Mit DJs aus der Region

„CORONA HOME CLUBBING“: Mannheimer holt Party zu Dir ins Wohnzimmer

Mannheim – Social Distancing und Feiern - ein Widerspruch in sich? Nicht mit „CORONA HOME CLUBBING“! Ein Mannheimer holt die Party zu Dir ins Wohnzimmer.

  • Wegen der Coronavirus-Krise sind alle Clubs und Bars geschlossen.
  • Für Musiker und Clubbetreiber bedeutet dies katastrophale finanzielle Einbußen.
  • Zwei junge Männer aus Mannheim und Schifferstadt bieten Musikern eine Bühne bei ihren Livestream-Partys
  • „CORONA HOME CLUBBING“ holt die Party ins Wohnzimmer der Zuschauer.

Tanzen, feiern und sich unter die Leute mischen ist seit einigen Wochen tabu. Wegen der Coronavirus-Pandemie greift seit Anfang März das Infektionsschutzgesetz und verbietet jegliche Veranstaltungen in Diskotheken, Bars und Clubs. Das stellt sowohl Club-Betreiber als auch Musiker vor existenzielle Probleme, da ihr Einkommen faktisch wegfällt. Der 26-jährige Marcel Joch aus Mannheim und der 30-jährige Jannis Schreiner (auch bekannt als DJ OLDE) aus Schifferstadt wollen diesem Problem entgegenwirken und Musikern trotz der aktuellen Begebenheiten eine Bühne bieten. Mit ihrem Livestreaming-Konzept holen sie die Party direkt ins Wohnzimmer der Fans und machen so die soziale Isolation ein Stück weit erträglicher.

Mit „CORONA HOME CLUBBING“ übertragen die beiden Live-DJ-Sets direkt auf die Smartphones der Zuschauer. Mit einer integrierten Chat-Funktion können die Fans untereinander, aber auch mit dem DJ kommunizieren. Statt auf der Bühne sitzen die meisten DJs, wie die Zuschauer auch, im eigenen Wohnzimmer.

Mannheim „CORONA HOME CLUBBING“: Wie hole ich mir die Party ins Wohnzimmer?

Im Gespräch mit MANNHEIM24 erklärt Marcel, wie die Livestream-Party funktioniert und wie Zuschauer auf die virtuelle Party kommen. Eine Anmeldung ist zunächst nicht nötig und Zuschauer können nach Lust und Laune kommen und gehen; um miteinander zu chatten, müssen sich die Partygänger allerdings registrieren. „Für die Nutzung der Chat-Funktion und für weitere Features ist jedoch eine kostenlose Registrierung notwendig. Generell muss man um dabei zu sein, KEIN Geld bezahlen“, erklärt Marcel. Aber wenn Zuschauer ihren Lieblings-DJ/Musiker unterstützen wollen, können sie diesem Geld spenden. 

Mannheim: (v. li. na. re) DJ Olde und Marcel Joch holen mit  „CORONA HOME CLUBBING“ die Party zu Dir ins Wohnzimmer.

DJ Olde stellt dabei aber auch klar, dass diese Spenden das reguläre DJ-Einkommen nicht ersetzen können: „Durch Streaming-Donations, also Spenden von Fans kommen pro Stream schon ein paar wenige Euros rein aber darum geht es uns hierbei nicht. Wir haben dadurch die Möglichkeit weiter mit unseren Fans connected zu sein und können zumindest ein bisschen dieses Live Show Feeling erzeugen und die Leute daheim entertainen.“

„CORONA HOME CLUBBING“: Was erwartet mich im Livestream?

Auch wenn Marcel zu Beginn DJs für sein Projekt werben musste, kommen diese mittlerweile auf ihn zu. Denn die Beliebtheit der „CORONA HOME CLUBBING“-Party hat sich herumgesprochen: Schon beim zweiten Event feierten knapp 3.000 aktive Zuschauer in ihren Wohnzimmern. Bisher waren neben DJ OLDE auch Justin, Pollnick, DJ Sherry, DJ MCG und DJ FABZ bei „CORONA HOME CLUBBING“ mit dabei. In den kommenden Wochen können sich Fans auf JEY AUX PLATINES, SONIX und viele andere Top-Acts freuen. 

