Offizielle Eröffnung und Open House 

Was ist das „C-HUB“ und wie wird es den Jungbusch verändern?

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Das neue „C-HUB“ im Jungbusch.

Mannheim-Innenstadt – Es wurde lange gewerkelt in der Hafenstraße. Manche riskierten schon einen verstohlenen Blick hinein. „Was wird das?“, fragten sie sich und „Was bedeutet das für den Jungbusch?“

Was ist das C-HUB?

Das C-HUB soll laut eigenen Angaben das „Zentrum für Mannheims neue Arbeiterklasse“ werden. Beheimatet werden dort vor allem wachstumsorientierte Unternehmen aus fast allen Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Wie wird das „C-HUB“ den Jungbusch verändern?

Oberbürgermeister Dr. Kurz betont in seiner Eröffnungsrede die dadurch gewonnene „gewaltige Erhöhung des Potenzials“ für den Standort Mannheim. Auch machten viele Kreativwirtschafts-Unternehmen die Stadt „sexy“. So erklärt er: „Als Stadt sexy zu sein-das bietet eine echte ökonomische Plattform.“ 

35 Mieter haben sich dort zum 1. Juli 2015 auf insgesamt 5.000 Quadratmetern eingerichtet: Architekturbüros, Designstudios, Filmproduktionen, Mode-Labels, Software- und App-Entwicklung, Werbeagenturen, Kulturmanagement, Kunstvermittlung, Fotografie, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikationsberatung, Veranstaltungsmanagement und vieles mehr. Dabei wurde darauf geachtet, einen gesunden Mix aus Start-Ups und erfahrenen Unternehmen zusammenzubringen, um einen regen Austausch und gegenseitige Hilfestellung zu gewährleisten. Wie eine große WG also. 

Doch das ist noch nicht alles. Auch finden sich dort Showrooms, Workshop- und Konferenzräume, die zusammen genutzt werden, Ladengeschäfte, das Restaurant St. James und der Raum für Gegenwartskunst PORT25. Und das alles zum Wasser hin geöffnet in dem Stadtteil, der für die Kreativen, für den Umbruch und für seine Gegensätze steht.

Was bedeutet das für den Jungbusch? 

Einerseits bedeutet das C-Hub natürlich eine Aufwertung für den Jungbusch. Von der offiziellen Seite wird es so beschrieben: „Das C-HUB ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg Mannheims zur Kreativwirtschaftsmetropole. Es symbolisiert nicht nur die Attraktivität des Stadtteils Jungbusch, sondern spiegelt auch die Gründungs-, Kreativ- und Wirtschaftsdynamik ganz Mannheims wider.“

Größer könnten die Gegensätze nicht sein 

Das ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite zeigt die Kluft zwischen den neuen, hippen Gründungszentren und Bars und den tatsächlichen Bewohnern des Jungbusch (Studenten ausgenommen). Trotz der Nähe zueinander, gibt es fast keine Berührungspunkte zwischen den Welten. 

Da gehen einerseits ganze Familien zum Kiosk in der Beilstraße, um sich offizielle Dokumente übersetzen zu lassen, auf dem Spielplatz gibt es Aktionen für Kinder, um sie mehr einzubinden und ein bisschen raus zu holen. Auf der Jungbuschstraße startete die Stadt eine von der Polizei unterstützte Maßnahme, um gegen die Drogen-und Trinkerszene vorzugehen. 

Und nur ein paar Meter weiter werden im Kreativwirtschaftszentrum Apps kreiert, die das Shoppen erleichtern sollen und ein Gastronom sichert sich laut Insider das Kaffeemonopol auf das ganze Gebäude, sodass es in den Büros nicht einmal erlaubt ist, eine Kaffeemaschine aufzustellen.

Das mutet alles ein bisschen bizarr an. Einher mit der „Aufwertung des Jungbuschs“ wittern auch große Immobilienfirmen die Chance, sich eine goldene Nase zu verdienen und kaufen ganze Häuserblocks ein. Mit den steigenden Mieten können sich immer weniger Leute ihre Wohnungen leisten. Darüber hinaus ist der steigende nächtliche Lärmpegel rücksichtsloser bürgerlicher Sauftouristen für die Anwohner unzumutbar geworden - im Jungbusch kann man ja machen was man will...

Doch all das gehört wohl zum Wandel eines Stadtteils dazu. Wünschenswert wäre jedoch eine größere Einbindung aller Akteure im Jungbusch, um ein friedvolles und respektvolles „Miteinander“ zu garantieren und nicht nur ein gleichgültiges „Nebeneinander“.

kp  

Quelle: Mannheim24

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