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Mannheim: Waffenhorten und Volksverhetzung – Diese Strafe bekommt der „Nazi-Druide“

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Von: Daniel Hagen

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Selbsternannter «Druide» wegen Volksverhetzung vor Gericht
Ein „Nazi-Druide“ steht in Mannheim vor Gericht. © Jan Peter/dpa

Mannheim - Ein selbst ernannter „Druide“ und seine Mitstreiter sollen Waffen, Munition und Sprengstoff gehortet haben. Jetzt ist das Urteil gefallen.

Update vom 4. Februar, 12:30 Uhr: Am Landgericht Mannheim ist ein Urteil gegen den selbst ernannten „Druiden“ gefallen. Demnach erhält Burghard B. eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung für das Horten von Waffen. Hinzu kommt noch eine Geldstrafe von 130 Tagessätzen á zehn Euro wegen Volksverhetzung, weil der „Nazi-Druide“ den Holocaust geleugnet hat. Seine drei Mitangeklagten haben zuvor ebenfalls Bewährungsstrafen bekommen. Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben sich zuvor auf eine mildere Strafe verständigt, weil der 71-Jährige ein Geständnis abgelegt hat.

Mannheim: Waffen-Prozess gegen „Nazi-Druiden“ – fällt heute das Urteil?

Update vom 3. Februar, 19:45 Uhr: Aus Angst vor dem Zusammenbruch der Ordnung in Deutschland sollen vier Männer ein Waffenarsenal angelegt haben – drei von ihnen kamen mit einer Bewährungsstrafe davon. Gegen ihren Anführer, einen selbst ernannten „Druiden“, wird das Landgericht Mannheim am Freitag (9:00 Uhr) nach den Plädoyers voraussichtlich das Urteil verkünden. Der 71-Jährige hat die Vorwürfe der Anklage unter anderem wegen des unerlaubten Erwerbs, der Weitergabe und Veräußerung von Munition sowie wegen Volksverhetzung bereits gestanden.

Mannheim: „Nazi-Druide“ wollte Ritterburg bauen – als Schutz vor Außerirdischen

Update vom 21. Januar, 14 Uhr: Überraschende Wende im Landgericht Mannheim. Der Anwalt des „Nazi-Druiden“ habe alle gegen seinen Mandanten erhobenen Vorwürfe eingeräumt und erklärt, dass sich der 71-Jährige von seinen volksverhetzenden Beiträgen distanziere, wie der Mannheimer Morgen berichtet. Das Gericht hat zudem das Verfahren von Burghard B. von dem seiner Mitangeklagten getrennt, da diese bereits am zweiten Prozesstag verurteilt werden könnten.

Während des Prozesses ist heute ein Beamter des Landeskriminalamts als Zeuge geladen gewesen, der die Ermittlungen etwas näher beschrieben hat. So haben alle Angeklagten eine Gesinnung, die zur Reichsbürger-Bewegung passt. Als Anführer der Gruppe habe der „Nazi-Druide“ zudem den Plan gehabt, eine „Ritterburg“ in Sachsen-Anhalt zu bauen, um befeindete Truppen aus Russland, den USA oder dem Weltall abwehren zu können.

Mannheim: Prozess gegen Waffenbauer und „Nazi-Druide“ gehen weiter

Erstmeldung: Eine Gruppe von vier Männern soll ein Arsenal von Waffen – darunter Pistolen, Flammenwerfer und Molotow-Cocktails – sowie Munition selbst hergestellt und gebunkert haben. Diese seien für den Selbstschutz gewesen, sobald der Staat zusammengebrochen wäre – eine Vorstellung, die zahlreiche Mitglieder der Verschwörungs-Szene teilen. Seit Freitag (7. Januar) müssen sich die Männer für ihre Taten am Landgericht Mannheim verantworten. Der Hauptangeklagte, der sich selbst als „Druide“ bezeichnet, will sich zu den Vorwürfen äußern. Der 71-Jährige sitzt nämlich noch aus anderen Gründen auf der Anklagebank.

Mannheim: „Nazi-Druide“ will sich zu Volksverhetzung äußern

Drei der vier Männer haben bereits am ersten Verhandlungstag ein Geständnis abgelegt. Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht streben jetzt eine Verständigung an, um den Prozess gegen sie schnell abschließen zu können. Aufgrund ihres Geständnisses könnten sie sogar mit einer Strafminderung rechnen. Wegen Verstoßes gegen das Waffenrecht droht zwei Angeklagten eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren, ein weiterer könnte zudem bis zu fünf Jahren Haft erwarten, weil er gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen hat.

Der „Nazi-Druide“ Burghard B. wird aber wohl nicht so leicht davonkommen. Dem 71-Jährigen wird nämlich auch noch Volksverhetzung vorgeworfen. So soll der den Reichsbürgern nahe stehende „Druide“ auf einer beliebten Plattform für Neonazis den Holocaust geleugnet, gegen Flüchtlinge gehetzt und zum Mord aufgerufen haben. Nach dem Mord an dem CDU-Politiker Walter Lübcke im Juni 2019 soll sich B. zudem positiv über die Tat geäußert haben. Der Hauptangeklagte sieht die ganze Sache aber anders und weist den Vorwurf der Volksverhetzung zurück. Aus diesem Grund möchte sich der „Nazi-Druide“ am Freitag (21. Januar) vor der Strafkammer dazu äußern. (dpa/dh)

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