Sänger Ali Al-Deek

Demo gegen Silvesterparty mit Assad-Anhänger: Polizei muss mit Schlagstöcken einschreiten!

(Symbolfoto)
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(Symbolfoto)

Mannheim - Der syrische Sänger und Assad-Sympathisant Ali Al-Deek tritt auf einer Silvesterfeier auf. Doch das stößt auf jede Menge Kritik und so findet eine Demo vor der Partyhalle statt:

  • Der syrische Sänger Ali Al-Deek kommt für eine Silvesterparty nach Mannheim.
  • Der Auftritt stößt auf viel Kritik.
  • Stadt Mannheim erhält massenhaft E-Mails. 
  • Kundgebung an Silvester hält Polizei in Atem.

Update vom 1. Januar: Nachdem bereits die Ankündigung des syrischen Sängers Ali Al-Deek für jede Menge Empörung gesorgt hat, wird an Silvester eine Demo von 19:30 Uhr bis 22:30 Uhr angemeldet. Sie trägt den Titel „Keine Plattform für ein Verherrlicher des Regimes von Assad“ und richtet sich damit gegen die Silvesterparty in der Rüya-Halle in der Eisenbahnstraße 22 in Mannheim. Wie die Polizei berichtet, treffen etwa zwei Stunden vorher die ersten Teilnehmer der Demo ein. Zu Beginn befinden sich rund 250 Teilnehmer ein. Laut der Polizei handelt es sich dabei hauptsächlich um junge Männer, die teilweise überregional angereist sind. „Die Atmosphäre war von Beginn der Kundgebung an sehr angespannt. Teilweise wurde Pyrotechnik aus der Menge der Versammlungsteilnehmer gezündet. Der Zulauf zur Veranstaltung hielt stetig an“, so das Polizeipräsidium Mannheim in einer Pressemitteilung an Neujahr. 

Mannheim: Demo gegen syrischen Sänger – Protestler treffen auf Partygäste

Die Beamten rufen aufgrund des starken Zulaufs und der hochemotionalen und teilweise aggressiven Stimmung Verstärkung. Gegen 20:30 Uhr befinden sich rund 600 Teilnehmer bei der Demo gegen Ali Al-Deek. Der Veranstalter kann daraufhin die Sicherheit nicht mehr gewährleisten und beendet in Absprache der Polizei die Demo. Da sich aber einige Männer weigern, den Platz zu verlassen, müssen sie in Richtung Eisenbahnstraße abgedrängt werden. 

Teile der abgewanderten Versammlungsteilnehmer sammeln sich in der Floßwörthstraße, etwa 100 Personen an der Eisenbahnbrücke in Richtung Voltastraße und rund 150 Personen an der Kreuzung Floßwörthstraße/ Pfingstweidstraße. Aus diesen Gruppen heraus werden ankommende Besucher der Silvesterveranstaltung, bei der Ali Al-Deek auftreten wird, teilweise mit faustgroßen Steinen und Eiern beworfen.

Mannheim: Kundgebung endet in Gewalt – Polizei muss zu Schlagstöcken greifen 

Die Teilnehmer der Demo in Mannheim werden weiter in Richtung Eisenbahnstraße gedrängt, um für mehr Sicherheit der ankommenden Partygäste zu sorgen. „Hierbei mussten die Einsatzkräfte teilweise unmittelbaren Zwang in Form von einfacher körperlicher Gewalt und teilweise Schlagstöcke einsetzen“, erklärt die Polizei Mannheim weiter.

Als ein Auto mit vier Gästen vorbeifährt, wird es mit Steinen beworfen und der Außenspiegel wird zerstört. Der hochwertige Wagen wird dadurch erheblich beschädigt, verletzt wird aber glücklicherweise niemand. An der Kreuzung Voltastraße/ Floßwörthstraße treffen sechs Teilnehmer der aufgelösten Versammlung und 15 ankommende Besucher der Veranstaltung aufeinander. Nach zunächst verbalen Streitigkeiten kommt es zu einer körperlichen Auseinandersetzung der Gruppen. Drei Tatverdächtige werden vorläufig festgenommen.

