Pachtvertrag doch verlängert

„Nummer 6" bleibt im Jungbusch – unter DIESER Bedingung!

Mannheim – Nach einer emotionalen, öffentlichkeitswirksamen Debatte muss die Jungbusch-Bar „Nummer 6“ doch nicht schließen. Der Pachtvertrag wird verlängert, allerdings gibt es da eine Bedingung:

  • Die Kneipe „Nummer 6" aus Mannheim muss im September schließen.
  • Der Pachtvertrag im Jungbusch ist nicht verlängert worden.
  • Aktuell müssen immer mehr Clubs in der Region schließen.

Update vom 5. August: Nach einigen emotionalen Tagen scheint es für die „Nummer 6“ doch noch Hoffnung zu geben. Wie die Bar im Jungbusch über Facebook mitteilt, wird der Pachtvertrag jetzt doch verlängert, sodass die „Nummer 6" weiterhin im Mannheimer Szenekiez bleiben kann. Die Barbetreiber erklären, dass sie sich zusammen mit Verpächter, Vertreter der Stadt Mannheim und dem Nachtbürgermeister an einen Tisch gesetzt haben und so zu einer zufriedenstellenden Lösung gekommen seien.

Allerdings wird die „Nummer 6‘“ wohl nicht die gleiche bleiben: „Im Zuge der Entwicklungen wird sich das Konzept der Nummer 6 in Zukunft etwas verändern, worüber wir euch zeitnah informieren werden.“ Ob das neue Konzept eine Auflage für die Verlängerung des Pachtvertrags war, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Doch die Betreiber der „Nummer 6" freuen sich, dass sie weiterhin in der Jungbuschstraße bleiben dürfen.

Noch-Nachtbürgermeister Hendrik Meier und SPD-Stadträtin Isabel Cademartori freuen sich indes über die konstruktive Zusammenarbeit: „Dies ist gelungen, weil wir hier im Stadtteil jahrelang Strukturen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit aufgebaut haben, die gerade in Konfliktsituation greifen sollen und es auch tun“, erklären die beiden in einer Pressemitteilung.

Dass es diesmal auch wieder gelungen ist, zeigt, dass Konflikte von jenen gelöst werden können, die bereit sind ohne Scheuklappen mit allen Akteuren einen konstruktiven Dialog zum Wohle des Stadtteils zu führen, statt die Spaltung für die eigene Profilierung voranzutreiben.“

Mannheim: „Nummer 6“ macht zu – Partei will Schließung verhindern

Update vom 3. August: Mit der „Nummer 6“ fällt eine weiteres Mannheimer Urgestein dem Bar-und Clubsterben in der Quadratestadt zum Opfer. Doch nun haben die Mannheimer Grünen angekündigt, für den Erhalt der beliebten Kneipe im Jungbusch zu kämpfen. „Der Hausbesitzer hat einen neuen Vertrag mit unzumutbaren Bedingungen angeboten, und die Corona-Zeit hat der Nummer 6 die Zeit genommen, darauf angemessen zu reagieren“, kritisiert die Partei die bevorstehende Schließung in einer Mitteilung am Montag. Der Hausbesitzer hätte demnach von sich aus nichts unternommen, den langjährigen Mieter zu halten und es hätte sich schnell ein neuer Pächter gefunden.

„Die enge Zusammenarbeit der Immobilieninvestoren, dem neuen Gewerbeverein und der Serie von Gastronomien mag kaum verwundern. Sie verändert aber zunehmend den Jungbusch zu einer Einnahmequelle und weniger zu einem Viertel, in dem Vielfalt und alternatives Zusammenleben seinen Platz behält“, wird Stadtrat Gerhard Fontagnier zitiert. „Wir werden alles Mögliche tun, um der anhaltenden Verdrängung von Angeboten die tatsächlich für die Bewohner*innen des Stadtteils und für die Vielfalt im Jungbusch stehen, entgegen zu wirken,“ teilen die Bezirksbeiräte Olaf Kremer und Zora Brändle außerdem mit. In Mannheim tut sich einiges in der Bar- und Clubszene: Die Dankbar zieht noch in diesem Jahr um. Die neue Location befindet sich in den Räumen, wo einst das Gatsby drin war.

Mannheim: Nummer 6 verkündet Schließung – nächste Bar macht dicht

Erstmeldung vom 2. August: Die Mannheimer Kneipe „Nummer 6“, die schon seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Ausgeh-Meile im Jungbusch ist, muss ab September schließen. Das geben die Besitzer über ihre Facebook-Seite bekannt. Schuld daran ist aber nicht die Corona-Krise, die bei vielen Bars, Clubs und Kneipen schon seit Monaten für rote Zahlen sorgt, sondern der Vermieter. „Leider müssen wir euch jetzt mitteilen, dass die Entscheidung endgültig ist und wir ab September schließen müssen, da unser Pachtvertrag nicht verlängert wird“, heißt es von Seite der Kneipe. Und mit dem Problem scheint die „Nummer 6“ nicht alleinezustehen.

Mannheim: Nummer 6 muss schließen – wegen Gentrifizierung?

Alternative Bars wie die Nummer 6 passen offensichtlich nicht in das „Aufwertungskonzept“ der verwaltenden Immobilienfirma und somit können wir auch nicht in einer anderen Lokalität weiter machen“, heißt es weiter. Seit einiger Zeit würden Gastronomieflächen, wie die in der Jungbuschstraße 6, aufgekauft werden. Die Nummer 6 hat erst am 2. Juni wieder öffnen können, nachdem wegen Corona fast alle Gastronomiebetriebe schließen mussten. Gerüchten zufolge könnte den Platz in Zukunft ein Feinkostladen bekommen. Trotz mehrere Gespräche mit „diversen Leuten" könne man nichts an der Situation ändern.

Nummer 6

Die Gäste und „Fans“ der Nummer 6 lassen ihrer Wut in den Facebook-Kommentaren freien lauf und posten Sprüche wie „Make Jungbusch shit again“ oder „Ich köttel auf deine Gentrifizierung“. Viele sehen zudem die Schuld bei der Politik, wegen gemachter, aber nicht gehaltener Versprechen. „Wenn man die Vögel beim Wort nimmt, sind die doch so auf „Erhaltung“ der Vielfältigkeit aus. Da muss die Vielseitigkeit vielleicht mal Präsenz zeigen“, schreibt ein User und fragt nach einer Demonstration.

Mannheim: Bar- und Clubsterben in der Region

Eine Demo zum Erhalt der Kultur fand erst vor kurzem in Mannheim statt, scheint aber keinen Erfolg gehabt zu haben. Der neue Nachtbürgermeister Robert Gaa hat auf jeden Fall schonmal eine gewaltige Aufgabe zu stemmen, um das weitere Clubsterben zu verhindern. In den letzten Monaten mussten schon das Baton Rouge in Mannheim sowie das Ziegler und der Irish Pub O´Rilley´s in Heidelberg ihre Schließung bekannt geben. Ein ähnliches Schicksal könnte der Cave54 in Heidelberg oder dem Musikpark in Ludwigshafen bevorstehen, wenn sich nicht bald etwas ändert! (dh)

Rubriklistenbild: © MANNHEIM24/Leon Berent

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