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Landau: Stadt weiht „Corona-Platz“ ein – welche traurige Geschichte dahinter steckt

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Von: Peter Kiefer

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Rheinland-Pfalz - Die südpfälzische Stadt Landau hat am 25. April offiziell den „Corona-Platz“ eingeweiht. Welchen traurigen Hintergrund es dafür gibt:

Die südpfälzische Stadt Landau hat am Montag (25. April) einen neuen Platz eingeweiht. Nichts Ungewöhnliches, wenn dieser nicht einen auffälligen Namen hätte: Corona-Platz. Doch die Namensgebung hat einen traurigen und ernsten Hintergrund. Der Platz soll an die Opfer der Corona-Pandemie erinnern, wie LUDWIGSHAFEN24 berichtet.

StadtLandau (Rheinland-Pfalz)
Einwohnerzahl46.685 (31. Dez. 2020)
Fläche82,94 km²
OberbürgermeisterThomas Hirsch (CDU)

Landau: Corona-Platz zum Gedenken an Pandemie-Opfer

„Auch wenn Corona noch nicht vorbei ist, wollen wir dem Gedenken an die bisherigen Opfer und an die bisherigen Herausforderungen der Pandemie dauerhaft einen Platz geben“, halten Dietmar Seefeldt, CDU-Landrat des Kreises Südliche Weinstraße (SÜW), und Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) fest.

Die beiden Politiker haben bei der Zeremonie zwei Winterlinden angegossen und damit eine neue Grünanlage in der Stadt, auf einem Grundstück des Landkreises, symbolisch eröffnet. Dort soll dauerhaft an die Herausforderungen und an die Corona-Opfer im Landkreis Südliche Weinstraße und in der Stadt Landau gedacht werden.

Die Stadt Landau (Rheinland-Pfalz) hat am 25. April 2022 den „Corona-Platz“ zum Gedenken an die Pandemie-Opfer eingeweiht.
Die Stadt Landau (Rheinland-Pfalz) hat am 25. April 2022 den „Corona-Platz“ zum Gedenken an die Pandemie-Opfer eingeweiht. © Stadt Landau

Schon 234 Corona-Tote in Landau und Landkreis SÜW

„Während der akuten Krisenbewältigung war in der Öffentlichkeit oft wenig Raum für das Leid vieler Betroffener. Oder für die Trauer der Angehörigen derjenigen, die das Virus das Leben gekostet hat. Heute geben wir dem Raum“, so Landrat Seefeldt. Und OB Hirsch fügte hinzu: „Unser Mitgefühlt gilt auch all denen, die von Long-Covid betroffen sind und jenen, bei denen die Pandemie körperliches oder seelisches Leid verursacht hat.“

Das gemeinsame Gesundheitsamt musste bislang 234 Personen in die Liste der an oder mit dem Virus verstorbenen Menschen aufnehmen. Dabei entfallen auf den Landkreis Südliche Weinstraße 165 Personen, auf die Stadt Landau 69 Personen. Aktuell hat die Stadt Landau eine 7-Tage-Inzidenz von 486,2 und der Landkreis SÜW einen Wert von 652,6 (RKI-Stand 26. April).

Landau: Gemeinsamer Krisenstab von Stadt und Landkreis seit Pandemie-Beginn

Landrat und OB verwiesen darauf, dass die langfristigen Folgen der Corona-Pandemie noch nicht in Gänze bekannt seien und der weitere Fortgang der Pandemie schwer zu prognostizieren sei. Fest stehe, dass die Pandemie neben den gesundheitlichen auch enorme gesellschaftliche, soziale, finanzielle und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich gebracht habe. Auch die Verwaltungen selbst standen vor großen Hürden.

Ein gemeinsamer Krisenstab von Stadt und Landkreis war zu Beginn der Pandemie eingerichtet worden – er tagt in regelmäßigen Abständen bis heute. „Es wird eine noch lange anhaltende Aufgabe sein, die Folgen der Pandemie gemeinsam zu bewältigen. Dazu sind wir weiterhin alle aufgefordert, vernünftig und solidarisch zu handeln“, so Seefeldt und Hirsch.

Corona-Platz in Landau: Grünanlage in Nähe der Kreisverwaltung

Der Gedenkplatz zwischen Annweilerstraße und Arzheimer Straße befindet sich in unmittelbarer Nähe des Dienstgebäudes 2 der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße. „Hier war und ist ein Zentrum der Bekämpfung der Corona-Pandemie“, betonte Dietmar Seefeldt.

Mitarbeiter*innen des gemeinsamen Gesundheitsamts haben im Dienstgebäude 2 die Kontakte von Infizierten nachverfolgt, unterstützt von Kräften der Bundeswehr, des RKI und eines externen Dienstleisters. Dort befand sich auch der letzte Standort der gemeinsamen Diagnosestation. Ehrenamtliche der Hilfsorganisationen aus Stadt und Kreis haben sich in unzähligen Stunden zum Wohle der Allgemeinheit engagiert.

Die Stadt Landau (Rheinland-Pfalz) hat am 25. April 2022 den „Corona-Platz“ zum Gedenken an die Pandemie-Opfer eingeweiht.
Die Stadt Landau (Rheinland-Pfalz) hat am 25. April 2022 den „Corona-Platz“ zum Gedenken an die Pandemie-Opfer eingeweiht. © Stadt Landau

In unmittelbarer Nähe, an der neuen Grünanlage, wird in Landau nun dauerhaft an die Herausforderungen und an die Opfer der Corona-Pandemie gedacht werden. Eine Gedenktafel auf einem Findling zeigt die Bestimmung des Platzes an. „Wir möchten mit diesem Corona-Platz einen positiven Akzent in schwierigen Zeiten setzen“, so Stadtoberhaupt Thomas Hirsch.

Landau: Bepflanzung auf Corona-Platz bewusst ausgewählt

In der Anlage wurden in einem Staudenbeet Heilkräuter gesetzt, darunter Rosmarin, Lavendel und Rosenwaldmeister. Sie stehen symbolisch für die große Bedeutung der Gesundheit im Leben jedes Einzelnen.

Auch die gepflanzte Baumart ist gezielt ausgewählt worden: Winterlinden sind heimische Bäume mit hohem ökologischem Wert. Ihr Name erinnert an die besonders schweren Phasen der Corona-Pandemie: die Wintermonate. Naturnah gestaltet sind sowohl der Weg als auch der Sitzbereich mit zwei Bänken. (PM/pek)

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