Doch die Jungs haben mit ihrem Livestream nicht nur Party im Kopf, sondern sehen sich auch in der Verantwortung, ihre Zuschauer für wichtige Themen zu sensibilisieren. So werden zwischen den DJ-Sets Einblenden geschaltet, in denen Zuschauer über die Ausgangssperren, Fake-News und Social Distancing informiert werden. Zwar erklären die beiden im Interview mit MANNHEIM24, dass sie eigentlich keine Angst vor dem Coronavirus haben, dennoch sehen sie den Sinn hinter den aktuellen Maßnahmen der Regierung. „Nur so halten wir die Infektionsrate gering und überlasten nicht unser Gesundheitssystem wie dies in anderen Ländern aktuell passiert“, bekräftigt DJ OLDE.

„CORONA HOME CLUBBING“: Große Konkurrenz im Streaming-Business

Die Idee des „CORONA HOME CLUBBING“ ist keine Neue und unzählige Partys und Konzerte sind seit Wochen über Livestream-Feeds zu sehen. So versucht sich die Berliner Club-Szene mit „United We Stream“ über Wasser zu halten, während Star-Pianist Igor Levit täglich tausende Zuschauer mit seinem Livestream-Konzert beglückt. Auch in Facebook und Instagram häufen sich die Livestream-Angebote, allerdings interveniert Marcel hier und erklärt: „Zum einen ist die Community eine ganz andere, aber auch die Qualität lässt auf Instagram & Co. Leider zu wünschen übrig. Da sind die anderen Plattformen die sich ausschließlich mit Streaming befassen, klar im Vorteil.

Coronavirus-Pandemie in Mannheim und Region

Abgesehen von Marcel und Jannis versuchen auch andere Mannheimer regionale Unternehmen zu unterstützen. So wurde die Aktion „Mannheim.help“ ins Leben gerufen, wo Bewohner der Quadratestadt ihre liebsten Kneipen, Restaurants oder Läden finanziell unterstützen können. Das Mannheimer Modelabel „von Jungfeld“ stellt außerdem ihre Produktion um und verkauft ab sofort funktionale Mund-Nasen-Masken statt bunten Hipster-Socken. Nach einer Lockerung der Corona-Verordnung dürfen viele Geschäfte in Mannheim wieder öffnen – jedoch mit Einschränkungen 

Aufgrund von Covid-19 herrschen Kontaktsperren und viele Plätze sind geschlossen. Zahlreiche Menschen fragen sich nun, was sie an Ostern überhaupt noch machen dürfen, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen. Oberbürgermeister Eckart Würzner hat daher einen Appell an alle Heidelberger. Die Coronavirus-Pandemie stellt viele Menschen vor nicht-alltägliche Situationen und Probleme. Da Atemschutzmasken schon seit Beginn der Corona-Krise Mangelware sind und sich nicht jeder eine eigene Maske nähen kann, fragen sich jetzt viele Menschen, wie sie die Anforderungen der Maskenpflicht nachkommen sollen. Glücklicherweise gibt es in Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen und Region einige Orte, wo man sich kostengünstig Masken schneidern lassen kann. Vor einem anderen Problem stehen Brautpaare, denn sie müssen sich jetzt entscheiden, ob sie sich trauen (lassen) oder erst mal auf die Post-Corona-Zeit warten wollen.

Aktuell ist Comic von Asterix und Obelix in aller Munde – denn in einem Heft taucht das Coronavirus auf! Auch hier ist der Name mit einem Feind verknüpft.

Das Cave54 ist sowohl bei Nachtschwärmern als auch bei Jazz-Fans beliebt. Doch wegen der Corona-Krise fehlt jetzt das Geld und der Club steht vor dem Aus. Jetzt wendet sich der Betreiber an die Heidelberger mit einem ganz besonderen Angebot. Im Juli wollen Kulturschaffende in Mannheim demonstrieren, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.

mw

Rubriklistenbild: © Marcel Joch

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