In JVA Schifferstadt

Mörder von Mia (†15) in Zelle erhängt: Gutachten steht noch aus

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Abdul D. hat sich in seiner Zelle erhängt.

Kandel - Im September 2018 fiel in Landau das Urteil gegen den Mörder der 15-jährigen Mia. Ein Jahr danach wird Abdul D. tot in seiner Zelle gefunden – erhängt! Die Behörden untersuchen den Tod:

  • Abdul D. am 9. Oktober erhängt in Zelle in JVA Schifferstadt gefunden
  • Obduktion schließt Fremdeinwirkung aus
  • D. hatte im Dezember 2017 in Kandel die 15-jährige Mia vor einem Drogeriemarkt ermordet
  • Abdul D. war wegen des Mordes in Kandel zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden
  • Rechtsausschuss des Landtags Rheinland-Pfalz beschäftigt sich mit dem Suizid von Abdul D.

Update vom 9. November: Die Ermittlungen zum Selbstmord von Abdul D. in der JVA Schifferstadt haben auch knapp einen Monat nach der Tat keine neuen Ergebnisse gebracht. Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankenthal gebe es keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden. Zudem ist kein Abschiedsbrief gefunden worden. Ein toxikologisches Gutachten stehe derzeit noch aus. Damit soll bestimmt werden, ob der Mörder von Mia vor seinem Tod unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol gestanden hat. Im Rahmen des Todesermittlungsverfahren sind in den letzten Wochen mehrere Zeugen in der Jugendstrafanstalt vernommen worden – was allerdings. laut Sprecher der Staatsanwaltschaft, keine neuen Erkenntnisse gebracht habe. 

Selbstmord in JVA: Abdul D. ist angegriffen worden 

Update vom 18. Oktober: Der Rechtsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags beschäftigt sich nun mit dem Tod von Adbul D.. Laut Justizminister Herbert Mertin (61) habe Mias Mörder nicht nur versucht sich bereits in der Vergangenheit umzubringen, es habe auch kurz vor seinem Suizid einen anderen Vorfall in der JVA in Schifferstadt gegeben:

Am 6. Oktober, drei Tage vor seinem Selbstmord, soll ihn ein Mitgefangener körperlich angegriffen haben. Adbul D. hat sich gewehrt und ein Glas auf den Hinterkopf des Angreifers geschlagen. Danach soll die JVA entschieden haben, die Tür seiner Einzelzelle zur Wohngruppe geschlossen zu lassen. 

Oft gelesen: 18-Jähriger leblos auf Straße gefunden – kurze Zeit später ist er tot

Allerdings hat Mertin auch gesagt, dass der junge Mann vor seinem Selbstmord kein besonderes Verhalten an den Tag gelegt habe – auch nicht beim letzten Nachtverschluss. Dem Cousin von Adbul D. sei bei seinem letzten Besuch im September ebenfalls nichts an ihm aufgefallen.

Mörder von Mia (†15) in Zelle erhängt – Leiche wird nach Drogen untersucht

Update vom 17. Oktober: Auch nach der Obduktion läuft das Todesermittlungsverfahren weiter. „Unsere Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Wir haben weiterhin keine konkreten Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden", sagt Hubert Ströber, Leitender Oberstaatsanwalt in Frankenthal (Pfalz), am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es werde ein toxikologisches Gutachten erstellt, um herauszufinden, ob fremde Substanzen im Körper des Toten waren. Dies könnten beispielsweise Drogen oder Alkohol sein. 

Es ist noch unklar, ob der Leichnam von Abdul D. nach Afghanistan überführt werde, so Ströber. Die Staatsanwaltschaft gebe lediglich nach Abschluss aller Untersuchungen die Leiche frei. Es soll sich ein Onkel von D. wegen einer möglichen Beisetzung in Deutschland gemeldet haben. Dem Oberstaatsanwalt zufolge wurde kein Abschiedsbrief gefunden. 

