Richterin schildert unvorstellbare Taten

Pflegekind (3) grausam gequält: Horror-Eltern wollen Gefängnis-Strafen nicht akzeptieren 

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Die angeklagten Pflegeeltern bei Prozessbeginn im Gerichtssaal

Mannheim - Weil sie einen kleinen Jungen grausam gequält und misshandelt haben, wurden seine Pflegeeltern Ende Februar verurteilt. Das Ehepaar will die Haftstrafen jedoch nicht akzeptieren: 

  • Am 12 Februar beginnt am Amtsgericht Mannheim der Prozess gegen Pflegeeltern, die ein Kind misshandelt haben sollen
  • Dem Ehepaar aus Brühl wird vorgeworfen, den Jungen wochenlang gequält zu haben
  • Die 44-Jährige und ihr Mann sind wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung mit Misshandlung von Schutzbefohlenen angeklagt
  • Ihnen droht bis zu 10 Jahre Haft
  • Das Urteil gegen die Pflegeeltern soll am 28. Februar fallen
  • 44-Jährige zu 3 Jahren und 11 Monaten, der Ehemann zu 3 Jahren Haft verurteilt

Update vom 8. März: Das Ende Februar vor dem Amtsgericht wegen Misshandlung ihres Pflegesohns verurteilte Ehepaar will seine Haftstrafen nicht akzeptieren. Die ehemaligen Pflegeeltern haben Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt, wie das Gericht am Freitag mitteilt. Die Angeklagten (beide 44) wurden wegen Körperverletzung und Misshandlung des zur Tatzeit dreijährigen Jungen zu Haftstrafen von drei bzw. drei Jahren und elf Monaten verurteilt. Bis zuletzt hatte das Ehepaar seine Unschuld beteuert. 

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Der kleine Junge lebt nach seinem Martyrium wieder bei seiner ehemaligen Kurzzeitpflegemutter, die im September 2017 auch dafür sorgte, dass das abgemagerte und verletzte Kind aus seiner früheren Pflegefamilie herausgenommen wurde. 

Ein weiterer Fall, der aktuell vor Gericht ist, bewegt die Ludwigshafener: Nach dem BASF-Unglück, bei dem fünf Menschen ums Leben gekommen ist, spricht nun zum ersten Mal der Angeklagte.

Pflegekind (3) grausam gequält! Horror-Eltern verurteilt – Richterin schildert unvorstellbare Taten

Update vom 28. Februar (16 Uhr): Während die vorsitzende Richterin Ulrike Schrage das Urteil begründet und dabei den schrecklichen Fall im Detail schildert, gehen immer wieder betroffene Seufzer durch die Zuschauerreihen – lassen die Erläuterungen doch das ganze Ausmaß des Martyriums erahnen, das der kleine Junge durchleben musste.

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Nachdem die leibliche Mutter des Kindes bei einem Besuch bei dem Ehepaar Alexandra und Markus M. im September 2017 auf den schrecklichen Zustand des damals Dreijährigen aufmerksam wird, verständigt sie umgehend das Jugendamt – das handelt sofort und nimmt den Jungen innerhalb von zwei Stunden in seine Obhut. 

Bei der anschließenden Untersuchung im Uniklinikum Mannheim die unvorstellbare Diagnose: Neben diversen Hämatomen am ganzen Körper, einer hochgradigen Unterernährung, offenen Wunden, Prellungen am Oberkörper und im Gesicht, ausgerissenen Haaren und einer Leberprellung, leidet das Kind auch an multiplen Brüchen an beiden Händen. Insgesamt stellen die Ärzte zehn Frakturen fest!

