Fahrlässige Tötung in 9 Fällen

Nach Münchener Amoklauf: Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage gegen Plattformbetreiber!

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Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage gegen den Plattformbetreiber aus Karlsruhe. (Symbolbild)

Mannheim/Karlsruhe - Der Amoklauf in München am 22. Juli 2016 kostet neun Menschen das Leben! Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Plattformbetreiber, durch die der Schütze an die Waffe gekommen ist:

Ein 18-Jähriger tötet mit einer im ‚Darknet‘ gekauften Waffe neun Menschen! Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Mannheim Anklage gegen den Betreiber der illegalen Plattform.

Der 31-jährige Mann soll dem Schützen es so ermöglich haben, an die Waffe zu kommen und soll für den Amoklauf in München im Jahr 2016 ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden! 

Der 18-Jährige benutzte dazu den Angaben zufolge eine halbautomatische Waffe sowie Munition, die er über die Plattform mit dem Slogan„Keine Kontrolle, alles erlaubt!“ bezogen hatte.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage beim Landgericht Karlsruhe gegen den Karlsruher, der in Untersuchungshaft sitzt. Im Mai 2017 hat sie die Abteilung ‚Cyberkriminalität‘ gegründet und ist auch für den Bezirk der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe zuständig, um noch zielgerichteter gegen Internet-Kriminalität vorzugehen.

Der Betreiber soll als alleiniger Administrator das von ihm erstellte Forum ‚Deutschland im Deep Web‘ für Verkaufsgespräche bereit gestellt haben. Bei der auf größtmögliche Abschottung ausgerichteten und seit März 2013 betriebenen Online-Plattform handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um eines der größten sogenannten Underground-Economy-Foren im deutschsprachigen Raum. 

Das Forum im Darknet mit zuletzt 23.028 registrierten Nutzern sei im Juni abgeschaltet worden. Die Plattform sei nur durch Spenden in der Kryptowährung Bitcoin finanziert worden.

Der Verdacht der Behörde lautet nach deren Angaben vom Freitag (10. August) auf fahrlässige Tötung in neun Fällen und fahrlässige Körperverletzung in fünf Fällen im Zusammenhang mit der Bluttat im Münchner Olympia-Einkaufszentrum

Dort erschießt am 22. Juli 2016 der 18-jährige Schüler David S. acht Jugendliche und eine 45 Jahre alte Mutter, bevor er sich selbst das Leben nimmt.

Nach Ansicht der Ankläger hätte der 31-Jährige erkennen können und müssen, dass sich außerhalb des legalen, kontrollierten Waffenmarktes unzuverlässige und labile Personen eine Waffe verschaffen können und diese auch zur Tötung oder Verletzung von Menschen - wie beim Münchner Amoklauf geschehen - nutzen könnten.

Der Angeklagte hat sich zu den Vorwürfen laut Staatsanwaltschaft noch nicht geäußert.

jab/dpa

Quelle: Mannheim24

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