Nach dpa-Informationen soll in der Zelle ein nicht abgeschicktes Schreiben an das Amtsgericht Speyer gelegen haben. Darin soll D. appellieren, dass er in ein Erwachsenengefängnis verlegt wird. Der Zeitung „Mannheimer Morgen“ zufolge war der junge Mann dazu angehört worden, der Antrag wurde demnach aber abgelehnt. Mit dem Fall beschäftigt sich der Rechtsausschuss des Landtags in Mainz am Donnerstag (17. Oktober).

Mörder von Mia (†15) tot in Gefängniszelle gefunden – daran starb Abdul D.

Update vom 11. Oktober, 13 Uhr: Das Obduktionsergebnis ist da: Laut Staatsanwaltschaft Frankenthal und Polizeipräsidium Rheinpfalz starb Abdul D. durch „zentrales Regulationsversagen infolge Erhängens“. Nach dem Kurzprotokoll des Rechtsmedizinischen Instituts Mainz gehen die Ermittler von Selbstmord aus. Es gibt keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Ein toxikologisches Gutachten steht noch aus. 

Staatsanwaltschaft und Kripo Ludwigshafen ermitteln weiter. Es seien noch Zeugen zu vernehmen und weiteres „Schriftgut“ zu sichten, heißt es.  

Update vom 11. Oktober, 10 Uhr: Am Freitag wird der Leichnam von Abdul D. der Rechtsmedizin in Mainz übergeben. Dort wird er obduziert. Mit einem Ergebnis rechnet die Staatsanwaltschaft noch am selben Tag. 

Kandel: Mias Mörder soll Probleme mit anderen Häftlingen gehabt haben

Update 16:20 Uhr: Nach dem Selbstmord des Mörders Abdul D. ist den Behörden derzeit noch nicht bekannt, warum er sich erhängt hat. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankenthal mitteilt, hat Abdul D. keinen Abschiedsbrief hinterlassen. Mittlerweile ist ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden, um die genauen Umstände zu klären. Es werde zudem geprüft, ob auch eine andere Person an dem Tod beteiligt gewesen ist – dabei handele es sich aber um eine Routine bei solchen Fällen. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Abdul D. sich umbringen wollte. Bereits in Untersuchungshaft vor seiner Verurteilung hat er versucht, sich mit einer Rasierklinge das Leben zu nehmen. Warum Mias Mörder nicht strenger überwacht worden ist, ist unklar.

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Abdul D. sei am Mittwochabend (9. Oktober) gegen 21:30 Uhr zuletzt lebend gesehen worden. Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankenthal habe es in der Vergangenheit wohl Auseinandersetzungen mit anderen Häftlingen gegeben. Die Leiche soll am Freitag (11. Oktober) im rechtsmedizinischen Institut in Mainz obduziert werden – noch am gleichen Tag möchte die Staatsanwaltschaft das Ergebnis veröffentlichen.

Kandel: Abdul D. bringt sich mit Schnürsenkel und Kissen um

Update vom 10. Oktober: Der Mörder von Mia (†15) aus Kandel ist tot. Das teilen Staatsanwaltschaft Frankenthal und Polizeipräsidium Rheinpfalz mit. Demnach wurde der leblose Körper von Abdul D. heute morgen (10. Oktober) gegen 6 Uhr in seiner Zelle in der Jugendstrafanstalt Schifferstadt gefunden. D. hat sich mit seinen Schnürsenkeln und seinen Kopfkissenbezug  erhängt, es gibt keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Die Einzelzelle sei von außen verschlossen gewesen, sagte Sprecher Christoph Burmeister. Die Zelle sei nicht videoüberwacht gewesen, weil es keine Anzeichen für eine Selbstmordabsicht gegeben habe.

