Streit um geplanten Stellenabbau 

GE-Geschäftsführung: Investor-Konzept „nicht seriös“

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GE-Mitarbeiter streiken am 17. Oktober 2016 in der Mannheimer Innenstadt gegen den geplanten Stellenabbau.  

Mannheim - Kann ein internationaler Investor die Jobs von weit über 1.000 GE-Mitarbeitern retten? Die Arbeitnehmervertreter meinen das. Die Geschäftsführung hält das Konzept hingegen für unseriös. 

Im Streit um den geplanten Stellenabbau bei General Electric in Mannheim haben IG Metall und Betriebsrat ein Konzept eines potenziellen Investors präsentiert. „Es handelt sich um ein industrielles Unternehmen mit Milliardenumsatz, das die weit über 1.400 Beschäftigten in Manheim, Bexbach und Stuttgart übernehmen würde", sagt Klaus Stein, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Mannheim, am Freitag. Es sei unverständlich, dass die Geschäftsführung nicht mit dem Investor sprechen wolle. 

Ein Unternehmenssprecher entgegnet: „Wir haben das Konzept eingehend geprüft, mussten aber leider feststellen, dass der Investor weder einen klaren Geschäftsplan noch transparente Beschäftigungsgarantien für die Mitarbeiter präsentieren konnte." Das Angebot sei „leider als nicht seriös" einzuschätzen. Zugleich betont er: „Wir verweigern uns nicht generell einer Investorenlösung." 

Nach bisherigen GE-Plänen soll in Mannheim unter anderem die Turbinenfertigung geschlossen werden, mehr als 1.000 Stellen könnten nach Befürchtung der IG Metall schon bis Ende des Jahres allein hier wegfallen (WIR BERICHTETEN). Die Geschäftsführung bestätigt den Zeitpunkt nicht, drängt aber darauf, dass es so schnell wie möglich Verhandlungen für einen Sozialplan gibt. 

Um ihren Job fürchten laut Gewerkschaft aber auch GE-Beschäftigte in Stuttgart und im saarländischen Bexbach. „Die Verunsicherung bei den Beschäftigten in Mannheim wie an den anderen deutschen Standorten von GE Power ist sehr groß", so die IG Metall. Sie Mitarbeiter seien „aufgewühlt", aber entschlossen, um ihre Arbeitsplätze zu kämpfen, sagte Gewerkschafter Stein. „Es geht um Existenzen."

Demo gegen Stellenstreichung

Am kommenden Dienstag wollen Gewerkschaft und Betriebsrat erneut in einer Betriebsversammlung über die aktuelle Lage informieren. Stein warf der GE-Geschäftsführung vor, den Betrieb „einfach möglichst schnell" schließen zu wollen. Das von einer Schweizer Beratungsfirma vorgestellte Konzept des nicht näher genannten internationalen Investors aus der Stahlbranche sieht eine Sanierung des Kerngeschäfts und Innovationen vor, aus denen neue Geschäftsmodelle entwickelt werden könnten. Laut GE gibt es jedoch „kein konkretes Angebot". Auch seien die geforderten Auslastungsgarantien „nicht akzeptabel". Die GE-Mitarbeiter würden nach dem Konzept des Investors schlechter gestellt als mit einem Sozialplan. Der Ball liege nun bei der Arbeitnehmerseite. Die Geschäftsführung habe Vorschläge für einen Interessensausgleich vorgelegt.

Mehr zum Thema:

>>> Hoffnungsschimmer für 1.000 Mannheimer GE-Mitarbeiter?

>>> General Electric: Vergleich vor dem Arbeitsgericht

>>> General Electric: Einigungsstelle tagt am Freitag 

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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