Viele Fragen bleiben ungeklärt

Ein Jahr ist es her: Die traurige Geschichte von Pinguin ‚Nummer 53‘

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Die traurige Geschichte von ,Nummer 53'.

Mannheim-Oststadt - Was passierte wirklich mit Pinguin ,Nummer 53'? Genau vor einem Jahr verschwand er aus dem Luisenpark. Wir haben deshalb den Fall noch einmal aufgerollt:

Es ist eine Geschichte, die alle bewegt, ganz Mannheim in Atem hält - und am Ende leider kein ,Happy End' hat. Das Verschwinden und der traurige Tod von Pinguin ,Nummer 53' aus dem Luisenpark. 

Am Sonntag (11. Februar) ist es ein Jahr her, als der kleine Vogel aus dem Park zunächst spurlos verschwand. Wir werfen deshalb noch einmal einen Blick auf den mysteriösen Fall, der bis heute einige Fragen offen lässt.

Ein Pinguin fehlt

Wie an jedem Morgen beginnen die Tierpfleger mit der öffentlichen Pinguin-Fütterung um 8 Uhr. Dabei wuseln noch alle schwarz-weißen Vögel um sie herum und freuen sich über den frischen Fisch, den sie zugeworfen bekommen. 

Ein Jahr nach dem Verschwinden von ,Nummer 53'. Am Eingang zum Luisenpark hängt das großes Plakat eines Humboldt-Pinguins.

Doch mittags der Schreck: Bei der Fütterung um 15 Uhr fehlt plötzlich einer der kleinen Freunde. Keiner kann sich sein Verschwinden erklären und der Park verständigt umgehend die Polizei.

Wo ist ,Nummer 53'?

Der Pinguin, der seinen Namen einem implantierten Identifikations-Chip verdankt, wird nun polizeilich gesucht. Die Beamten befragen die Bevölkerung, wenden sich an die Medien und sofort geht nicht nur in Mannheim und der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar, sondern weltweit die Frage um: Wo steckt der süße Pinguin aus dem Luisenpark? 

Während der Suche nach dem rund vier Kilo schweren Vogel drängt die Zeit, denn ohne besondere Bedingungen, ausreichend Salzwasser und spezieller Vitamine hat das erst zehn Monate alte Tiere keine Chance zu überleben. 

Unbekannter klaut Pinguin aus Luisenpark!

Ist er ein Opfer eines Gewaltverbrechens?

Nachdem auch nach mehreren Tagen der Humboldt-Pinguin immer noch nicht aufgetaucht ist, spitzt sich die Lage weiter zu. Alle stellen sich weiterhin die Frage, wo er nur sein kann und wie er überhaupt verschwinden konnte. Dabei werden immer mehr Stimmen laut, die glauben, dass ,Nummer 53' gestohlen wurde – immerhin wäre das nicht das erste Mal. Jeweils drei Exemplare wurden 2015 in Dortmund und viele Jahre zuvor in Heidelberg geraubt.

Wer glaubt, er könne den Vogel als Haustier halten, ist jenseits von Gut und Böse. Wir vermuten, dass der Dieb in den Morgenstunden da war, wenn noch nicht viel Betrieb im Park ist“, sagte damals Luisenpark-Sprecherin Alexandra Wind. Außerdem meinte der Luisenpark noch am 13. Februar nicht, dass der Pinguin Opfer eines Gewaltverbrechens sei: „Sonst wäre dies in der Vergangenheit bestimmt schon einmal passiert. Auch ein Fuchs oder Marder kommt eigentlich nicht ins Pinguin-Gehege rein“ - ein Irrtum, wie sich später herausstellte.  

Auch die Polizei ging lange von einem Diebstahl aus. „Wir haben leider keine Hinweise erhalten. Wir hoffen immer noch auf die Vernunft des Täters, dass er zum Beispiel das Tier irgendwo ablegt und es gefunden wird“, so ein Polizei-Sprecher am 14. Februar. 

Weltweites Entsetzen: Pinguin ist tot

5 Tage nach dem Verschwinden wird ,Nummer 53‘ von einem Hausmeister tot am Rande eines Parkplatzes gefunden. 

Getöteter Pinguin (10 Monate) auf Parkplatz gefunden

Besonders grausam: Der Kopf des Pinguins ist vom Körper getrennt. Die alarmierte Polizei identifiziert den Pinguin einwandfrei anhand seiner Flügelmarkierung mit der Nummer 53. 

Während im Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt (Karlsruhe) der Kadaver obduziert wird, ermittelt die Staatsanwaltschaft Mannheim gegen Unbekannt wegen Diebstahls und Verstößen gegen den Tier- und Artenschutz. 

Eine Info-Tafel im Luisenpark: Humboldt-Pinguine stehen unter Artenschutz.

Dass der Pinguin, der unter Artenschutz steht, ausgebüxt oder aber von einem Fuchs, Marder oder großen Greifvogel ‚entführt‘ wurde, schließen die Ermittler immer noch aus. Die Tierschutzorganisation PETA setzte sogar eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise zum mutmaßliche Täter aus. 

Obduktion sorgt für Erstaunen

Laut dem Obduktionsbericht sei der Humboldt-Pinguin von einem Raubtier getötet worden. Allerdings kann nur ein ,Postmortaler Tierfraß' festgestellt werden, weshalb Diebstahl selbst ein Jahr später nicht ausgeschlossen werden kann. Es bleiben also die Fragen offen: Wie konnte ein Tier den Vogel aus seinem Gehege holen? Und kann ein Mensch nicht doch für den Tod des Kleinen verantwortlich sein? 

Kameras im Luisenpark

Für rund 5.000 Euro installiert der Park ein Kamerasystem rund um das Pinguin-Gehege.

Im Luisenpark werden zwei Kameras installiert. 

Wir wollen alles tun, damit unsere Pinguine nicht zu Schaden oder abhanden kommen. Da nicht immer Pfleger im Gehege sind, wollen wir mit der Videoüberwachung abschrecken“, so Park-Chef Joachim Költzsch drei Monate nach dem Tod von ,Nummer 53'. Die Ermittlungen sind derweil schon eingestellt. 

Videoüberwachung an Pinguin-Gehege im Luisenpark!

Am Ende bleibt die Trauer

Viele Besucher legen im Luisenpark Blumen und Kerzen rund um die hölzerne Pinguin-Figur. Auch nach vielen Monaten beschäftigt der Fall noch einige Polizeibeamte. 

Besucher zünden Kerzen für getöteten Pinguin an

Und dennoch: Die wichtigsten Fragen bleiben wohl für immer ungeklärt. 

>>> Hier geht's zur Übersicht aller Berichte zum getöteten Luisenpark-Pinguin

Ruhe in Frieden kleiner Freund.

jol

Quelle: Mannheim24

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