Seit dem Wochenende

Alkoholverkaufsverbot im Jungbusch: Polizei sieht „positive Entwicklung“

Leere Bierflasche liegt auf dem Boden
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Alkohol-Verkaufsverbot auf der Straße am Wochenende im Jungbusch (Fotomontage)

Mannheim - Nach wiederholten Party-Exzessen im Jungbusch hat die Stadt Mannheim ein nächtliches Straßen-Alkoholverkaufsverbot für Wochenenden erlassen. Die Polizei zieht Bilanz. 

Update vom 12. September: Am Tag nach dem Inkrafttreten des Alkoholverkaufsverbots im Mannheimer Jungbusch zieht die Polizei schon eine erste Zwischenbilanz. Wie Polizeipräsident Andreas Stenger in einer Pressemitteilung sagt, soll es deutlich weniger Zwischenfälle am Freitag (11. September) gegeben haben: „Ob diese positive Entwicklung im Jungbusch weiter anhält, wird sich zeigen“, so Stenger. Dabei macht er aber auch klar, dass das Polizeipräsidium Mannheim auch weiterhin die Durchsetzung des Alkoholverkaufsverbots durchsetzen wird. „Meine Kolleginnen und Kollegen werden auch an den kommenden Wochenenden, bereits am heutigen Samstag wieder vor Ort im Einsatz sein, um gemeinsam mit der Stadt Mannheim die Durchsetzung des Alkoholverkaufsverbots zu gewährleisten und damit einen weiteren, wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit und Ordnung zu leisten“, sagt Stenger.

In der Nacht zum Samstag waren deutlich weniger Nachtschwärmer im Jungbusch, als an den vergangenen Wochenenden, resümiert die Polizei. Des Weiteren soll es auch weniger alkoholbedingte Zwischenfälle gegeben haben. Im Gegensatz zu den vorherigen Wochenenden hat es am Freitag (11. September) nur eine einzige gewalttätige Auseinandersetzung gegeben haben. Grundsätzlich soll das „Aggressionspotential“ viel geringer gewesen sein, was die Beamten auf das Alkoholverkaufsverbot zurückführen.

Mannheim: Alkohol-Verkaufsverbot auf Jungbusch-Straßen – ab sofort!

Schon vor der Corona-Krise stellten Lärm, feiernde Menschen und Vermüllung im Jungbusch die Geduld der Anwohner auf die Probe. Geschlossene Clubs und Discotheken in Mannheim führten nun zu immer ausschweifenderen Party-Exzessen in dem Ausgehviertel. Jetzt hat die Stadt Mannheim mit einer weiteren Maßnahme reagiert, um auf die Situation im Jungbusch zu regieren – und ein nächtliches Straßen-Alkoholverkaufsverbot erlassen.

Mannheim: Alkohol-Verbot auf Straßen – wann es gilt und welche Bußgelder drohen

Ab dem 11. September darf am Wochenende (Freitag und Samstag von 22 bis 6 Uhr des Folgetages) im Jungbusch kein Alkohol mehr im Straßenverkauf angeboten werden. Die Stadt Mannheim hat hierzu eine Allgemeinverfügung erlassen, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heißt. Das Verbot gelte laut Stadt zunächst bis zum 4. Oktober 2020. Gaststätten dürfen weiterhin „im konzessionierten Gastronomie- und Außenbereich“ Alkohol ausschenken, zum „unmittelbaren Konsum vor Ort“. Wer als Verkaufender gegen das Verbot am Wochenende nach 22 Uhr verstößt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von mindestens 500 Euro rechnen.

Mannheim: Party-Exzesse im Jungbusch – Alkohol-Verkaufsverbot auf Straßen als letzter Schritt

Das nun erlassene Alkohol-Verkaufsverbot auf den Straßen im Jungbusch ist eine von mehreren Maßnahmen, die die Stadt Mannheim in den vergangenen Wochen ergriffen hat, um die immer weiter eskalierende Situation in dem Ausgehviertel unter Kontrolle zu kriegen. So wurden beispielsweise „Nachtschicht-Mitarbeiter“ eingesetzt, die mit den Feiernden im Jungbusch in Dialog treten und Verständnis schaffen sollten. Die Teams der „Nachschicht“ wurden erst kürzlich sogar von einem ARD-Team begleitet, dass die Situation vor Ort auf Video festhielt.

Auch die Präsenz von Polizisten im Jungbusch wurde in den vergangenen Wochen erheblich erhöht. „Mit diesen niederschwelligen Schritten ist es leider nicht hinreichend gelungen, das erhebliche Störungsaufkommen auf ein akzeptables Maß zu reduzieren“, erklärt Sicherheitsdezernent und Erster Bürgermeister Christian Specht am Freitag in Mannheim. „Der Erlass des Alkoholverkaufsverbotes ist daher notwendig, um alkoholbedingten Störungen der Nachtruhe entgegen zu treten und um Gesundheitsgefahren im Bereich des Infektionsschutzes zu begegnen.“ (pm/kab)

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