Jubiläum

Die Polizei Rheinland-Pfalz feiert 70. Geburtstag

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Jubiläum der Polizei Rheinland-Pfalz

Koblenz - Die Aufgaben der Polizei in Rheinland-Pfalz sind so herausfordernd wie bisher noch nie. Zwischendurch muss aber auch mal Zeit zum Feiern sein: Die Polizei Rheinland-Pfalz wird 70!

Als die Polizei im neu gebildeten Rheinland-Pfalz 1947 an den Start ging, mussten sich drei Beamte eine Waffe teilen. Fast 3.800 Polizisten sollten damals für Ordnung zwischen Rhein und Mosel sorgen. Ein verheirateter Wachtmeister mit Kind verdiente 213,41 D-Mark im Monat. Heute gibt es 9.283 Beamte im Land. Ein lediger Polizeikommissar verdient als Grundgehalt etwa 2.200 Euro netto im Monat (Besoldungsgruppe A9). 

Doch das ist nicht das einzige, was sich geändert hat. 

Die Aufgaben der Polizei sind größer geworden. Nach dem Amoklauf in Erfurt gibt es seit 2005 ein spezielles Amoktraining. Und die Anschläge in Paris, Brüssel und Berlin in den vergangenen beiden Jahren haben dazu geführt, dass bei Personal und Ausrüstung nachgelegt wird. „Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris mussten wir uns sehr stark und sehr schnell neu organisieren", sagt Innenminister Roger Lewentz (SPD). „Bisher hatten die Streifenwagenbesatzungen eine Maschinenpistole, zwei normale Pistolen und einfache Schutzwesten. Die Fahrzeuge sind aufgestockt worden und führen jetzt eine zweite Maschinenpistole, zwei zusätzliche Schutzwesten, die auch Schüsse einer Kalaschnikow aushalten, und zwei Spezialhelme mit."

Dazu kommen neue Herausforderungen bei der Bekämpfung von Cybercrime. „Für Wirtschaftskriminalität und die Bekämpfung von Cybercrime haben wir 65 zusätzliche Kräfte 2016 und 2017 eingestellt", sagt Polizei-Inspekteur Jürgen Schmitt.

Die Polizei genießt in der Bevölkerung nach Ansicht des Inspekteurs „sehr hohes Vertrauen". „Wir sind da angekommen, wo wir hingehören - mitten in der Gesellschaft", sagt Schmitt, der die Polizei seit 1973 kennt, als er mit seiner Ausbildung begann. Auch Lewentz sagt: „Die Polizei hat einen sehr guten Ruf." Er sieht kein Nachwuchsproblem. „Es gibt unglaublich viele junge Menschen, die sich für den Dienst in der Polizei interessieren." 

Die Zahl der Polizeianwärter ist zuletzt im Zuge der Terrorgefahr aufgestockt worden, 535 sollen es pro Jahr bis 2021 sein. Geplant sind dann 9.160 Vollzeitstellen. Das reicht nach Ansicht von CDU und AfD aber noch nicht. „Wir wollen als CDU, dass wir nach dem Ende dieser Wahlperiode bei 9.500 Vollzeitstellen landen", sagt CDU-Innenpolitiker Matthias Lammert. Er verweist auf zusätzliche Aufgaben der Beamten wie Gewalt bei Fußballspielen, aber auch auf zahlreiche Pensionierungen, die den Neueinstellungen entgegenstehen. 

Derzeit wird die Polizei umstrukturiert. Die Bereitschaftspolizei, das Wasserschutzpolizeiamt und die Zentralstelle für Polizeitechnik sollen zum Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik werden, um schlagkräftiger zu sein. Es ist nicht die erste Reform: 1993 wurden die 36 Polizeibehörden zu fünf Polizeipräsidien zusammengefasst, die es noch immer gibt - Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz und Trier. Das Landeskriminalamt (LKA) zog nach eigenen Angaben 1982 von Koblenz nach Mainz um. 

Frauen in Uniform gibt es in Rheinland-Pfalz erst seit 1987 – bei der Schutzpolizei in Wittlich starteten sie. „Seit dieser Zeit haben wir einen stetigen Anstieg des Anteils von Frauen. Es war überfällig", sagt Inspekteur Schmitt. Und betont: „Es ist unbestritten, dass die Kommunikationsfähigkeiten mancher Frauen besser sind als die mancher Männer." Anfang des Jahres arbeiteten 2.049 Frauen bei der Schutz- und Kriminalpolizei – das entspricht einem Anteil von 22 Prozent. Die Polizei hat auch mehr Ausländer und Deutsche mit ausländischen Wurzeln als früher. Eine zentrale Erhebung über Migranten in der Polizei gab es laut Innenministerium bisher nicht, um Stigmatisierungen zu vermeiden. Der Anteil an Migranten bei den neu eingestellten Polizisten steht aber fest: Er lag 2014 bei 12,4 Prozent, 2015 bei 13,5 Prozent und 2016 bei 14,5 Prozent – eine langsame Steigerung.

Oliver von Riegen/dpa

Quelle: Mannheim24

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