Thomas Köber im Interview

Polizeipräsident: Keine akute Terrorgefahr in Metropolregion

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Polizeipräsident Thomas Köber.

Mannheim/Heidelberg - Terror-Attacken in Paris, ein abgesagtes Freundschaftsspiel in Hannover. Auch viele Menschen in der Metropolregion sind besorgt. Polizeipräsident Köber zur aktuellen Gefährdungslage.

Herr Köber, nach den Anschlägen in Paris und der kurzfristigen Absage des Freundschaftsspiels zwischen Deutschland und der Niederlande in Hannover sind auch viele Bürger in der Metropolregion verunsichert. Wie schätzen Sie die Gefährdungslage in Ihrem Verantwortungsbereich durch islamistischen Terror ein?

Köber: Die Sicherheitslage war auch schon vor den Anschlägen in Paris angespannt. Es besteht nach wie vor eine ernstzunehmende Bedrohungslage, aber es gibt derzeit keine konkreten Hinweise auf einen Anschlag in Baden-Württemberg und somit auch nicht in Mannheim. Wir haben bereits vor den jüngsten Anschlägen in Paris unsere Maßnahmen zur Verhinderung von derartigen Straftaten und zur Aufdeckung möglicher Netzwerke deutlich intensiviert. Hierbei arbeiten die regionalen Präsidien und das Landeskriminalamt eng zusammen. Ebenso besteht ein enger und intensiver Informationsaustausch zwischen dem LKA und den weiteren Sicherheitsbehörden.

Kommende Woche beginnen in Mannheim und Heidelberg die größeren Weihnachtsmärkte – können die Menschen jetzt noch unbesorgt über die Märkte schlendern oder muss man sich Sorgen machen?

Massenveranstaltungen bergen per se ein gewisses Risiko, zum Beispiel durch Unfallgefahren oder typische Delikte wie Taschendiebstähle oder Körperverletzungen nach Alkoholgenuss. Die Anschläge von Paris zeigen, dass ein Staat an Orten, an denen sich vielen Menschen treffen, durch terroristische Anschläge besonders verwundbar ist. Die Polizei und die Sicherheitskräfte tun daher vor und während derartiger Veranstaltungen ihr Möglichstes, um Risiken und Gefahren zu minimieren. Wir werden sowohl in Uniform wie auch verdeckt, in Zivil, anwesend sein. Aber auch die Umsicht und Unterstützung der Anwesenden/Teilnehmer/Besucher ist notwendig. Hierzu gehört es zum Beispiel, verdächtige Wahrnehmungen umgehend über 110 mitzuteilen und im Ernstfall den Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge zu leisten. Oberster Grundsatz für die Bevölkerung ist es, anderen zu helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Wie sieht die Situation in und um andere Großveranstaltungen wie Bundesligaspiele oder Konzerte aus? Werden öffentliche Events jetzt sicherheitstechnisch anders geschützt?

Wie bisher auch wird bei jeder Veranstaltung die Sicherheitslage neu beurteilt und es werden die notwendigen Maßnahmen eingeleitet.

Erfordert die erhöhte Gefährdungslage durch Terroristen auch zusätzliche Maßnahmen für das Polizeipräsidium Mannheim? Falls ja, wie sehen diese Maßnahmen aus?

Die aktuelle Situation erfordert es, dass die Polizei stärker sichtbar tätig ist und selbstverständlich allen verdächtigen Wahrnehmungen nachgeht. Damit verbunden sind auch lageorientiert vermehrte Polizeikontrollen.

Was können Sie besorgten Bürgern raten, deren Sicherheitsgefühl durch die Attacken eingeschränkt ist – wie schützt man sich vor Angriffen? Ist Zuhause bleiben eine Lösung?

Die Polizei und die Sicherheitskräfte tun alles in ihrer Macht Stehende, um Gefahren durch terroristische Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und abzuwehren. Dennoch ist kein hundertprozentiger Schutz möglich.

Was kann man als Bürger machen, wenn man etwas Verdächtiges beobachtet?

Die Bekämpfung des religiös motivierten Terrorismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Polizei ist deshalb bei ihrer Arbeit auch auf Unterstützung der Bevölkerung angewiesen und bittet daher darum, verdächtige Wahrnehmungen unverzüglich mitzuteilen. 

rmx

Quelle: Mannheim24

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