Kampf gegen Straßenkriminalität

Videoüberwachung vorerst ‚nur‘ auf Breiter Straße?

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Auch die breite Straße könnte bald wieder videoüberwacht werden.

Mannheim-Innenstadt - In den vergangenen Jahren ist die Straßenkriminalität in der Innenstadt wieder deutlich angestiegen. Kommt jetzt die Videoüberwachung wieder zurück?

Nach dem deutlichen Anstieg der Straßenkriminalität in der Innenstadt in den letzten zwei Jahren wollen Stadt Mannheim und Polizei handeln.

Eine gemeinsame Projektgruppe will die Videoüberwachung in Teilen der City wieder einführen. Das geht aus einer Informationsvorlage der Stadt hervor, die kommenden Dienstag im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung (ASO) diskutiert wird.  

Eigentlich wurde die Videoüberwachung 2007 abgeschaltet. Lediglich am Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof blieben die Kameras wegen der hohen Kriminalitätsbelastung an.

Schon im Spätsommer könnten auch an der Breiten Straße (Kurpfalzstraße) zwischen Neckartor und Paradeplatz wieder Kameras das Straßengeschehen überwachen. Der Grund: In der Innenstadt hat die Straßenkriminalität in den vergangenen beiden Jahren massiv zugenommen!

Im Jahr 2015 stieg die Zahl der Delikte in der City um über 29 Prozent, im Folgejahr noch einmal um fast acht Prozent. Besonders betroffen: die Innenstadt-Bereiche Ost und Nord.

Stadt und Polizei wollen dem mit einer „offenen Videoüberwachung“ begegnen, die „räumlich abschnittsweise und technisch modular“ eingerichtet werden soll. Ziel sei es, die Straßenkriminalität in den beobachteten Bereichen einzudämmen und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu verbessern.

Viele Bürger haben größere Angst, im öffentlichen Raum Opfer einer Straftat zu werden – insbesondere in den Bereichen Innenstadt und Jungbusch. Deshalb befürworten laut aktuellen Umfragen viele Menschen die Wiedereinführung der Videoüberwachung. 

Kriminalitätsbrennpunkte in der Innenstadt

Laut einer Analyse der Polizei ist besonders die Breite Straße „überproportional“ stark durch Straßenkriminalität (Raub, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Sexualdelikte, Taschendiebstahl) belastet – nach dem Polizeigesetz des Landes eine Grundvoraussetzung für die Einführung von Videoüberwachung. 

Im Bereich zwischen D1/O1 und K1/U1 liegt die das Verhältnis zwischen Straftaten und Fläche mit 50,9 Delikten pro Hektar über 90 Mal höher als im gesamten Stadtgebiet.

Da nicht davon ausgegangen wird, dass sich dieser Zustand in Zukunft ohne Videoüberwachung ändert, handelt es sich bei dem Bereich um einen „Kriminalitätsbrennpunkt“. Hier soll ab September zunächst die konventionelle Videotechnik (vergleichbar mit 2001-07) zum Einsatz kommen. 

Mittelfristig soll an allen Überwachungsbereichen ein einheitliches System installiert werden, das auf dem neuesten Stand der Digital-Technik ist und um neuer Verfahren erweitert werden kann. 

Kriminalstatistisch geben die Planken (zwischen Paradeplatz und Wasserturm) derzeit kein eindeutiges Bild ab. Auf eine überproportionale Belastung im Jahr 2015 folgte 2016 ein deutlicher Rückgang der Kriminalität. Daher will man hier zunächst die weitere Entwicklung abwarten und analysieren. Heißt: vorerst keine Videoüberwachung zwischen Paradeplatz und Wasserturm, auch wenn man im Rahmen der Planken-Umgestaltung schon die Voraussetzungen für die Datenübertragungsinfrastruktur schaffen will, um sie im Bedarfsfall mit wenig Aufwand nachrüsten zu können.

Ergänzend wird sich die Stadt vom Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) bei der Erstellung eines Konzepts zur modularen Einführung der Videoüberwachung beraten lassen. Über die modulare Schnittstelle soll „intelligente“ Analysesoftware gekoppelt werden können.

Diese unterstützt Beamte am Monitor dabei, Alltagssituationen herauszufiltern, damit Gefahrensituationen schneller erkannt und notwendige Maßnahmen schneller ergriffen werden können.   

rmx

Quelle: Mannheim24

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