Landgericht Frankenthal

Babymord-Prozess: Gutachter bestreitet Befangenheit

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Frankenthal - Im Prozess um den mutmaßlichen Mord an der kleinen Senna (†zwei Monate) wurden schwerwiegende Vorwürfe gegen einen Sachverständigen laut. Wie dieser sich nun dagegen wehrt:

Nächster Prozesstag am Landgericht Frankenthal – diesmal steht jedoch nicht der Angeklagte David L. (32) im Fokus, sondern ein Gutachter.

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Der Anwalt des Tatverdächtigen wirft dem Facharzt für Neurologie und Psychiatrie vor, er sei voreingenommen, weil er die als Nebenklägerin auftretende Mutter des Kindes in einem früheren Verfahren 2015 begutachtet, dies vor Gericht zunächst aber nicht erwähnt habe. 

Vor dem Landgericht sagt der Mediziner am Montag, er habe sich den Namen und das Gesicht der jungen Frau nicht in einem wünschenswerten Maß eingeprägt. Zugleich ergänzte er: „Das einmalige Vergessen eines Namens oder eines Gesichts lässt nicht grundsätzlich die Geeignetheit eines Sachverständigen bezweifeln.

Der Anwalt versuche nun, einen „bedauernswerten Fehler“, der jedem passieren könne, „in ein bewusstes Täuschungsmanöver umzudeuten“. Er aber habe das Gericht umgehend informiert, nachdem ihm das Versäumnis bewusst geworden sei.

Anklage Mord! David L. (32) hat Baby Senna getötet

Wenn das Gericht dem Befangenheitsantrag stattgibt, könnte der seit November 2016 laufende Prozess platzen. Die Parteien haben nun Gelegenheit zur Stellungnahme. 

Der Prozess wird am 30. Mai fortgesetzt.

Der Vater soll das zwei Monate alte Mädchen Senna im Mai 2016 aus dem zweiten Stock geworfen und getötet haben (WIR BERICHTETEN MEHRFACH).

dpa/rob

Quelle: Mannheim24

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