Ausgaben gesunken

52 Mio. Euro! Jugendamt hilft bedürftigen Familien

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Mannheims Jugend-Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb (SPD).

Mannheim – Aufgrund einer neuen Steuerung erreichen die finanziellen Hilfen des Mannheimer Jugendamts mehr bedürftige Familien – und das sogar bei sinkenden Ausgaben.

Die Aufgaben des Jugendamts sind vielfältig und enorm wichtig: Wenn Eltern bei der Erziehung Unterstützung benötigen oder Kinder in Not sind, helfen die Fachkräfte der städtischen Behörde.

In Mannheim sind, wie auch bundesweit, vermehrt Familien und Kindern auf Unterstützung der Jugendhilfe angewiesen! Sie brauchen einen individuellen Weg aus Problem- und Krisensituationen.

Im Jahr 2013 konnten 3.698 junge Menschen in einer kritischen familiären Situation unterstützt werden – 2009 waren es noch 3.482 Fälle.

So ist das Durchschnittsalter zu Beginn einer ambulanten Hilfe von 12,4 Jahren (2009) auf 11,7 Jahre (2013) gesunken.

Der Großteil der Kinder bis hin zu den jungen Volljährigen wurde die sogenannte Hilfen zur Erziehung begleitet: Das Spektrum reicht dabei von erzieherischen Hilfen, die direkt in den Familien ansetzen, bis hin zu gemeinsamen Wohnformen für Mütter bzw. Väter und Kinder oder etwa Betreuung in Notsituationen.

Anlass für eine Erziehungshilfe sind neben Schulschwierigkeiten häufig eingeschränkte Erziehungskompetenzen der Eltern etwa aufgrund psychischer Erkrankungen, Armut oder eine unzureichende Förderung ihres Kindes. 

Rund 72 Prozent der Kinder und Jugendlichen konnten dabei durch ambulante Angebote unterstützt werden: „Mit dieser Akzentuierung ist für den mit Abstand größten Teil der jungen Menschen mit Unterstützungsbedarf keine Unterbringung außerhalb der Herkunftsfamilie erforderlich. Getreu dem Kredo, ambulant vor stationär und präventiv vor reparativ, konnten wir mehr Kinder und Jugendliche unterstützen und darüber hinaus öffentliche Gelder präziser und wirkungsorientierter einsetzen“, so Dr. Ulrike Freundlieb (SPD), Bürgermeisterin für Bildung, Jugend und Gesundheit.

Im Jahr 2013 betrug der finanzielle Einsatz der Stadt für ein gelingendes Aufwachsen benachteiligter junger Menschen rund 51,9 Millionen Euro – 3,4 Prozent mehr als noch 2012.

Grund dafür sind leicht gestiegene Fallzahlen und insbesondere auch Preissteigerungen. Somit wurde der Etat von 55 Millionen Euro nicht voll ausgeschöpft.

Ein Blick auf die Entwicklung der Jahre 2001 bis 2010, in denen die jährliche Steigerungsrate bei rund sieben Prozent lag, zeigt, dass der Fachbereich eine wirksame Umsteuerung vollzogen hat und der Kostenanstieg deutlich gebremst wurde“, erklärt Jugendamtsleiter Manfred Krusch

Eine weitere wichtige Aufgabe des Jugendamts ist das Handeln bei potenziellen Kindeswohlgefährdungen:

Im Jahr 2012 wurden dem Jugendamt Mannheim 820 Verdachtsfälle gemeldet. Dieser Wert sank 2013 erfreulicherweise auf 806 Meldungen, von denen jede einzelne eine sofortige, intensive Untersuchung durch die Fachkräfte des Jugendamtes nach sich zieht. 

Wir bieten zuvorderst Familien intensive Hilfen an, um Kinder zu schützen ohne sie von ihren Eltern trennen zu müssen. Nur wenn diese nicht angenommen werden, wird der Schutz des Kindes auch gegen den Willen der Eltern sichergestellt“, unterstreicht Manfred Krusch.

Denn erhärtet sich ein Anfangsverdacht, greifen umgehend entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Kinder.

Nur im Extremfall werden die Kinder unverzüglich aus der Familie und somit aus ihrem gewohnten Umfeld geholt – 2013 waren dies insgesamt 37 Inobhutnahmen.

pek

Quelle: Mannheim24

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