Ballonfrühling im Luisenpark

Hoch hinaus! Mit dem Heißluftballon über Mannheim

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Im Rahmen des Ballonfrühlings im Luisenpark geht es am Wochenende mit dem Heißluftballon hoch hinaus!  

Mannheim – Einmal Himmelsstürmer sein – das wünschen sich viele. Für ein paar Dutzend ‚Himmelszelt-Eroberer‘ wurde dieser Traum beim Ballonfrühling im Luisenpark wahr!

Etwas aufgeregt und unsicher sind die Teilnehmer am Samstagabend im Unteren Luisenpark – denn sie werden alle zum ersten Mal mit einem Heißluftballon abheben! Bei manchen Teilnehmern waren dafür gleich mehrere Anläufe nötig. 

Markus, der sympathischer Pilot, der sich selbst gern als Taxifahrer der Lüfte bezeichnet, erklärt: „Also im Schnitt werden sechs Ballonfahrten abgesagt, bis man dann wirklich abheben kann.“ Der Grund ist ganz einfach: Das Wetter spielt oft nicht mit. 

‚Ich heb‘ ab!‘ beim Ballonfrühling im Luisenpark!

Nils (29) hat die Ballonfahrt seiner Freundin Judith (29) zum Geburtstag geschenkt. 

„Wir wollten eigentlich schon im Winter fliegen, es hat aber leider nicht geklappt. Jetzt freuen wir uns umso mehr, bei dem tollen Wetter fliegen zu können“, so Judith.

Ballonfahren, das stellt Markus gleich am Anfang klar, ist Teamwork! 

Alle Ballonfahrer müssen mit anpacken! Oder zumindest die Männer...

Jeder muss mit anpacken – ob beim Rausziehen des Korbes, beim Ausrollen der Hülle oder beim Befüllen des Ballons, erst mit kalter und dann mit heißer Luft. 

Abenteuer Ballonstart

Dann kann es endlich losgehen! Die Teilnehmer stellen sich an die Ecken des Korbes. Insgesamt können 14 Personen mitfliegen. Die Aufregung steigt, denn Markus kündigt an: „Ich werde euch nicht sagen, wann ihr rein klettern sollt, das werdet ihr dann schon selbst merken: Wenn der Ballon langsam anfängt hochzugehen, brauchen wir euer Gewicht im Korb.“  

„Ich weiß nicht, ob ich das merke...“, flüstert eine der Teilnehmerinnen, Katja, ein wenig verunsichert. Sie hat die Ballonfahrt, ein Geburtstagsgeschenk für ihrem Mann zum 35. Geburtstag, akribisch vorbereitet und hat extra Sekt, Käse und Trauben eingepackt, die sie jedoch später völlig vergisst zu essen.   

Der Einstieg klappt ohne Probleme, die erste Hürde ist genommen. 

Alle schaffen es rechtzeitig einzusteigen.

Sehr schnell geht es aufwärts. Zahlreiche Schaulustige haben sich um den Ballon versammelt und machen Fotos. Die nächste Truppe für eine weitere Ballonfahrt steht auch schon bereit und schaut interessiert bei den Vorbereitungen zu.

Im Schnitt verbraucht so eine Fahrt zwei bis drei Flaschen, mit jeweils 230 Litern Propan. Als Markus am Hebel zieht, wird es ganz schön heiß am Kopf und alle ducken sich ein wenig vom heißen Brenner weg. „Ach deswegen meinten die, wir sollten eine Mütze mitnehmen!“, ruft eine Teilnehmerin lachend. 

Hoch über Mannheim 

Wenn man dann jedoch eine gewisse Höhe erreicht hat, passiert eigentlich nicht mehr viel. Der Korb ruckelt nicht, es fühlt sich eher so an, als würde man in der Luft stehen. 

Am Samstagabend ist es sehr windstill über der Quadratestadt. Aber die Aussicht ist großartig! Mannheim sieht von oben aus wie aus Bausteine, die Segelflugzeuge in Neuostheim wie Spielzeug. 

Winzigklein sehen die Flugzeuge von oben aus. 

Fern vom Lärm und Hast kann man sich voll und ganz auf die Landschaft konzentrieren und die Seele baumeln lassen. Es ist alles bedächtiger und langsamer als im motorisierten Flugzeug, man schwebt richtig über der Landschaft und kann sie aus allen Richtungen auf sich wirken lassen. Im Segelflugzeug ist es zwar genauso still, aber man ist von der Außenwelt abgekapselt und sieht nur einen Ausschnitt der Umgebung durch eine Scheibe. Wer also keinen Wert auf den Geschwindigkeitsrausch legt, ist im Ballonkorb goldrichtig aufgehoben.   

Nils und Judith lassen die Aussicht auf sich wirken.

Andächtige Stille macht sich im Korb breit, nur durchbrochen vom gelegentlichen Klicken der Fotoapparate. Man hört nur das Brennen des Gases, wenn Markus am Hebel zieht oder wenn ein Funkspruch rein kommt. Der Pilot muss immer im ständigen Kontakt mit den Tower stehen, um Kollisionen mit Flugzeugen zu vermeiden.

Hast Du schon einmal direkt in eine Wolkendecke rein geschaut?

Eine Höhenmessgerät zeigt an, wie schnell der Ballon fährt und auf welcher Höhe er ist. „Es kann sein, dass wir sogar auf 2.000 Meter steigen“, sagt Markus. Den Höhenunterschied merkt man auch sofort, es wird deutlich kühler, je höher man steigt.