Die hatte Pflegemutter Alexandra M. dem kleinen Jungen mit gezielten, extrem festen Schlägen mit einem Kochlöffel hinzugefügt. Wenn das Kind schmutzig vom Kindergarten nach Hause gekommen ist, duscht M. es zur Bestrafung mit eiskaltem Wasser ab. Eine weitere Form der Bestrafung ist die Verweigerung von Nahrung – der Dreijährige muss dabei teilweise mehrere Wochen hinweg ohne Abendessen ins Bett

Bei seiner Befragung durch Sachverständige, wer ihm diese Verletzungen hinzugefügt habe, antwortet der Junge: „Die böse Frau.“ 

Pflegeeltern bestreiten die schrecklichen Taten bis zuletzt 

Die böse Frau, erklärt er schließlich weiter, ist seine Pflegemutter Alexandra M.. Die bestreitet – genau wie ihr Ehemann - sämtliche Vorwürfe bis zum Schluss. Während des Prozesses behauptet sie immer wieder, dass ihr Pflegekind „verhaltensauffällig“ sei und „Psychospielchen“ mit ihr und ihrer Familie spielen würde. Außerdem solle das Kind laut der 44-Jährigen dazu neigen, sich selbst zu verletzen. 

In einer von insgesamt zwei während des Prozesses gezeigten Privataufnahmen des verurteilten Ehepaars, die das angeblich krankhafte Verhalten des Jungen belegen soll, ist zu sehen, wie das Kind während einer Wanderung den Kopf in den Nacken wirft und lauthals schmerzerfüllt schreit. Aus dem Hintergrund ist nur eine erwachsene Stimme zu hören, die dem Jungen befiehlt, damit aufzuhören und weiterzulaufen. 

Wie sich im Laufe der Ermittlungen herausstellt, sind da bereits die beiden Hände des Kleinen gebrochen. Den steifen, panischen Blick in dem Himmel - ein immer wieder auftauchendes Verhaltensmuster bei dem Kind - erklärt der damals Dreijährige in seiner Vernehmung damit, dass er bei einer angedrohten oder durchgeführten Bestrafung einfach nur in die Sonne schauen wollte.

Jede einzelne von Ihnen hervorgebrachte Behauptung konnte durch Zeugen und Sachverständige widerlegt werden“, macht Richterin Schrage unmissverständlich in Richtung des verurteilten Ehepaars deutlich. Während der 44-jährige Pflegevater dem Urteil und der Begründung reglos folgt, schüttelt seine Ehefrau immer wieder den Kopf. 

Sie wurde wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit der Misshandlung von Schutzbefohlenen zu drei Jahren und elf Monaten, ihr Ehemann wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit der Misshandlung von Schutzbefohlenen und unterlassener Hilfeleistung zu drei Jahren Haft verurteilt.

Nach Misshandlungen durch Pflegeeltern: Wie geht es dem Jungen heute?

Der mittlerweile Fünfjährige befindet sich heute in Ergo- und Traumatherapie. Laut Richterin Schrage sei der Junge mittlerweile zwar auf dem Weg der Besserung – was die Misshandlung aber mit seiner Seele gemacht habe, könne niemand beurteilen.

Misshandeltes Kind: Pflegeeltern in Mannheim verurteilt

Update vom 28. Februar: Das Urteil gegen die Horror-Eltern ist gefallen: Die 44-jährige Angeklagte wird am Donnerstag vor dem Amtsgericht Mannheim zu 3 Jahren und 11 Monaten Haft verurteilt – ihr Mann zu drei Jahren. Damit wird die Forderung der Staatsanwaltschaft beinahe erfüllt, sie hat für die Frau 4 Jahre und für den Mann 2 Jahre und 6 Monate Haft verlangt. Das Ehepaar hat bis zum Ende alle Vorwürfe abgestritten. 

Pflegekind (3) monatelang gequält: Heute fällt Urteil gegen Horror-Eltern! 

Update vom 28. Februar: Am Amtsgericht Mannheim wird am Donnerstagnachmittag das Urteil gegen die Pflegeeltern erwartet, die einen dreijährigen Jungen monatelang gequält haben sollen. Die 44-jährige Frau und ihr gleichaltriger Mann sind wegen Körperverletzung und Misshandlung angeklagt. Beide haben die Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Der Strafrahmen liegt zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Das Urteil gegen die Pflegeeltern soll gegen 13 Uhr fallen. 

Haben Pflegeeltern Kind (3) gequält? Öffentlichkeit zur Urteilsverkündung wieder zugelassen!

