Leiche mittlerweile obduziert

Einsatz-Drama in Waldhof: Mann (†44) von Polizisten erschossen – Obduktionsergebnis vorerst geheim

+
Die Darmstadter Straße im Stadtteil Waldhof: Hier wurde ein 44-jähriger Mann während eines Polizeieinsatzes am 15. Dezember erschossen.

Mannheim – Am frühen Sonntagmorgen (15. Dezember) wird die Polizei in den Waldhof gerufen. Als ein psychisch auffälliger Mann sie mit einem Messer bedroht, schießen sie auf ihn. 

  • Polizeieinsatz in Mannheim-Waldhof am Sonntagmorgen
  • Psychisch auffälliger Mann bedroht Polizei mit Messer 
  • Zwei Polizisten schießen auf 44-jährigen Angreifer
  • 44-jähriger Mann wird lebensgefährlich verletzt und stirbt in Mannheimer Krankenhaus
  • Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim laufen auf Hochtouren

Update vom 23. Dezember: Das vorläufige Obduktionsergebnis des 44-Jährigen, der bei einem Polizeieinsatz tödlich verletzt wurde, stehe fest. Jedoch werde es noch nicht veröffentlicht. Wie der SWR berichtet, soll erst Mitte Januar ein endgültiges Ergebnis vorliegen. Bis dahin soll geklärt werden, ob der Mann unter Drogen stand. Die Polizisten werden nach Weihnachten vernommen, ein Waffengutachten sei bereits erstellt worden. In dem Fall, der sich in Mannheim ereignet hat, ermittelt die Kripo Karlsruhe, um Neutralität zu wahren. 

Im März 2020 kommt es in Mannheim-Rheinau zu einem Großeinsatz der Polizei, nachdem mehrere Zeugen von Schüssen aus einem Wohnhaus in der Relaisstraße berichteten.

Oft gelesen: Mann auf öffentlichem Platz niedergestochen – mehrere Täter auf der Flucht!

Einsatz-Drama in Waldhof: Mann (†44) von Polizisten erschossen – Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Update vom 17. Dezember: Es sind dramatische Szenen, die sich während eines Einsatzes am frühen Sonntagmorgen (15. Dezember) im Stadtteil Waldhof in Mannheim abspielen. Um 5:13 Uhr verständigen Familienmitglieder eines 44-jährigen Mannes die Polizei, weil sich dieser „psychisch auffällig“ verhalten habe, wie es in einer Pressemitteilung der Polizei Mannheim heißt. Vor Ort kommt es durch den mit einem Messer bewaffneten Mann zu einer konkreten Bedrohungslage gegen die Beamten, nachdem sich der 44-Jährige selbst schwer verletzt hatte. In der Folge schießen die Polizisten auf den Anwohner, der Mann stirbt wenig später in Folge seiner Schussverletzungen in einem Krankenhaus in Mannheim.

Standardmäßig wird nach einem (tödlichen) Schusswaffengebrauch durch Beamte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, das in diesem Fall vom Polizeipräsidium Karlsruhe mit der Staatsanwaltschaft Karlsruhe geleitet wird, um zu klären, ob die Schüsse im Zuge einer Notwehrlage abgegeben wurden. Wie viele Schüsse wurden abgegeben? Wie viele haben das spätere Todesopfer getroffen? „Darauf können wir aufgrund der noch laufenden Ermittlungen derzeit noch keine Auskunft geben“, so Marc Schreiner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Mannheim, auf Anfrage von MANNHEIM24. 

Am 31. Januar spielen sich dramatische Szenen zwischen Mannheim und Viernheim ab. Ein Mann bedroht Passanten in Viernheim mit einem Beil – als die Polizei Mannheim ihn schnappen will, fallen Schüsse.

Oft gelesen: Schüsse in Waiblingen – vier bewaffnete Täter auf der Flucht!

Mannheim-Waldhof: 44-Jähriger von Polizei erschossen – Obduktion bereits erfolgt

Der Leichnam des getöteten 44-Jährigen wurde am Montag (16. Dezember) obduziert – dabei soll herausgefunden werden, ob die „psychische Ausnahmesituation“, in der sich der Mann während des Einsatz befunden haben soll, womöglich durch Medikamente oder Drogen hervorgerufen worden sein könnte. Die Ergebnisse diesbezüglich stünden noch aus, so Schreiner weiter. Wann damit gerechnet werden kann, kann die Staatsanwaltschaft noch nicht abschätzen. „Sobald die abschließenden Gutachten eingegangen sind, werden wir über die Ermittlungsergebnisse informieren“, so Schreiner.