Die Teilnehmer haben an diesem Tag ein wenig Pech, da es relativ windstill ist und eine Inversionswetterlage herrscht. 

„Man könnte sagen, es ist wie Smog der auf Mannheim liegt. Wir gucken auch jetzt gerade direkt in die Schicht rein. Wenn man nach direkt nach unten schaut, wird die Sicht klarer.“

Die Landung: „Ich glaube, wir werden umkippen!“ 

Nach etwas über einer Stunde in der Luft setzt Markus zum Landeanflug auf einem Acker zwischen Plankstadt und Eppelheim an. Die Stromleitungen scheinen gefährlich nahe. Doch der Ballon erwischt sie nicht. Näher am Boden steigt die Geschwindigkeit des Ballons. „Wir sollten nicht so schnell sein“, meint Markus lapidar. 

Leichte Panik bei den Teilnehmern. „Kann es sein, dass wir mit dem Korb umkippen?“, fragt Katja. „Ja, das kann passieren. Ich glaube, wir werden auch umkippen... Packt bitte alle eure Fotoapparate ein und haltet euch gut fest!“ 

Der Acker kommt schnell näher. „Huch sind wir schnell!“, ruft Katja und hält sich wie die anderen Teilnehmer an den Schlaufen im Korb fest. Der Korb setzt auf... kippt nach vorne und schleift schnell über den trockenen Ackerboden. 

Ein ganz schönes Stück ist der Korb über den Acker geschleift. Den Bauer wird es nicht freuen...

Die Teilnehmer halten sich fest und verlagern ihr Gewicht sogar ein wenig nach hinten. Doch dann: ein Asphaltweg! Einen Moment lang sieht es so aus, als würde der Korb am Asphalt hängen bleiben, doch er schafft es noch drüber. Dann steht der Korb nur auf einer Kante und fällt wie im Zeichentrickfilm in Zeitlupe nach vorne. Bruchteile von Sekunden vergehen in einer halben Ewigkeit. Schließlich fällt der Korb dann doch um! 

Kaum einer kann sich so recht im Korb halten, die meisten purzeln heraus. Doch alle sind heil, rappeln sich auf, klopfen sich die Erde von den Hosen, lachen und freuen sich jetzt umso mehr, über den Nervenkitzel dieser aufregenden Landung. 

Alle überstehen die etwas holprige Landung heil. 

„Richtig cool!“, ruft Judith mit errötetem Kopf und stampft voller Tatendrang davon: „Ich mach jetzt noch ein paar Fotos!“ 

„Dieses Land über das wir geflogen sind, gehört jetzt euch!“

Viele Fotos kann sie jedoch nicht machen, da die Arbeit jetzt wieder losgeht. Der Ballon packt sich schließlich nicht von alleine wieder ein. Auch der andere Ballon landet so langsam und verschwindet hinten den Baumwipfeln. „Der Kollege müsste jetzt aber weniger Wind bei der Landung haben als wir.“ 

Als alles erledigt ist, schenkt Ferdinand, der Fahrer der den Ballon begleitet und ihn und die Teilnehmer wieder eingesammelt hat, allen Sekt ein. 

Währenddessen erzählt Markus über die Geschichte der Ballonfahrt: Die Gebrüder Montgolfier wurden 1783 von Louis XVI. nach der ersten erfolgreichen Ballonfahrt in den Adelstand erhoben und der König schenkte ihnen das Land über das sie geflogen sind. Es wurde auch festgelegt, dass keiner außer dem Adel mehr mit einem Ballon fahren dürfe. 

Da dieses Gesetz bis heute nicht offiziell abgeschafft wurde, wird jeder der an einer Ballonfahrt teilnimmt, von anderen Ballonfahrern in den Adelstand erhoben und erhält einen Adelstitel. Wenn ihn ein anderer Ballonfahrer nach seinem Namen fragt, muss er ihn auch fehlerfrei sagen können. Wenn nicht – muss er einen ausgeben!“, erklärt Markus vor der Taufe.

Außerdem wird jeder der Teilnehmer dazu verpflichtet, nie wieder „Ballonfliegen“ zu sagen – sonst muss er auch einen ausgeben. 

Das Land, über das wir geflogen sind, gehört jetzt natürlich auch euch – also halb Mannheim. Ihr könnt also ab jetzt die Bewohner schikanieren und Steuern eintreiben, so Markus lachend.

Es folgt die von einigen Teilnehmern schon gefürchtete „Feuertaufe“, bei dem eine Strähne des Haares angebrannt und dann mit Wasser gelöscht wird. „Da ist bei meinem Mann aber nicht viel zu holen“, merkt eine Teilnehmerin lachend an. 

Da müssen auch alle durch: die Feuertaufe!

Doch jeder lässt dieses Ritual gerne über sich ergehen und freut sich über die ausgestellte Taufurkunde mit so tollen Namen wie: „Graf Andreas, der zick-zack-fahrende Luftikus am Rheinischen Himmel“.

Nach einem Sektchen geht es im großen Van dann wieder in Richtung Luisenpark. Sind alle glücklich und zufrieden? „Jaaaaa!“, hallt es dann einstimmig von den glücksstrahlenden Teilnehmern im Fahrzeug.  

kp, (oder nun besser  als Baroness Klaudia schöne Korbfee im Abendwind am Himmel über Mannheim) 

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Quelle: Mannheim24

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