Landgericht Mannheim

Giuseppe L. (30) gesteht Bluttat an Kioskbesitzer!

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Der Tatort in der Mittelstraße am Abend des 2. März 2015.

Mannheim -  Gleich zu Beginn des Prozesses am Mannheimer Landgericht gesteht der beschuldigte Giuseppe L. einen Kioskbesitzer erstochen zu haben. Die ersten Ergebnisse des Prozessauftakts:

In einer schriftlichen Einlassung, die zum Prozessauftakt vom Verteidiger des Beschuldigten Guiseppe L. verlesen wurde, gibt er an, mehrfach mit einem Messer auf sein Opfer eingestochen zu haben. 

Eine Bekannte soll ihn zu der Tat angestiftet haben!

Ladenbesitzer (48) erstochen!

Die Frau hatte ihn laut Einlassung im Februar 2015 mit der Aussicht auf einen Job nach Deutschland, wo er bereits die Klassen 1 bis 3 besuchte und als 24-Jähriger in der Gastronomie arbeitete, gelockt, wo er als Tellerwäscher, respektive Pizzabäcker in einer Pizzeria arbeiten sollte. In Mannheim angekommen offenbarte ihm die Frau schließlich, dass sie ihr Restaurant mittlerweile aufgeben musste. 

Da er aufgrund seiner mangelnden Sprachkenntnisse in Deutschland keine Zukunft für sich sah, wollte Guiseppe L. wieder die Rückreise nach Italien antreten – dazu fehlte ihm jedoch das nötige Geld!

Also soll ihm seine Bekannte vorgeschlagen haben, Gaunereien mit gefälschten Handyverträgen zu begehen. Als dies scheiterte, soll die Frau dem späteren Täter immer wieder eingeredet haben, den Kioskbesitzer in der Mittelstraße zu töten und das Geld aus dem Laden zu rauben.

Er solle den Mann erstechen, die Tür blockieren und sich in Ruhe nach Wertgegenständen umsehen. Auch einen Fluchtweg habe sie ihm genannt und ihm versprochen, ihn im Fall der Fälle aus dem Gefängnis zu holen.

Er habe zunächst abgelehnt, weil er noch nie eine Straftat begangen und es mit der Angst zu tun bekommen habe. Doch sie habe stundenlang auf ihn eingeredet und immer wieder gesagt: „Geh rein und bring ihn um!“ 

Er habe sich wie hypnotisiert gefühlt und sei, nachdem er gemeinsam mit der Frau eine Flasche Martini getrunken hatte, schließlich in ihrer Begleitung zum Kiosk gegangen. Im Laden habe er sein Messer aus dem Ärmel gleiten lassen und auf den Besitzer eingestochen. Er habe sein Opfer zusammenbrechen sehen und sei so schockiert gewesen, dass er „nur noch raus“ wollte.

L. widerrief zugleich seine Aussage, die er kurz nach der Tat bei der Polizei gemacht hatte. Damals hatte er angegeben, dass er völlig betrunken gewesen sei und sich an nichts mehr erinnern könne. Er sei damals verwirrt gewesen und habe unter Schock gestanden, gab er an. Der Blutalkoholtest zwei Stunden nach der Tat ergab einen Wert von 0,8 Promille.

An die Nebenkläger, die Kinder des Opfers, gerichtet sagte er, es tue ihm wirklich sehr leid.

Ob es sich tatsächlich so zugetragen hat, wird in einem getrennten Strafverfahren gegen die Bekannte von Guiseppe L. ermittelt.

+++Hintergrund+++

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 30-jährigen Angeklagten vor, am 2. März 2015 bei einem versuchten Raubüberfall in der Mittelstraße den Kioskbesitzer erstochen zu haben.

Hausmeister Dusan W. fand den Kioskbesitzer (†48)

Für die Tat muss sich der 30-Jährige ab Mittwoch (9 Uhr) vor dem Landgericht Mannheim verantworten. In der Tatnacht war der Angeklagte mit dem Springmesser auf den 48-jährigen Ladenbesitzer losgegangen (WIR BERICHTETEN). Als sich der Kioskbesitzer bückte um dem Täter Zigaretten zu holen, verpasste ihm dieser insgesamt drei Stiche in den Hals und schließlich ein Stich in die Brust, wobei eine Hauptschlagader verletzt wurde. Für den 48-Jährigen kommt jede Hilfe zu spät, er stirbt noch am Tatort.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Täter „billigend“ den Tod des Opfers in Kauf genommen haben, um an das Geld in der Ladenkasse zu kommen. Als ein Kunde das Geschäft betrat, floh der Angreifer jedoch ohne Beute. Kurz darauf konnte der damals 29-Jährige in einem Gebüsch, in dem er sich versuchte zu verstecken, gefunden und schließlich festgenommen werden.

>>> Kiosk-Mord: Prozess gegen Giuseppe L. (30) startet!

dpa/mk/rob

Quelle: Mannheim24

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