Tragödie am 1. Juli 2018

Junge (†13) bei Unfall auf A8 getötet: Warum Hypnose den Todesfahrer überführen könnte

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Im Juli 2018 verliert ein 13-jähriger Junge nach einem Unfall sein Leben – von dem Unfallverursacher fehlt bis heute jede Spur.

Zweibrücken – Auch ein Jahr nach dem tödlichen Unfall auf der A8 gibt es keine Spur vom Todesfahrer. Eine ungewöhnliche Methode soll neue Ansätze liefern:

Update vom 1. Juli: Genau vor einem Jahr starb ein 13-jähriger Junge bei einem schrecklichen Motorrad-Unfall auf der A8 bei Zweibrücken. Der Todesfahrer im weißen Mercedes verschwindet von der Unfallstelle und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Jetzt soll eine ungewöhnliche Methode zu neuen Hinweisen verhelfen:

Wie die „Rheinpfalz“ am Montag berichtet, haben sich Zeugen hypnotisieren lassen, um sich an mehr Details erinnern zu können. So zum Beispiel der 71-jährige Walter Nickola, der den Unfall auf der A8 direkt vor sich gesehen hat. Er habe sich während der Hypnose daran erinnert, dass er zuerst von der Harley und dann von dem weißen Mercedes überholt worden ist. Dann sieht er, wie der Mercedes ohne auszuweichen das Motorrad rammt, kurz abbremst und dann Vollgas gibt. Währenddessen liegt der Motorradfahrer schreiend auf dem Boden, seine Maschine steht in Flammen. 

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Tödlicher Unfall auf A8: Neue Ermittlungsansätze durch Hypnose?

Mithilfe von Hypnose können verdrängte Erinnerungen hochgeholt werden, so der Experte Peter Köhne gegenüber der „Rheinpfalz“ (Artikel nach Bezahlschranke verfügbar). Der Hypnotiseur betreue laut eigenen Aussagen drei Zeugen des tödlichen Unfalls auf der A8. Hypnose ist in der Strafverfolgung verboten – zumindest kann sie nicht als Ermittlungsmethode angewandt werden. Lassen sich Zeugen freiwillig und privat hypnotisieren, können Informationen aus der Sitzung für die Ermittlungen verwendet werden. So hat Hypnose im Fall des Karlsruher Raserprozesses neue Ermittlungsansätze geliefert.

Allerdings haben die Erinnerungen der Zeugen nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt, erklärt Köhne weiter. Eine Zeugin habe sich zwar an einen Teil des Nummernschildes erinnert, das habe die Polizei jedoch in den Ermittlungen nicht weitergebracht. Eine Spur führt nach Luxemburg. Hier liegen die Ergebnisse noch nicht vor.

Junge (†13) bei Unfall auf A8 getötet: 200 Hinweise eingegangen – Spur führt nach Luxemburg

Update vom 21. Mai: Rund 200 Hinweise sind nach der Ausstrahlung der Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ zum tödlichen Unfall auf der A8 bei Zweibrücken am 1. Juli 2018 eingegangen. Die Ermittler sind noch immer dabei, die zahlreichen Hinweise auszuwerten. Lange hat es keine heiße Spur zum Unfallwagen, einem weißen Mercedes, gegeben. Wie die „Rheinpfalz“ berichtet, führt eine Spur jetzt sogar nach Luxemburg. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken erklärt gegenüber der „Rheinpfalz“, dass sie die Luxemburger Kollegen darum gebeten habe, dem Hinweis nachzugehen. Ein Ergebnis liege jedoch noch nicht vor.

Bei dem Motorradunfall stirbt ein 13-jähriger Junge, der zusammen mit seinem Stiefvater auf einer Harley Davidson unterwegs gewesen ist. Der Stiefvater selbst wird bei dem Unfall schwer verletzt. Er kann den Ermittlern keine neuen Spuren oder Hinweise liefern.