Die Body-Cams der Polizisten können zur Aufklärung des Einsatzgeschehens nicht beitragen, da diese laut Staatsanwaltschaft „vorschriftsgemäß“ während des Einsatzes in den Privaträumen des Anwohners in der Darmstadter Straße ausgeschaltet waren. 

Mannheim: Drama auf dem Waldhof – Mann (†44) bei Polizeieinsatz erschossen

Erstmeldung vom 15. Dezember: Am Sonntagmorgen (15. Dezember) gegen 5:13 Uhr rufen Familienangehörige eines 44-jährigen Mannes in der Darmstadter Straße im Stadtteil Waldhof die Polizei. Er soll sich psychisch auffällig verhalten. Beim Eintreffen von Polizei und Rettungsdienst ist neben dem Mann auch die Familie in der gemeinsamen Wohnung. Als sich der wohl in einem psychischen Ausnahmezustand befindliche Mann während des Rettungseinsatzes selbst schwer mit einem Messer verletzt und anschließend die eingesetzten Polizisten damit bedroht, bleibt den Beamten keine Wahl: Zwei der Ordnungshüter ziehen ihre Waffen und schießen auf ihn. Der 44-jährige wird durch die Schüsselebensgefährlich verletzt.

Mannheim: Polizisten geben im Waldhof Schüsse ab – Mann stirbt 

Der Rettungsdienst bringt ihn sofort in ein Mannheimer Krankenhaus, wo er später seinen Verletzungen erliegt. Die weiteren Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Mannheim und der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Karlsruhe geführt. Weitere Informationen von Polizei und Staatsanwaltschaft werden am Montag, 16. Dezember, erwartet.  

Die Darmstadter Straße im Stadtteil Waldhof: Hier hat sich der tödliche Polizeieinsatz am 15. Dezember ereignet.

Diese Szenen erinnern an einen Fall aus dem Jahr 2017: Im August geht ein 50-Jähriger vor dem ZI am Marktplatz mit einem Messer auf Polizisten los und wird mit Schüssen gestoppt.

Polizisten schießen auf Mann – wie oft kommt so etwas vor? 

Der Statistik zufolge schossen Polizisten im Jahr 2018 seltener auf Menschen als im Jahr davor - nämlich 56 Mal und somit rechnerisch alle sechseinhalb Tage. Für das Jahr 2017 hatte die Hochschule noch 75 Fälle von „Schusswaffengebrauch gegen Personen“ gezählt, wobei 14 Menschen getötet und 39 verletzt wurden. Die Polizeigewerkschaften GdP und DPolG wiesen darauf hin, trotz zunehmender Gewalt gegen Polizisten griffen diese nicht häufiger zur Dienstwaffe.

Mannheim: Verbrechen in der Quadratestadt

Im Juni 2019 kommt es im U-Quadrat zu einem brutalen Verbrechen. Ein 22-Jähriger soll einen schlafenden Bekannten kaltblütig abgestochen haben. Glücklicherweise kann das Opfer noch aus der Wohnung fliehen und kann durch eine Notoperation gerettet werden. Im Februar 2020 verhandelt das Landgericht Mannheim den Fall – die Staatsanwaltschaft klagt den jungen Mann wegen versuchten Mordes an.

In Mannheim wird außerdem wegen einer Schleuser-Aktion ermittelt. Ein Lkw-Fahrer bemerkt beim Abkoppeln seines Anhängers ein Klopfgeräusch. Wie sich herausstellt, hat er unbemerkt drei Afghanen von Serbien bis nach Mannheim mitgenommen. 

Nach einem Verkehrsunfall in Stuttgart versucht der Verursacher von der Unfallstelle zu flüchten. Als er von der Polizei gestellt wird, eskaliert die Situation. Der Mann zieht einen „schwertähnlichen Gegenstand“ und geht damit auf die Beamten los. Die Polizisten ziehen ihre Schusswaffen und eröffnen das Feuer auf den Angreifer.

Anfang März kommt es zu einer Auseinandersetzung in einer Mannheimer Gaststätte: Der Streit eskaliert noch bevor die Polizei eintrifft und ein 61-Jähriger sticht seinen 48-jährigen Kontrahenten nieder. Wenig später verstirbt allerdings der Tatverdächtige in Polizeigewahrsam.

pol/kp/dpa/rob

Quelle: Mannheim24

Kommentare