Ab 23 Uhr entspannt sich endlich die Lage, die ehemaligen Versammlungsteilnehmer haben sich aus dem Bereich des Veranstaltungsortes entfernt. Nach Angaben des Veranstalters nehmen etwa 400 Personen an der Silvesterfeier teil. Der Auftritt des Sängers aus Syrien verläuft störungsfrei. Die Feier wird um 4:30 Uhr beendet. Während der Einsatzmaßnahmen werden keine Personen verletzt. Die Polizeikräfte des Polizeipräsidiums Mannheim werden von Kräften des Polizeipräsidiums Einsatz unterstützt.

Doch nicht nur dort muss in die Polizei eingreifen. Auch in der Innenstadt in Mannheim ereignen sich teilweise brutale Vorfälle, unter anderem werden zwei Männer bewusstlos geschlagen. Darüber hinaus müssen Polizei und Feuerwehr in allen Teilen der Region ausrücken. In Heidelberg muss beispielsweise ein Hochhaus an Silvester evakuiert werden und im Rhein-Neckar-Kreis entfachen mehrere Feuer. Im Vergleich verläuft Silvester in Rheinland-Pfalz recht ruhig.

Hintergrund: Empörung wegen Silvesterparty mit Assad-Anhänger: Mail-Flut trifft Stadt Mannheim!

Erstmeldung vom 23. November: Seit Sonntag (17. November) wird die Stadt Mannheim von E-Mails überflutet, alle sind mit dem gleichen Inhalt versehen: Der syrische Sänger Ali Al-Deek soll nicht an Silvester auftreten dürfen. Doch was hat es damit auf sich?

Am 31. Dezember ist in Mannheim eine private Galaveranstaltung geplant. Zwei Gastgeber aus Heidelberg laden dafür vier arabische Künstler ein – unter anderem Ali Al-Deek. Doch der Auftritt des syrischen Sängers stoßt landesweit auf Kritik – wie nun die Stadt Mannheim zu spüren bekommt.

Mannheim: Mail-Flut wegen Auftritt von Ali Al-Deek

Wie die Stadtverwaltung Mannheim dem SWR berichtet, gehen seit Sonntag unzählige Mails aus dem ganzen Bundesgebiet ein, alle fordern ein Auftrittsverbot. Bereits 1.300 E-Mails habe die Stadt Mannheim erhalten. „Texte und Aussagen des Musikers, soweit sie der Stadtverwaltung zugänglich und bekannt sind, stoßen auf unsere Ablehnung“, zitiert der SWR die Stellungnahme der Verwaltung. 

So huldigt der Sänger in seinem 4-minütigen Musikvideo „Ya Bashar“ den syrischen Machthaber Bashar al-Assad. In einem anderen Clip ist der 48-Jährige außerdem mit Soldaten des Assad-Regimes bei einer Parade zu sehen. Die Musikvideos des 48-Jährigen werden auf YouTube millionenfach geklickt.

Mannheim: Kritik wegen Auftritt von Assad-Anhänger

Die Stadtverwaltung Mannheim nimmt Stellung zu dem Auftritt und sagt gegenüber dem SWR, dass die Verherrlichung eines Regimes, das schwerste völkerrechtliche Verbrechen begangen habe, inakzeptabel sei. Allerdings sehe man derzeit keine rechtliche Grundlage, den Auftritt zu verbieten.

Ein Veranstalter der Silvesterfeier in Mannheim weist die Kritik zurück und erklärt, dass Ali Al-Deek in der arabischen Welt ein Star sei und man lediglich eine schöne Party haben möchte. Mit Politik wolle man nichts zu tun haben. Der syrische Sänger hatte bereits in der Vergangenheit in Deutschland aufgetreten, beispielsweise in Frankfurt.

Apropos Silvester: Die Deutsche Umwelthilfe fordert ein Feuerwerk-Verbot in Mannheim. Zum Jahreswechsel herrscht „ein regelrechter Ausnahmezustand“, heißt es in einer Mitteilung der DUH.

Der Baumarkt-Riese Hornbach setzt ein Zeichen für Tier- und Umweltschutz und streicht deshalb im kommenden Jahr die Silvesterkracher von seiner Verkaufsliste.

Dieser Fall schockt die Region: Auf den Politiker Ecevit Emre sind zwei Anschläge verübt worden. An seinem Haus sind mehrere Schüsse gefallen. Politisch motivierte Taten können nicht ausgeschlossen werden.

jol

Quelle: Mannheim24

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