40 Stellen unbesetzt

Uniklinik Mannheim braucht mehr Pflegekräfte: Problem wird zur „Chefsache“ erklärt!

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Mannheimer Uniklinik braucht mehr Pflegekräfte

Mannheim-Neckarstadt-Ost - Das Universitätsklinikum braucht mehr Pflegepersonal. Der neue Ärztliche Direktor erklärt, wo die Probleme liegen.

Der Pflegenotstand ist kein Geheimnis – und auch das Universitätsklinikum braucht mehr Pflegepersonal. Aktuell werden rund 1.300 Pflegekräfte beschäftigt. Doch der Bedarf wächst! 

Das größte Problem seien kurzfristige Erkrankungen der Mitarbeiter, so der neue Ärztliche Direktor Hans-Jürgen Hennes am Dienstag (15. Januar). Dadurch müssen andere Kollegen, die eigentlich frei haben, spontan einspringen. Deshalb solle auch der Springerpool von 10 auf 30 Stellen erhöht werden. Außerdem soll die im vergangenen Jahr abgeschaffte Position eines Pflegedirektors wieder besetzt werden. Derzeit seien 40 Pflegestellen unbesetzt.

Durch Werbekampagnen sollen neue Kräfte angeworben werden, die vom Uniklinikum auch bei der Wohnungssuche unterstützt werden sollen. Hennes erklärt diese Herausforderung zur „Chefsache“.

Zu dem bereits bestehenden Problem des Notstands kommt eine Unterbelegung des Krankenhauses. Mit circa 75 Prozent ist es laut Hennes und Geschäftsführer Freddy Bergmann im Vergleichrelativ gering ausgelastet.

Der Bundesschnitt liegt bei 75 bis 80 Prozent, auch das Uniklinikum hat sich eine Auslastung von 80 Prozent als Ziel gesetzt – das heißt: Es braucht mehr Patienten! Im letzten Jahr sank die Zahl um 200 auf unter 47.000 Patienten. Obwohl die Uniklinik bereits zum 4. Mal in Folge von dem Magazin ‚Focus Gesundheit‘ zu den besten Deutschlands ausgezeichnet wurde.

Dadurch, dass das notwendige Personal fehle, können laut Bergmann neue Kapazitäten wie in der intensivmedizinischen Versorgung gar nicht erst genutzt werden.

Wie viele Krankenhäuser in Deutschland schreibt auch das Uniklinikum rote Zahlen und Bergmann hofft jetzt auf die Kooperation mit anderen Krankenhäusern – zum Beispiel bei der Anschaffung neuer Geräte. Er halte nichts von einem „Zerfleischungsprozess“, bei dem alle Häuser teure Geräte anschafften etwa für eine Magnetresonanztomographie (MRT), diese aber kaum genutzt würden.

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cet/dpa

Quelle: Mannheim24

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