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Bau der neuen Mannheimer Kunsthalle startet! 

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Am Montagnachmittag findet die feierliche Grundsteinlegung des Kunsthallen Neubaus statt.

Mannheim-Oststadt – Am Montagnachmittag wird der Grundstein für die neue Kunsthalle gelegt. Wie wird sie aussehen? Wieso wurde nicht einfach saniert? Und was ist eigentlich mit dem „Mannheimer Loch“? 

Der Mitzlaffbau ist abgerissen, der Tiefbunker abgetragen und die Baugrube hergerichtet. Der Bau kann endich losgehen!

Zur feierlichen Grundsteinlegung lädt die Stiftung Kunsthalle Mannheim am Montagnachmittag ein. Unter anderem wird auch der verantwortliche Architekt, Diplom Ingenieur Nikolaus Goetze, ein Wort an die Anwesenden richten.

49-Tonnen-Bagger bearbeitet Fassade des Mitzlaff-Baus

Doch viele Bürger sind mit der Planung und Umsetzung des Neubaus nicht zufrieden: 

Warum wurde der Mitzlaffbau nicht einfach saniert?

Eine Bürgerinitiative plädiert für die Sanierung des Mitzlaffbaus um dessen Stil zu erhalten. Doch es stellt sich heraus, dass erhebliche Bauschäden und technische Mängel die Sanierung zu teuer und zu schwierig machen würden. Eine Minimalsanierung hätte schon circa 30 Millionen, eine Generalsanierung circa 50 Millionen Euro gekostet. Die 50 Millionen gespendeten Euro von SAP-Mitgründer Dr. h.c. Hans-Werner Hector sind außerdem an die Vorgabe geknüpft einen Neubau damit zu finanzieren.     

Kunsthalle wird in die Mangel genommen

Zerstört ein Neubau am Friedrichsplatz nicht das Stadtbild?

Die Mannheimer mögen ihre Jugendstilbauten. Deswegen regte sich großer Wiederstand gegen den Neubau am Friedrichsplatz. Doch hätte es eine Alternative gegeben? Eine Splittung des Hauptgebäudes und des Neubaus wäre nicht realisierbar gewesen, da es sonst keinen Platz gegeben hätte, der groß genug wäre. Eine Bürgerinitiative schlägt einen Neubau zwischen der Heilig-Geist Kirche und der Hachenburgschule vor um das Stadtbild am Friedrichsplatz nicht zu beeinträchtigen und gleichzeitig die Umgebung der Seckenheimer Straße aufzuwerten.

Doch es gibt folgende Probleme: Das vorgeschlagene Flurstück gehört der Max-Hachenberg-Schule und steht nicht zur Bebauung zur Verfügung. Das freie Wiesenstück hat eine Fläche von 1.800 m², benötigt würden aber 6.500 m². Der räumliche Ausgleich müsste durch Stockwerke erfolgen. Außerdem würde die Trennung der Ausstellungsflächen die historische Einheit der Kunsthalle zerstören und zersplittert die Sammlungen. Im Museumsbetrieb bedeutet das einen erhöhten Personal-, Finanz- und Logistikaufwand. 

Schon Architekt Hans Mitzlaff überlegte in den 1970er Jahren den Bauplatz für die Erweiterung der Kunsthalle dorthin zu verlegen, doch verwarf diese Idee nach einer Prüfung wieder. Ein Neubau auf grüner Wiese lässt außerdem die Sanierungsfrage des Mitzlaff-Baus völlig ungelöst. Auch könnte man keine Barrierefreiheit gewährleisten welches mit den aktuellen Plänen umgesetzt werden kann. 

Was ist eigentlich mit dem Mannheimer Loch? 

Im Prozess der Künstlerin Nathalie Braun Barends gegen die Kunsthalle Mannheim ist es bisher noch nicht zu einer Einigung gekommen. Die Künstlerin verlangt die Herausgabe ihrer Kunstwerke, die nach den Sanierungsarbeiten nicht wieder aufgebaut werden, oder eine hohe Entschädigung von der Kunsthalle. Das Urteil wurde wieder vertagt, unter anderem weil der Hauptzeuge, der damalige Kunsthallen- Direktor nicht zum Prozess auftauchte. 

>>>„Mannheimer Loch“: Erhofftes Urteil bleibt aus!

Der Neubau der Kunsthalle wird voraussichtlich 2017 beendet. 70 Millionen Euro wird das Projekt insgesamt kosten.

>>>Mit zwei Monaten Verspätung: Kunsthallen-Abriss beendet

kp

Quelle: Mannheim24

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