Update vom 20. Februar 10:45 Uhr: Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilt wird das Urteil gegen die Pflegeeltern aller Wahrscheinlichkeit nach am 28. Februar fallen. Während die Öffentlichkeit während des gesamten Prozesses ausgeschlossen war, wird sie für die Urteilsverkündung wieder zugelassen sein.

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Update vom 12. Februar, 12 Uhr: Staatsanwalt Tobias Lutz verliest am ersten Prozesstag gegen die Pflegeeltern eine ganze Liste von Misshandlungen: von Schlüsselbeinbruch bis Nahrungsentzug, die vor allem der Mutter vorgeworfen werden. Der Vater habe den Jungen mindestens einmal geschlagen und außerdem unterlassen, das Kind vor den Attacken seiner Frau zu schützen.

Nach dem Verlesen der Anklage wird die Öffentlichkeit bis zur Urteilsverkündung ausgeschlossen. Das wird voraussichtlich am 28. Februar fallen. 

Update vom 12. Februar: Am Dienstag (12. Februar) um 9 Uhr startet am Landgericht Mannheim der Prozess gegen die Pflegeeltern aus Brühl. Die 44-jährige Frau und ihr gleichaltriger Mann sind wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung mit Misshandlung von Schutzbefohlenen angeklagt. Der damals drei Jahre alte Junge war mit offenen Wunden, ausgerissenen Haaren, gebrochenen Knochen, einer Leberprellung sowie völlig unterernährt 2017 aus der Pflegefamilie herausgeholt worden. 

Die angeklagten Pflegeeltern bei Prozessbeginn im Gerichtssaal

Pflegemutter bestreitet die Tat 

Das Mannheimer Jugendamt war auf die Misshandlung aufmerksam geworden und brachte den Bub in eine Klinik, wo er zehn Tage behandelt wurde. Die 44-jährige Pflegemutter hat laut Anklage eine Misshandlung des Kindes bestritten. Dieses sei gestürzt und habe zu wenig gegessen, um die anderen Familienmitglieder zu „bestrafen". Die Haare habe der Junge sich selbst herausgerissen. Der gleichaltrige Vater hatte zunächst geschwiegen und dann einen Brief ans Gericht geschrieben, dessen Inhalt nicht öffentlich bekannt wurde. Die leibliche Mutter des Opfers tritt in der Verhandlung als Nebenklägerin auf. 

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Strafrahmen zwischen 6 Monaten und 10 Jahren Gefängnis 

Der Strafrahmen für die gefährliche Körperverletzung und die Misshandlung von Schutzbefohlenen liegt bei sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Nach Angaben des zuständigen Mannheimer Jugendamtes wurde das Kind regelmäßig dem Kinderarzt vorgestellt und besuchte kontinuierlich den Kindergarten - ohne dass es Hinweise auf häusliche Probleme gegeben habe. 

Bürgermeisterin zeigt sich betroffen 

Der am 13. September 2017 beim Jugendamt eingegangene Hinweis auf eine konkrete Kindeswohlgefährdung wurde sofort geprüft. Innerhalb von zwei Stunden sei der Junge in Obhut gekommen. Die zuständige Mannheimer Bürgermeisterin für Bildung, Kinder, Jugend und Gesundheit, Ulrike Freundlieb, zeigte sich betroffen angesichts des Falls und der Tatsache, dass die Gewalt nicht früher habe verhindert werden können. „Es ist sehr bedauerlich, dass durch Fälle wie dem aktuellen, dem Ruf und der Leistung von Pflegeeltern ein schlimmer Schaden zugefügt wird.“

Hätte die Kindesmisshandlung verhindert werden können?

