Street-Art für den guten Zweck

300 Meter langes Bild macht Fressgasse bunt!

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Auf der Fressgasse entsteht ein Gesamtkunstwerk von über 290 Metern Länge.
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Jörn, ein Kunstpädagoge und freier Künstler sagt über die Arbeit mit den Kindern:  „Das war eine top Zusammenarbeit."
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In jedem Bild sind Wünsche für die Stadt eingearbeitet.
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Im Vorfeld wurden die einzelnen Abschnitte in einem mehrtägigen Workshop vorbereitet.
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Die Mädchen der Johannes-Kepler Schule sind von dem Projekt ganz begeistert und engagieren sich gerne.
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Die Aktion dient natürlich dem guten Zweck. 
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Privatleute, Einzelhandelsgeschäfte, große Wirtschaftsunternehmen hatten im Vorfeld die Möglichkeit für 100 Euro einen Meter Kunst zu bekommen.
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Jeder übernommene Euro wird „Freezone“, dem Mannheimer Hilfsprojekt für obdachlose Kinder und Jugendliche und der freien Kunstakademie gespendet.

Mannheim-Innenstadt – Was ist denn da auf der Fressgasse los? Überall gelbe Westen und Kinder die das Pflaster bemalen? Die Hintergründe und Ziele des Street-Art-Projekts:  

„Wir kreieren hier keinen Flickenteppich und auch keine Patchwork decke, sondern ein Gesamtkunstwerk“, erklärt der bekannte Künstler Werner Degreif, der das Projekt leitet. Zusammen mit sechs Studierenden der Freien Kunstakademie Mannheim hat er den „Kunstteppich“ im Namen von „Pro Bono“ entworfen. Kinder und Jugendliche der Johannes-Keppler-Werkrealschule und des Jugendhilfsprojektes „Freezone“ haben unter seiner Leitung in einem mehrtägigen Workshop das Riesen-Bild vorbereitet.

Jörn, ein Kunstpädagoge und freier Künstler sagt über die Arbeit mit den Kindern: „Das war eine top Zusammenarbeit. Sie sind ja alle freiwillig dabei, sind also motiviert und haben Spaß dabei.“

Am Montag geht es endlich an das Malen auf dem Pflaster. Und zwar in sechs Gruppen. Jede Gruppe hat etwa 50 Meter zu bearbeiten. Eine Woche haben die Kinder und Künstler Zeit, die Kunstmeter zum Gesamtkunstwerk aneinander zu reihen.

Was sagen die Kinder zu dem Projekt?

Wir fragen Schülerinnen der 5. und 9. Klasse der Johannes Kepler Schule, die konzentriert an einem Bild arbeiten, wieso sie überhaupt mitmachen.

Batul (12) erklärt: „Wir wollen, dass Mannheim bunter wird. Es ist so grau hier. Und wir wollen gegen Rassismus kämpfen.“ Die 12-Jährige fragt sich: „Warum lassen sie uns ins Land, wenn sie nicht nett zu uns sind? Warum sind sie gegen uns?“

Alles für den guten Zweck

Das Riesen-Bild soll nicht die Passanten „irritieren“, „befremden“ und  „zum Nachdenken anregen“, wie Werner Degreif augenzwinkernd zugibt. Es dient vor allem dem Guten Zweck. Paten zahlen für jeden Meter Kunst. Privatleute, Einzelhandelsgeschäfte, große Wirtschaftsunternehmen hatten im Vorfeld die Möglichkeit für 100 Euro einen Meter Kunst zu bekommen. Jeder übernommene Euro dient dem Guten Zweck und wird „Freezone“, dem Mannheimer Hilfsprojekt für obdachlose Kinder und Jugendliche und der freien Kunstakademie gespendet. Dafür hatten die Paten einen Wunsch frei. Einen Zukunftswunsch für Mannheim. Diese Wünsche sollten sich im Riesenbild widerspiegeln. 

„Das alte Pflaster der Fressgasse muss aufgrund der aktuellen Bauarbeiten sowieso entfernt werden, da dachten wir, warum es nicht noch einmal nutzen für ein außergewöhnliches Kunstprojekt mit dem wir auch noch Gutes tun können!“, so der Vorsitzende von Pro Bono, Thomas Mück. Verwendet werden allein umweltfreundliche Acrylfarben, damit das Pflaster ohne Probleme im September abgetragen und ersetzt werden kann. Doch die Farben sind wasserfest, so dass sich Passanten, Bürger, Neugierige einen Sommer lang an den Wünschen der Mannheimer im Riesenformat erfreuen können. Aber auch danach soll man sich noch lange an das ungewöhnliche Kunstprojekt erinnern. Denn vom fertigen Bild sollen Faltbücher entstehen, die dann auch für einen guten Zweck verkauft werden sollen.

Die Wunsch - Wand

Doch auch die Passanten können ihre Wünsche für Mannheim äußern. Speziell dafür hat Helmut, der Vater von Thomas Mück mit Hilfe eines Grafikers die Tafel in mühevoller Handarbeit gefertigt. „Ich hab geschliffen, geschliffen und geschliffen. Als ich die erste Schicht lackiert hatte dachte ich mir: Naja, ich bin ja kein Maler!“ Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen! Schon am ersten Tag, haben dort viele Mannheimer ihre Wünsche hinterlassen. Jeden Tag wird die Tafel abfotografiert und gewischt um Platz für neue Wünsche zu machen. 

Die Wünsche der Mannheimer, sowohl die der Paten, als auch die der Passanten werden dem Mannheimer Oberbürgermeister am 27. Juli persönlich übergeben. Auf dass er diese gleich zum Anfang seiner neuen Amtszeit in seinem Herzen bewegt.

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Wer die Aktion finanziell unterstützen möchte, findet unter der Tafel eine Spendenbox für „Pro Bono - Für Kunst und Kind (KUK). Auch sonst sind Interessierte herzlich eingeladen sich bis zum Donnerstag den 24.07.15 vor Ort ein Bild zu machen und ein Gespräch mit den Beteiligten zu suchen. 

kp

Quelle: Mannheim24

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