Zum Ende des Ramadan

Das Flüchtlingsheim Spinelli in Bildern

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Die Landeserstaufnahmestelle Spinelli öffnet ihre Tore für uns. 
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Die Landeserstaufnahmestelle Spinelli öffnet ihre Tore für uns. 
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Die Landeserstaufnahmestelle Spinelli öffnet ihre Tore für uns. 
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Die Landeserstaufnahmestelle Spinelli öffnet ihre Tore für uns. 
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Die Landeserstaufnahmestelle Spinelli öffnet ihre Tore für uns. 
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Die Landeserstaufnahmestelle Spinelli öffnet ihre Tore für uns. 
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Die Landeserstaufnahmestelle Spinelli öffnet ihre Tore für uns. 
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Die Landeserstaufnahmestelle Spinelli öffnet ihre Tore für uns. 

Mannheim-Feudenheim - Was von außen trostlos wirkt, hat ein überraschendes Innenleben. Wir sprechen mit einer Flüchtlingsfamilie und machen einen Spaziergang über das große Gelände:

Die ehemalige Pionierkaserne Spinelli, die von den Amerikaner hauptsächlich als Lagerfläche genutzt wurde, hat tatsächlich viel mehr Charme, als man vorerst vermuten würde. Die mit mit Wildblumen überwucherten Felder bilden trotz der Bauzäune ein wunderschönes Bild. Florian Ammerich vom Regierungspräsidium Karlsruhe führt uns herum und zeigt uns die Anlage.

Gleich wenn man durch die gut bewachte Pforte kommt, gelangt man in eine Art begrünten Innenhof mit großen Bäumen und schattigen Plätzen, die zum Verweilen einladen. Die Einrichtung ist gut organisiert: Das „Feuenheimer Flüchtlingsforum“ hat einige Ehrenamtliche zusammengetrommelt, die hier Deutschunterricht und Freizeitprogramme wie beispielsweise Nähkurse anbieten.

Wir dürfen uns mit einer Flüchtlingsfamilie unterhalten. Ein Vater und seine zwei Töchter aus der Nähe von Damaskus setzen  sich mit uns an eine Bank im Innenhof und erzählen uns von ihrem Leben vor der Flucht und wie es ihnen jetzt hier in Mannheim ergeht. Sie gehören zu den 20 letzten Syrern in Spinelli, es sind noch etwa vier Familien.

Der Vater Ahmad erzählt, dass sein Haus in Syrien wahrscheinlich zerbombt wurde, denn der Mann, der sich darum kümmern sollte, sei bei Bombenangriffen ums Leben gekommen. Vor knapp vier Jahren hat er seine Heimat verlassen und sich und seine Familie dann drei Jahre lang in Libyen mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Dann schaffte es die Familie über Italien nach Deutschland zu gelangen.

Sie wünschen sich Sicherheit

Ahmad hofft hier in Deutschland auf einen Job, und Gesundheit und Bildung für seine Töchter. Die Mädchen sind sechseinhalb und zehn Jahre alt. Ahmad will nach Syrien zurück, wenn keine Gefahr mehr für sein Leben oder das seiner Kinder besteht. Doch die Mädchen blicken etwas erschrocken bei unserer Frage und Ahmad erklärt, dass sie zu viel Leid in Syrien und auf der Flucht erlebt haben und in Frieden leben möchten.

Die Familie hätte allen Grund, sich über ihre Situation zu beklagen, doch sie tut es nicht. Auch das Fasten, das Ahmad und seine Töchter besonders in Deutschland aufgrund von den langen Tagen auf die Probe stellt, verrichten sie ohne zu murren. Die ältere Tochter hat bereits mit vier Jahren zu fasten begonnen. Als wir fragen, ob die Jüngere noch nicht fastet, grinst die Kleine. Ahmad erklärt, dass sie noch in der Lernphase ist. Mal fastet sie ein oder zwei Tage, manchmal nur ein paar Stunden. 

Das Fasten-Brechen erfolgt für die Familie nicht mehr traditionell mit viel Essen und im Beisammensein der Nachbarn und Verwandten, sondern bei der Essensausgabe in einer der riesigen Hallen auf dem Spinelli Gelände. Auf unsere Frage hin, meint Ahmad auf Arabisch, dass das Essen „akzeptabel“ schmeckt, was für allgemeine Belustigung sorgt. Florian Ammerich verlangt daraufhin augenzwinkernd ein Übersetzung von Ahmads Antwort.

Das Holzhaus

Er führt uns dann noch zum Schmuckstück von Spinelli. 16 Architektur Studenten von der TU Kaiserslautern opferten ihre vollen Semesterferien im letzten Jahr für seine Errichtung. Es ist ein Meisterwerk, das wie eine Fata Morgana zwischen den alten Barracken wirkt. Im Innenhof des Holzhauses befindet sich ein kleiner Garten, der von den Flüchtlingen gepflegt werden soll. Sie bekommen weiterhin tatkräftige Unterstützung von den Studenten. In die Holzmauern des Pavillons sind die Namen von allen eingraviert, die bei seiner Errichtung mitgeholfen haben.

Ein weiterer Innenhof kann als reiner sozialer Raum oder als Open-Air-Bühne dienen. Der Professor der Studentinnen, die wir im Holzhaus treffen, Stefan Krötsch, erzählt uns, dass sie das ganze Gebäude nur mit eigener Kraft und Akkuschraubern errichtet haben. In den vollen drei Monaten, die sie dafür gebraucht haben, haben die Studenten und ihr Mentor in Spinelli gewohnt. Schade finden sie nur, dass die Flüchtlinge, die ihr Herzblut in die Erbauung gesteckt haben, jetzt alle weg sind. Die Bewohner sollen nämlich maximal sechs Monate in einer Erstaufnahmeeinrichtung bleiben.

Landeserstaufnahmestellen

Im gesamten Südwesten Deutschlands gibt es zehn Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge. Drei davon liegen in Mannheim (Käfertal/Feudenheim/Neckarstadt-West) und eine in Heidelberg (Kirchheim). Ammerich erklärt uns, dass es dort ein großes Registrierungszentrum gibt, und zwar das „Patrick-Henry-Village“. 

Am 2. Mai leben noch 7459 Flüchtlinge in den baden-württembergischen Einrichtungen. 

In Mannheim leben inzwischen etwa 1000 Flüchtlinge, in Heidelberg 1300, womit die Region Spitzenreiter bezüglich der Kapazitäten ist. Im Mai hat Baden-Württemberg nur noch 650 Flüchtlinge aufgenommen, was der niedrigste Wert seit Januar 2015 ist. Dass die Zahlen der noch ankommenden Flüchtlinge deutlich schwinden, wird auch in den Spinelli Barracks deutlich. Die Einrichtung beherbergt nur noch 228 Menschen, obwohl sie die fast sechsfache Menge aufnehmen könnte.

hew

Quelle: Mannheim24

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