Die Pflegeeltern in Mannheim und in der Rhein-Neckar-Region leisteten eine sehr wichtige und pädagogisch anerkannte Aufgabe. Hätte das Leid des Jungen früher entdeckt oder verhindert werden können? Freundlieb sagte, die Beurteilung einer familiären Situation sei letztlich immer eine Prognose in die Zukunft, die stets nur aufgrund der aktuellen Situation bewertet werden könne. „In der Nachbetrachtung kann sich die Situation dann jedoch als anders herauskristallisieren, als sie sich zum Beurteilungszeitpunkt dargestellt hat.“

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Jugendamt betreut 203 Pflegefamilien 

Das Jugendamt Mannheim betreut derzeit 203 Pflegefamilien, in denen 235 Pflegekinder leben. Der Pflegekinderdienst vermittelt im Jahr durchschnittlich 25 bis 40 Kinder in Familien in Mannheim.

Zeitgleich zu diesem Prozess geht in Frankenthal der Babymordprozess weiter. 

Leibliche Mutter ist Nebenklägerin

Update vom 6. Februar: Nun sind weitere Infos zu dem grausamen Fall, bei dem Pflegeeltern ein 3-jähriges Kind misshandelt haben, bekannt: Die Pflegefamilie hat in Brühl gewohnt, wo der 3-Jährige ursprünglich gelebt hat, ist unklar. Neben ihrem Pflegesohn haben die Angeklagten auch zwei eigene Kinder: Eine 11-jährige Tochter und einen 13-jährigen Jungen. 

Die Pflegeeltern können eine Haftstrafe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren wegen schwerer Körperverletzung erwarten. Das Amtsgericht kann maximal 4 Jahre verhängen, danach kann die Anklage über das Landgericht laufen.

Die leibliche Mutter des misshandelten Kindes tritt in dem Fall als Nebenklägerin und als Zeugin auf.

Kind von Pflegeeltern gequält und misshandelt: Paar in Mannheim vor Gericht

Erstmeldung vom 4. Februar: Wochenlang soll ein 3-jähriges Kind gequält und misshandelt worden sein – nun müssen sich seine Pflegeeltern vor Gericht verantworten. Wie das Mannheimer Amtsgericht am Montagnachmittag (4. Januar) mitteilt, soll sich das Ehepaar zu Beginn der Pflege ordnungsgemäß um den Jungen gekümmert haben.

Jedoch im Juli 2017 soll der 44-jährige Vater sein Pflegekind mindestens einmal geschlagen haben. Ab diesem Zeitpunkt habe die gleichaltrige Ehefrau ihren Sohn gequält und misshandelt. Sie soll ihm für mehrere Wochen kein oder nur unzureichendes Essen gegeben haben. Als Strafmethode habe sie den 3-Jährigen mit kalten Wasser geduscht und ganze Haarbüschel herausgerissen. Dem Mann soll dies bekannt gewesen sein und durch Unterlassen gefördert haben.

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Von Pflegeeltern misshandelt: Kind weist viele Verletzungen vor

Der Junge sei unterernährt, mit mehreren Hämatomen und Verletzungen, einem Schlüsselbeinbruch sowie einer Leberprellung ins Mannheimer Universitätsklinikum eingeliefert worden. Aufgrund der Verletzung habe das Kind zehn Tage stationär behandelt werden müssen“, so Dr. Gunter Carra, Pressesprecher des Mannheimer Amtsgerichts.

Kind misshandelt: Prozessstart Mitte Februar

Die beiden Angeklagten müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung mit Misshandlung von Schutzbefohlenen am Dienstag, den 12. Februar um 9 Uhr im Amtsgericht verantworten. 

Fortsetzungstermine: Dienstag den 19. Februar, 9.00 Uhr und Dienstag den 28. Februar, 9.00 Uhr

Kinder fallen immer wieder ihren Eltern zum Opfer. In England wurde ein Mädchen jahrelang von ihrem Vater vergewaltigt und in Freiburg wurde ein Kind sexuell missbraucht

Weil er seine schwangere Freundin grausam missbraucht und so brutal behandelt hat, dass das Baby im Mutterleib stirbt, muss sich ein Mann vor dem Mannheimer Landgericht verantworten.

In Walldorf starb ein 6-jähriges Kind. Die Mutter steht wegen fahrlässiger Tötung unter Verdacht, da sie die ärztliche Behandlung des Kindes abgelehnt haben soll

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jol/cet/pm

Quelle: Mannheim24

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