Ein weiterer Mitarbeiter suspendiert

RNV lässt Anzeige gegen Ex-Mitarbeiter fallen!

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Martin in der Beek (Geschäftsführung) und Rechtsanwältin Ruhan Karakul bei der Pressekonferenz am Freitag. 

Mannheim - Nach den schweren Rassismus-Vorwürfen eines Ex-Mitarbeiters, plante der rnv ihn wegen „falscher Verdächtigungen“ anzuzeigen. Warum die Sache jetzt ganz anders aussieht:   

Die ungeheuerlichen Vorwürfe eines Ex-Beschäftigen in der BILD-Zeitung vom 26. Mai im sogenannten ‚Nazi-Skandal‘ beschäftigen den Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) noch immer. Erst fordert der rnv-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Dillinger (CDU, 56) die „rückhaltlose Aufklärung“ der Vorkommnisse (WIR BERICHTETEN), wenig später liegen ersten Erkenntnisse der internen Untersuchung vor, die begonnen wurde, nachdem Ende April belastendes Videomaterial auf Youtube aufgetaucht war.

Durch das Videomaterial und Hinweise aus der Belegschaft konnten Mitarbeiter befragt werden, die bei der Klärung der Vorwürfe helfen sollen. Zudem wurden zwei Mitarbeiter, die unter Verdacht eines erheblichen Fehlverhaltens stehen, laut rnv „zu ihrem eigenen Schutz" suspendiert.  

„Es war unerträglich anzusehen“   

Am Freitagnachmittag lädt die rnv zu einer Pressekonferenz ein. Dabei bestätigt sie, dass sie seit Donnerstag das komplette Material gesichtet und auch die betreffenden Mitarbeiter identifiziert hätte. 

Nach ersten Erkenntnissen gibt es konkrete Hinweise auf Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter. Mittlerweile sind D rei deswegen schon vom aktiven Dienst abgezogen worden. „Es war unerträglich anzusehen“, so Geschäftsführer Beck zur Sichtung des Videomaterials.„Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas mal bei uns passiert.“ und „das bereitet mir schlaflose Nächte, ich hoffe dass es sich auf Einzelfälle beschränkt, ergänzt er später. 

Die Vorwürfe der sexuellen Nötigung und des rassistischen Mobbings würden sich laut Geschäftsführer Martin in der Beek weiter erhärten. Auch der Vorwurf des Ex-Mitarbeiters, Kollegen hätten ihnen auf ein falsches Gleis gelotst und somit auch die Fahrgäste gefährdet, scheint zu stimmen. „Es gab ein Signal, welches ohne Grund auf Halt stand“, bestätigt der Geschäftsführer. 

Doch was bedeutet das für den Ex-Mitarbeiter? Genau wegen dieser „falschen Verdächtigungen“ wollte die rnv ihn eigentlich anzeigen.

„Wir werden die Anzeige zurückziehen“

Am Freitag rudert die rnv zurück: „Wir werden die Anzeige zurückziehen. Jetzt steht die Aufklärung im Vordergrund - auch wenn im Unwissen der Mitarbeiter gefilmt wurde.“, so in der Beek.

Der Geschäftsführer verkündet zudem, dass die rnv eine externe Schiedsperson engagiert hätten, um die weiteren Ermittlungen zur Aufarbeitung potenzieller Verfehlungen maßgeblich zu leiten. Rechtsanwältin Ruhan Karakul, die derzeit beim Zentralrat deutscher Sinti und Roma tätig ist, wird diese Aufgabe übernehmen. Ein Team aus Wirtschaftsprüfern der Firma Ernst & Young soll die Rechtsanwältin dabei unterstützen.

Fanden die Vorwürfe kein Gehör? Waren sie dem Betriebsrat bekannt? Wurden vielleicht sogar rassistische Handlungen begünstigt?“, - diese Fragen will die Rechtsanwältin beantworten. Sie wolle jetzt das Material auswerten, Gespräche führen und so auch feststellen, ob der Skandal Konsequenzen für das Unternehmen hat.  

Mit Karakul hätte in der Beeck eineneutrale Stelle eingerichtet die„hoffentlich zur restlosen Aufklärung“ führt. Außerdem soll in den nächsten Tagen eineHotline eingerichtet werden - sowohlfür Mitarbeiter, als auch für Externe wie etwa Fahrgäste. So könnten diese anonym, weitere Hinweise zu den Vorwürfen liefern. 

Der Geschäftsführer rechnet damit, dass die vollständige Aufklärung noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird. 

>>> BILD-Bericht: Neue Vorwürfe im RNV-Skandal

>>> Nazi-Vorwürfe durch Ex-Mitarbeiter: Die Reaktion der RNV!

>>> Migrantenhetze und Hitlergruß: Nazi-Skandal bei RNV?

kp/pm

Quelle: Mannheim24

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