Nach Krisengespräch mit OB Kurz

„Bewusst überzeichnet“ – Naidoo verteidigt Skandal-Song

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Mannheim - Dieses Statement war längst überfällig! Erstmals bezieht Xavier Naidoo (45) Stellung zu dem massiv in die Kritik geratenen Song „Marionetten“. Doch damit sollte das Thema noch lange nicht durch sein...

Ist das schon die erste Reaktion nach dem Krisengespräch mit Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) am Montagabend im Collini-Center?

Im Streit um die massive Kritik an Politikern im Söhne-Mannheims-Song „Marionetten“ – „Teile eures Volks nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter“, heißt es unter anderem darin – bezieht Mit-Autor Xavier Naidoo erstmals Stellung und postet auf seiner Facebook-Seite ein langes Statement.

Es handele sich „um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen, also um die Beobachtung bestimmter Stimmungen, Auffassungen und Entwicklungen“, so der 45-Jährige auf Facebook. Diese Beschreibung sei „bewusst überzeichnet“. 

ABER: „Das mag missverständlich gewesen sein“, räumte Naidoo ein.

Das gesamte Statement

Der 45-jährige Musiker betont in dem Statement, er selbst und die Söhne Mannheims stünden „für eine offene, freiheitliche, liberale und demokratische Gesellschaft, in der viele Kulturen gemeinsam zusammenleben und in der es allen Menschen möglichst gut geht“. Dies sei ihm wichtig und dafür lohne es sich, einzustehen. 

Allerdings hätten momentan „viele Menschen zumindest das Gefühl“, dass „sie nicht mehr "mitgenommen" werden von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik“. Das sei gefährlich und könne zu Extremismus führen, der nie gut sei.

Doch die große Frage bleibt: Muss sich ein Musiker wie Naidoo, der schon zuvor unter anderem dank eines Auftritts vor so genannten Reichsbürgern in Berlin massiv in Kritik geraten war, ausgerechnet einer Sprache bedienen, die es sonst nur aus rechtspopulistischen Kreisen zu hören gibt?

Diese Antwort bleibt der Musiker weiterhin schuldig...

>>> Streit um Skandal-Song: Stadt steht zu Naidoo und den Söhnen!

Unterdessen meldeten sich auch die Söhne Mannheims per Facebook-Post zu Wort. Dort bezeichnen sie das Gespräch mit OB Kurtz als „konstruktiven Austausch“ und machen deutlich, dass sie sich als „multikulturelles Ensemble der "Einheit in Vielfalt", in der auch in der Gruppe Meinungsvielfalt gelebt wird“ verstehen.

Nach wie vor teilen wir das gemeinsame Grundverständnis für eine offene, freiheitliche, liberale und demokratische Gesellschaft auf Basis unseres Grundgesetzes. Das ist uns wichtig und dafür lohnt es sich einzustehen. Jegliche Aufrufe zu Gewalt lehnen wir ab“, heißt es weiter.

Die Musiker seien traurig über „entstandene Irritationen“ und schreiben abschließend: „Wir verurteilen insbesondere die Vereinnahmung unserer Musik durch Feinde der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit und bekräftigen die Freiheit der Kunst und Meinungsäußerung.

>>> „Hurensöhne Mannheims“: Böhmermann-Parodie auf Naidoo

>>> „Marionetten“: DAS ist der umstrittene Text!

rob/dpa

Quelle: Mannheim24

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