld ein Leben lang mit sich herumtragen müssen. Ihre Entschuldigung war nur ein Lippenbekenntnis...

Das Urteil folgt am 29. Oktober.

>>>Unser ausführliches Topthema zum „Tod im Kiosk“

pek

Quelle: Mannheim24

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