Ermittlungen abgeschlossen

Rassismus-Skandal bei rnv: 5 Entlassungen, eine Abmahnung!

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Ombudsfrau Karakul, rnv-Geschäftsführer in der Beek (li.) und rnv-Aufsichtsratschef Dillinger bei der PK.

Mannheim – Ausländischen Fahrgästen wurde die Mitfahrt in Bussen und Straßenbahnen verweigert, Mitarbeiter zeigten den ‚Hitlergruß‘ – die Folgen des massiven rnv-Skandals:

Die schlimmen ‚Entgleisungen‘ bei ÖPNV-Riese Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv, 2.100 Mitarbeiter) – jetzt sind die Untersuchungen abgeschlossen...

Die Vorwürfe: Rassismus, sexuelle Übergriffe und gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr!

Am Mittwoch (20. September) informieren Ombudsfrau Ruhan Karakul, rnv-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Dillinger und rnv-Chef Martin in der Beek über die Ermittlungsergebnisse sowie die Konsequenzen.

Die wichtigsten Information am Ende der 70-minütigen Pressekonferenz: Fünf der Beschuldigten wurden entlassen, eine Person nach Abmahnung an einen anderen Standort ‚strafversetzt‘. 

Die Vorfälle machen mich und Viele im Unternehmen noch immer betroffen! Ich hätte nie für möglich gehalten, dass so etwas in unserem Unternehmen möglich ist... Als unmittelbare Maßnahme haben wir uns von fünf Mitarbeitern getrennt!“, führt der rnv-Chef aus.

Einer der beiden fristlos gekündigten Männer ist derjenige, der im Pausenraum den rechten Arm zum ‚Hitlergruß‘ gehoben hat. Drei Personen erhielten Auflösungsverträge. 

Dreist: Die Beschuldigten ‚beschweren‘ sich sogar darüber, dass sie im Pausenraum gefilmt wurden, somit ihr höchstpersönlicher Lebensraum verletzt worden sei und sie dort nicht mal „Dampf ablassen können“.

Diesbezüglich stellt Karakul klar: „Beruflicher Frust ist in keinster Weise mit Rassismus zu rechtfertigen!

Dort seien jedoch unter anderem auch Judenwitze erzählt worden, Schwarzafrikaner als „Nigger“ beschimpft und in der Region stationierte US-Soldaten als „Besatzer“ bezeichnet worden. Auf den ausgewerteten Videoaufnahmen, die sorgfältig transkribiert wurden, auch zu hören ist, wie ein Mann sagt: „Man sollte alle Ausländer im KZ eliminieren!

Seine Schandtaten zugegeben hat übrigens keiner – eine Abfindung erhält auch keiner!

Bei den gefeuerten rnv-Kollegen handelt es sich laut Martin in der Beek um drei Fahrer und zwei Werkstattmitarbeiter – allesamt Deutsche.

Ganz schön feige:Keiner der Beschuldigten wollte sich das Videomaterial anschauen“, so Ombudsfrau Karakul. Selbst in Gesprächen sei manchen sogar mehrfach das Wort „Neger“ raugerutscht.

Die unfassbaren Ausreden und Rechtfertigungen der Entlassenen laut Karakul: „Früher konnte man noch ‚Negerkuss‘ und ‚Zigeunerschnitzel‘ sagen – heute schreien alle gleich Rassismus!“ oder „Ich bin doch kein Rassist! Ich hatte sogar mal eine ausländische Freundin...

Auch eine WhatsApp-Gruppe konnte ‚ausgehoben‘ werden, wo man sich als rassistische Plattform ausgetauscht habe.

Der ÖPNV-Linie zur Flüchtlingsunterkunft in der Bensheimer Straße verpassten die rassistischen rnv-Mitarbeiter den Spitznamen „Asylantenexpress“.

Rechtsanwältin Karakul wird deutlich: „Die rnv hat ihre Defizite beim Umgang mit Rassismus! Es herrschte eine Kultur des Wegschauens und des Bagatellisierens.  Es hat mich, die selbst einen Migrationshintergrund hat, bei der Sichtung der Videos betroffen gemacht, dass Leute über die menschenverachtenden Äußerungen lachen, nichts dagegen machen oder einfach mit der Kaffeetasse in der Hand weiterlaufen.

Die Betroffenheit ist bei der Pressekonferenz allen deutlich anzusehen.

Bei der rnv habe man es mit einem „harten Kern an rechtsextremistischen Personen zu tun, der sich breitmachen konnte“. Dagegen habe man nichts unternommen. 

Wir haben deutiche Ergebnisse erhalten, die erschreckend sind und die zu Konsequenzen führen müssen in den nächsten Wochen und Monaten. Dieser Prozess ist bei weitem noch nicht abgeschlossen...“, so Dillinger, der Verkehrsdezernent der Stadt Ludwigshafen.

Ob die Vorfälle auch strafrechtliche Konsequenzen haben werden, steht noch nicht fest – die zuständige Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt noch.

>>> Rassismus-Skandal bei rnv: Ermittlungen bald abgeschlossen

>>> Migrantenhetze und Hitlergruß: Nazi-Skandal bei RNV?

>>> rnv-Ombudsfrau bestätigt Rassismus-Vorwürfe!

>>> Nazi-Vorwürfe durch Ex-Mitarbeiter: Die Reaktion der RNV!

pek

Quelle: Mannheim24

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