Staatsanwaltschaft Frankenthal und Kripo Ludwigshafen sollen jetzt die Todesumstände klären. Der Leichnam von Abdul D. wird am Freitag (11. Oktober) im rechtsmedizinischen Institut in Mainz untersucht. Abdul D. hatte im Dezember 2017 die damals 15-jährige Mia in einem Drogeriemarkt in Kandel erstochen.

Kandel: Mias Mörder in Haft gestorben

Als Motiv für die Bluttat in Kandel hatte die Staatsanwaltschaft Eifersucht und Rache angenommen. Sie ging davon aus, dass Abdul D. die damals 15-jährige Mia bestrafen wollte, weil sie sich wenige Wochen vor der Tat von ihm getrennt hatte. 

Der damalige Anwalt von Abdul D., Maximilian Endler, sagte am Donnerstag zu der Todesmitteilung: „Ich weiß von nichts und kann daher auch nichts dazu sagen.“ Er hatte nach dem Urteil gesagt, er rechne damit, dass sein Mandant nach der Verbüßung eines Teils der Strafe abgeschoben werde. Abdul D. ist nach seiner Ankunft in Deutschland als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aufgenommen und betreut worden.

Kandel: Ausraster vor Gericht: Mörder von Mia (†15) erwartet keine weitere Strafe 

Grundtext vom 5. Februar 2019: Der wegen Mordes an seiner Ex-Freundin verurteilte Abdul D. muss wegen eines Handgemenges während des Prozesses nicht nochmal vor Gericht. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, habe das Gericht die Ermittlungen endgültig eingestellt. 

Was während des Mordprozesses am 17. August 2018 im Gerichtssaal passiert, wird von der Staatsanwaltschaft als „abrupter Gewaltausbruch“ bezeichnet. Demnach sei der Angeklagte während einer Aussage von Mias Mutter aufgesprungen. Bei einem Handgemenge mit Vollzugsbeamten sei er zu Boden gestürzt. Zwei Ordnungshüter werden bei dem Gerangel an der Hand verletzt. Ein Verfahren wäre sehr aufwendig und eine höhere Strafe fraglich gewesen, sagt ein Justizsprecher. 

„Das Einstellen des Verfahrens bedeutet keinen Freibrief bei uns“, heißt es aus Justizkreisen. „Wir halten ein Auge auf ihn. Er ist ja noch länger in Gewahrsam.“ Der Verteidiger von Abdul D. begrüßt die Entscheidung. „Nach dem rechtskräftigen Abschluss des Hauptverfahrens dürfte nun umso mehr Ruhe einkehren“, sagt Anwalt Maximilian Endler der Deutschen Presse-Agentur. 

Kandel: Mordprozess um Mia (†15): Urteil gegen Abdul D. 

In dem Prozess wird der vermutlich aus Afghanistan stammende Flüchtling zu acht Jahren und sechs Monaten nach Jugendstrafrecht verurteilt. Schuldig gesprochen wird er wegen Mordes an seiner Ex-Freundin. 

Am 27. Dezember 2017 sticht Abdul D. in einem Drogeriemarkt in Kandel mehrmals mit einem Messer auf die 15-jährige Mia ein. Die Jugendliche stirbt an ihren schweren Verletzungen.

Nach der Verhaftung von Abdul D. kommen Zweifel an seinem Alter auf. Er selbst gibt an, 15 Jahre alt zu sein. Es entsteht eine öffentliche Diskussion um die Altersbestimmung von Flüchtlingen. Das Landgericht Landau schätzt Abdul D. aber als Jugendlichen ein – der Fall landet vor dem Jugendgericht und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Auch nach dem Prozess kommt die pfälzische Stadt Kandel, in der die Bluttat sich zugetragen hat, lange nicht zur Ruhe: Seit dem Mord an der 15-Jährigen gehen immer wieder Demonstranten auf die Straße. 

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Hinweis der Redaktion: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der ☎ 0800-1110111.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.

dpa/kab/pm/rmx

Quelle: Mannheim24

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