Drei Opfer schwer verletzt

Prozess gegen sieben Jungbusch-Schläger startet am Landgericht

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Die Spuren der Auseinandersetzung am Tag nach der Tat im Jungbusch. 

Mannheim-Innentsadt - Am Landgericht beginnt am Dienstag der Prozess gegen sieben Jungbusch-Schläger. Sie sollen drei Männer schwer verletzt haben – teilweise sogar lebensgefährlich.

Seit Ende 2017 sitzen die sieben Angeklagten in U-Haft. Ihnen wird vorgeworfen, am Morgen des 17. September im Jungbusch drei Männer, die gerade mit Bekannten eine Bar in der Jungbuschstraße verlassen hatten, nach einem Streit massiv angegriffen und schwer verletzt zu haben. Eines der Opfer schwebte sogar in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft erhebt daher Anklage wegen Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung.

Drei der Beschuldigten wurden bereits kurz nach dem Vorfall in der Nähe des Tatorts festgenommen. Durch umfangreichen Ermittlungen kann die Polizei vier weitere Tatverdächtige am 21. September, 27. September und 5. Oktober verhaften

Prozessauftakt

Am Dienstag (5. Juni) beginnt der Prozess gegen die Angeklagten. Diese behaupten bisher, dass sie sich nur gegen Angriffe verteidigt hätten. Dazu sollen sie Eisenstangen und Messer benutzt haben!

Zum Prozessauftakt ist der Gerichtssaal mit etwa 50 mit Familienangehörigen und Freunden der Angeklagten und Schaulustigen fast bis auf den letzten Platz belegt. Als die jungen Angeklagten den Gerichtssaal betreten (neben dem 49-Jährigen Angeklagten, sind vier der Angeklagten 18 Jahre alt, einer 17 und einer 23 Jahre alt), fangen einige der anwesenden Frauen an zu weinen, andere wiederum winken den Angeklagten fröhlich zu.     

Direkt zu Prozessbeginn fällt die Entscheidung, die Öffentlichkeit auszuschließen. 

Dies wird damit begründet, dass zwei der Täter zum Tatzeitpunkt minderjährig waren. Einer der beiden ist derzeit noch 17 Jahre alt. Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit soll eine Bloßstellung der Angeklagten verhindert werden, die ihre persönliche und berufliche Entwicklung behindern würde. Zudem würde laut Richter eine Mischung „aus Hemmungen und Imponiergehabe“ von Seiten der Angeklagten den reibungslosen Ablauf der Prozesses stören, falls die Öffentlichkeit zugelassen werde. 

Das Urteil gegen die Männer wird Ende des Jahres erwartet.

So erging es den Opfern

Eines der Opfer erleidet bei den Angriffen vier tiefe Stichwunden im Brustkorb und einen Schädelbruch, der zu einer Hirnblutung führt. Kurz nach der Tat schwebt er in Lebensgefahr. Nach mehreren Wochen kann der 26-Jährige das Krankenhaus wieder verlassen.

Ein 24-Jähriger trägt Prellungen am Kopf und eine Verletzung des Dünndarms durch Messerstiche davon. Nach einer Operation kann er die Klinik nach fünf Wochen wieder verlassen.

Das dritte Opfer im Alter von 30 Jahren erleidet eine klaffende Platzwunde am Kopf sowie eine kleinere Stichwunde am Oberschenkel. Nach einer ambulanten Behandlung kann er wieder nach Hause.

kp/dh

Quelle: Mannheim24

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