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Nach Polizisten-Morden von Kusel: Staatsakt für Todesopfer Yasmin B. (†24) und Alexander K. (†29)

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Von: Daniel Hagen

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Kusel - Rund acht Wochen nach den Morden an zwei Polizisten haben Bund, Land, Polizei und Angehörige bei einem Staatsakt Abschied von Yasmin B. und Alexander K. genommen.

Ende Januar werden die beiden Polizisten Yasmin B. und Alexander K. nahe Kusel bei einer Fahrzeugkontrolle brutal ermordet. Der mutmaßliche Täter Andreas S. hat mit der Tat wohl seine eigenen Verbrechen – nämlich Wilderei – vertuschen wollen. Im Februar werden die beiden Polizisten in ihren Heimatorten beerdigt.

BundeslandRheinland-Pfalz
LandeshauptstadtMainz
Einwohnerzahl4.098.391 (Stand: 30. Dezember 2020)
MinisterpräsidentinMarie-Luise „Malu“ Dreyer

Kusel: Staatsakt für ermordete Polizisten

Bei einem großen Staatsakt am Montag (21. März) nehmen Bund und Land sowie Polizei und Angehörige Abschied von den Beamten. Neben rund 500 Gästen sind auch die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer, Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Landesinnenminister Roger Lewentz vor Ort.

In der Fritz-Wunderlich-Halle in Kusel sind große Schwarz-Weiß-Fotos von Yasmin B. und Alexander K. , 24 und 29 Jahre jung, aufgestellt - flankiert jeweils von einem Kondolenzbuch. Am Schluss der Veranstaltung lassen Polizisten zu feierlichen Klängen von Blechbläsern weiße Luftballons in den Abendhimmel steigen.

Offizielles Gedenken für die getöteten Polizeibeamten
Malu Dreyer, Michael Denne und Nancy Faeser beim Staatsakt in Kusel © Harald Tittel/dpa

Nancy Faeser und Malu Dreyer fassungslos über Polizisten-Morde

Vor Beginn des Staatsaktes spricht Bundesinnenministerin Faeser draußen vor der Halle von einem widerwärtigen und furchtbaren
Angriff auf zwei Polizisten, die einen sehr wertvollen Job gemacht hätten. Es sei ihr wichtig, ihr Mitgefühl, ihre Trauer „auch persönlich auszudrücken“. Auch kurz nach den Morden bekunden Politiker ihr Beileid.

Für Malu Dreyer sei das Verbrechen bei einem Routineeinsatz noch immer unfassbar. „Heute zeigen wir gemeinsam: Die Erinnerung bleibt wach.“ Die beiden Opfer würden nicht vergessen. „Sie bleiben zwei von uns.“ Dieser Satz steht auch groß auf der Bühne geschrieben.

Über 4.000 Beileidsbekunden für ermordete Polizisten aus Kusel

„Die Kraft der Verbundenheit, die wir heute als Gemeinschaft aufbringen, um der beiden als herzensgut und fröhlich beschriebenen jungen Menschen zu gedenken, vermag vielleicht ein wenig Trost zu spenden in dieser schweren Zeit“, sagt Roger Lewentz schon vor dem Staatsakt in Kusel. Es bleibe nun nichts anderes mehr möglich, als das Unerträgliche zu ertragen.

Die Polizei zählt nach eigenen Angaben schon mehr als 4.000 Botschaften in einem digitalen Kondolenzbuch. Die Beileidsbekundungen kommen dabei aus ganz Europa. Unterdessen geht die Ermittlungsgruppe „Hate
Speech“ knallhart gegen Hasskommentare im Internet vor, in denen nach den Morden zu weiteren Taten aufgerufen wurde. Mittlerweile habe man über 1.700 Hinweise erhalten. (dpa/dh)

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