Erneut beschäftigt sich „Aktenzeichen XY“ mit einem Fall aus der Region: Vor 25 Jahren wird eine tote Frau aus dem Rhein geborgen. Ihr Ehemann steht unter Verdacht. Doch von ihm fehlt weiterhin jede Spur. Jetzt wird der Fall erneut in der ZDF-Sendung aufgerollt, in der Hoffnung neue Hinweise zu bekommen.

Junge (†13) bei Unfall auf A8 getötet: Unzählige Hinweise zu Todesfahrer – doch keine heiße Spur

Der Fahrer einer Limousine – vermutlich ein weißer Mercedes – kracht am 1. Juli 2018 auf der A8 bei Zweibrücken gegen 14:50 Uhr von hinten auf eine Harley Davidson. Der 37-jährige Fahrer des Motorrades wird schwer verletzt. Für seinen 13-jährigen Sohn Julian, der mit auf der Maschine sitzt, kommt jede Hilfe zu spät. Seitdem fahndet die Polizei nach dem Unfallfahrer, der nach dem dramatischen Crash einfach die Flucht ergreift.

Matthias Mahl, 1. Hauptkommissar der Polizeiinspektion Zweibrücken, ist am Mittwoch (22. August) zu Gast im ZDF-Studio der Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“. Er appellierte an den Fahrer und Zeugen, sich zu melden.

Nach der Sendung treffen 100 Hinweise ein – mit ernüchterndem Ergebnis: „Die Ermittlungen gegen Unbekannt laufen weiter, noch gibt es nur ein negatives Ergebnis“, so ein Polizeisprecher der Polizeiinspektion Zweibrücken auf Anfrage von MANNHEIM24.

Auf der Seite des Motorradclubs „Gremium“, bei dem der Vater des getöteten Jungen Mitglied ist, winkt eine Belohnung über 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des flüchtigen Täters führt.

Doch was ist daraus geworden? Hat die Familie Geld erhalten?

MANNHEIM24 spricht mit dem Anwalt der schwer gezeichneten Familie, Dr. Andreas Kirsch: Ja, es ist Geld angekommen!“ Über die genaue Höhe möchte er lieber schweigen. Denn: Die Familie hat den Unfall noch längst nicht verarbeitet. Der 37 jährige Vater leidet auch heute noch nicht nur an den seelischen, sondern auch an den körperlichen Schäden, die er durch den schweren Unfall davongetragen hat.

Bei dem Unfall im Juli 2018 fängt das Motorrad sofort Feuer. Der Vater erleidet schwerste Verbrennungen, muss monatelang in einer BG-Klinik behandelt werden und zahlreiche Operationen und Hauttransplantationen über sich ergehen lassen.

Er ist körperlich auf dem Wege der Besserung, aber seine Behandlung ist nach wie vor nicht abgeschlossen. Es geht voran, aber nur in kleinen Schritten. Von seinen seelischen Beschwerden ganz zu schweigen, er ist psychisch schwer mitgenommen und wird deshalb auch behandelt.

Ob er der Vorarbeiter eines Maler- und Lackierbetriebs jemals wieder arbeitsfähig sein wird, steht in den Sternen.

Die Familie des Opfers leidet

Auch seine Frau und die kleine Schwester des verstorbenen Jungen leiden sehr unter dem Verlust.

Rechtsanwalt Kirsch steht in wöchentlichem Austausch mit der Polizei Zweibrücken. Die Ermittlungen sind nicht eingestellt. Zwischenzeitlich wurde sogar ein Auto beschlagnahmt, das aber wieder freigegeben werden musste.

Vielleicht git es ja doch noch eine Zeugen, der zu dieser Zeit etwas gesehen hat?

Der Rechtsanwalt bietet seine Telefonnummer für neue Zeugen an: Unter 0171 - 7402014 können diese ihn direkt erreichen. Und In Zweibrücken sei in der Polizeistelle Herr Pusse als Ermittlungsleiter zuständig (☎ 06332 / 976 333).

Ein schrecklicher Unfall ereignet sich auf der B294 bei Neuweiler (nähe Pforzheim): Eine Autofahrerin verliert die Kontrolle über ihren Mazda und rast eine steile Böschung hinab. Sie und ihr Beifahrer kommen ums Leben.

kpo

Quelle: Mannheim24

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